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Brummis sollen raus aus Truchtlaching: Tonnage-Beschränkung auf der Alzbrücke

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Die Brummis müssen raus aus Truchtlaching, fordert der Gemeinderat im Zuge der Sanierung der Alzbrücke Seebruck. Besonders dramatisch war die Lage im vergangenen Jahr wegen der Vollsperrung der B 304. Die LKWs zwängten sich Zentimeter um Zentimeter aneinander vorbei und mussten auf die Gehwege ausweichen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Der Schwerlastverkehr soll raus aus Truchtlaching. In diesem Punkt lässt der Seeon-Seebrucker Gemeinderat nicht locker. In der jüngsten Sitzung im Truchtlachinger Bürgersaal wurde beschlossen, während der Sanierungsphase der Alzbrücke in Seebruck eine Tonnage- Beschränkung auf der Alzbrücke in Truchtlaching durchzusetzen. Die Verwaltung wurde beauftragt, in Abstimmung mit dem Landratsamt eine Beschränkung zu forcieren.


Die Entscheidung fußt auf einem Antrag von Franz Wörndl (CSU). Er hatte in der Gemeinderatssitzung am 12. Oktober im Zuge der Bekanntgabe, dass die Alzbrücke in Seebruck zwischen dem Herbst 2021 und Herbst 2022 saniert werden soll, eine vorübergehende Tonnage-Beschränkung der Alzbrücke in Truchtlaching gefordert. Da aber am 12. Oktober das Gremium nicht vollständig war, wurde der Beschluss nachträglich in der jüngsten Sitzung gefasst.

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Durch die Sanierung der Seebrucker Alzbrücke müsste der ohnehin durch Umleitungen geplagte Ort Truchtlaching während der rund einjährigen Brückensanierung den gesamten Schwerlastverkehr aus Seebruck aufnehmen. Aus Sicht des Gemeinderats wäre das ein untragbarer Zustand. Denn seit der Tonnage-Beschränkung der maroden Seebrucker Alzbrücke auf zwölf Tonnen vor rund zwei Jahren muss Truchtlaching schon jetzt den Umleitungsverkehr ausbaden.

Besonders heftig traf es Truchtlaching im vergangenen Jahr. Wegen der Sperrung der Ortsdurchfahrt Altenmarkt und der damit einhergehenden Vollsperre der B304, herrschte in Truchtlaching ein regelrechtes Verkehrschaos. LKWs zwängten sich an den Engpässen Zentimeter um Zentimeter aneinander vorbei und mussten auf die Gehwege ausweichen. Diese brisanten Situationen seien vielfach auch heute noch zu beobachten, sagte Martha Gruber (FW). »Es wäre nur zu begrüßen, wenn vor allem die großen Lkws nicht mehr durch den Ort fahren dürften«, sagte Gruber.

Sepp Daxenberger (CSU) und Toni Mayer von den Grünen forderten eine dauerhafte Lösung: »Die schweren Karren müssen raus«, betonte Mayer. »Wir brauchen für Truchtlaching eine zukunftsweisende Lösung, und nicht nur solange die Brücke in Seebruck abgelastet ist«, forderte Daxenberger. Mit dem jetzt gefassten Beschluss will der Gemeinderat auch klar signalisieren, dass sich das Staatliche Straßenbauamt Traunstein als Straßenbaulastträger der Alzbrücke rechtzeitig um eine Lösung des Verkehrsproblems während der Sanierungsphase bemühen soll.

Mehrheitlich befürwortet wurde eine Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines Bebauungsplans zugunsten einer Photovoltaik-Freiflächenanlage auf einem Grundstück bei Pavolding. Der Flächenbedarf liegt nach Angaben des Antragstellers bei rund zwei Hek­tar und die geplante Anlagengröße bei zwei Megawatt. Auch die Elektrizitätsgenossenschaft Alzgruppe eG beabsichtigt die Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage und hatte dazu eine Bauvoranfrage eingereicht, die einstimmig genehmigt wurde. Die PV-Anlage soll in Ebering errichtet werden.

Abgesegnet wurde auch ein nachträglich eingereichter Bauantrag für einen Carport an der Aribostraße in Seeon und eine Nutzungsänderung eines Wohnraums in einen Seminarraum für gesundheitliche Zwecke wie Yoga am Waltenbergweg in Seeon. Ebenfalls keine Einwände hatte das Gremium gegen einen geplanten Neubau eines Einfamilienhauses an der Weinbergstraße 32 b sowie eines geplanten Ersatzbaus in der Weinbergstraße 32. Hier sollen das sogenannte »Stifterhaus« abgerissen und ein neues Einfamilienhaus mit einer Tiefgarage errichtet werden. Gebilligt wurde auch der Vorbescheidantrag zum Bau eines Mehrgenerationenhauses in Tuchtlaching/Hochöd. Im Gegenzug soll dort ein Drei-Familien-Haus abgebrochen werden.

Einen Vorbescheid auf Teilaufstockung eines Wohnhauses am Permoserweg in Seeon lehnte der Gemeinderat einstimmig ab. Nach Ansicht des Gremiums sei das Vorhaben aus städtebaulichen Gründen nicht vertretbar. Außerdem widerspräche die Teilaufstockung den Grundzügen des Bebauungsplans. ga


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