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Berlin statt Kloster Seeon: CSU-Landesgruppe verlegt Winterklausur

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Vor dieser malerischen Kulisse wird sich die CSU-Landesgruppe dieses Mal nicht präsentieren, denn die Klausurtagung findet statt in Kloster Seeon in Berlin statt.

Seeon-Seebruck – Wegen der Corona-Pandemie verlegt die Bundestags-CSU ihre traditionelle Winterklausur Anfang Januar vom Kloster Seeon nach Berlin. Dies kündigte der Chef der CSU-Landesgruppe, Alexander Dobrindt, im »Münchner Merkur« an.


Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister a.D. und CSU-Bundestagsabgeordneter aus Traunwalchen, betont aber zugleich: »Das wird eine einmalige Sache mit Berlin und ist nur der Pandemie und den Auflagen geschuldet. Kloster Seeon ist und bleibt Austragungsort der CSU-Klausurtagung.«

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Der Auftakt ins Bundestagswahljahr am 6. und 7. Januar soll nun im Congress Center am Alexanderplatz stattfinden – und zwar mit einem strengen Hygienekonzept und als sogenannte hybride Veranstaltung. Das bedeutet, dass einige Gäste anwesend sind und andere digital zugeschaltet werden.

Dobrindt sagte, mit dem geänderten Tagungsort sowie Corona-Schnelltests, Maskenpflicht, Abstandsregeln und einem Hygienekonzept werde auf das Infektionsgeschehen reagiert. Auch so werde die Klausur aber einen »traditionellen, deutlich wahrnehmbaren Impuls« für das politische Jahr 2021 geben.

Genau dieses ausgeklügelte Hygienekonzept hätte es laut Ramsauer, mit dem sich die Landesgruppe zuvor intensiv abgestimmt hatte, schwierig gemacht, die Veranstaltung mit mehreren Hundert Personen überhaupt durchzuführen. »Hätten wir statt der 200 üblichen Journalisten nur 20 zulassen sollen, und wie hätten wir im Sitzungssaal Abstand halten können – die Auflagen waren fast nicht erfüllbar.«

Wie Landesgruppen-Chef Dobrindt schon ankündigte, werde bei der dieses Mal nur zweitägigen Klausur in Berlin vieles digital ablaufen. Ob Ramsauer persönlich an der Klausur teilnehmen wird, oder sich digital zuschaltete, das wisse er noch nicht.

Verständnis für die Entscheidung zeigt Gerald Schölzel, Geschäftsleiter vom Kloster Seeon: »Aktuell dürfen wir Veranstaltungen dieser Größenordnung gesetzlich gar nicht durchführen, daher kann ich die CSU-Landesgruppe verstehen, dass sie Planungssicherheit braucht.« Die Durchführung einer solchen Veranstaltung ziehe einen enormen logistischen Aufwand mit sich, den man so wohl gar nicht unter den gegebenen Umständen hätte leisten können.

Eingebunden in eine Entscheidung sei man als Tagungshotel aber nicht worden. »Die Entscheidung hat ganz alleine die CSU-Landesgruppe getroffen«, wie Schölzel gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt sagt. Bedauern ist dennoch nicht zu hören. »Wir hatten vier sehr schöne Jahre mit der CSU-Landesgruppe und ein fast freundschaftliches Arbeitsverhältnis.« Daher wolle man sich auch darum bemühen – falls es die Pandemie bis dahin zulässt – die CSU-Landesgruppe im Januar 2022 wieder in Seeon zu beherbergen.

Vielleicht kommt die Landesgruppe sogar früher in den Chiemgau zurück. Ramsauer könnte sich durchaus vorstellen, die Sommerklausur, die für Juli 2021 geplant ist, dieses Mal in Seeon abzuhalten. Doch das seien aktuell nur Gedankenspiele.

Und was bedeutet dies nun für das Bildungshaus Kloster Seeon? »Das Tagungsgeschäft schläft aktuell nur – unsere Buchungsabteilung ist besetzt, wir erhalten viele Anfragen, nur dürfen wir sie aktuell nicht bedienen«, sagt Schölzel. Er hofft, dass die traditionelle Hochzeitsmesse Mitte Januar aber stattfinden kann. »Wir planen jedenfalls.« vew/dpa


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