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Um am Hafendamm in Seebruck den Blick auf den See zu genießen, klettern vor allem Kinder immer wieder auf die Ruhebank. Um den durch das Schilf verdeckten Ausblick zu verbessern, werden jetzt Alternativen untersucht. (Foto: Rasch)

Bergpanoramabank am Chiemsee ist vom Tisch

Seeon-Seebruck – Das Schilf am Hafendamm in Seebruck ist zwar wunderschön, verdeckt im Sommer aber die Sicht auf den Chiemsee. Um den Ausblick auf den See und das Bergpanorama besser genießen zu können, sollte auf dem Damm etwas erhöht die »längste Bergpanoramabank am Chiemsee« entstehen. Die Idee hat sich zwischenzeitlich jedoch zerschlagen. Im Gemeinderat wurde jetzt eine Alternative inklusive Kostenschätzung vorgestellt. Rund 75 000 Euro würden zwei etwas erhöhte Holzdecks kosten. Abzüglich Förderung und Eigenleistung könnte das erheblich günstiger werden, sagte Bürgermeister Martin Bartlweber (FW). 


Das Grobkonzept und vor allem die Kosten des Landschaftsarchitekturbüros stießen nicht bei allen Gemeinderäten auf Zustimmung. Man könne das Projekt schon forcieren, aber die geplante Plattform sei vor allem für ältere Personen »nicht der Knaller«, sagte Grünen-Sprecher Toni Mayer. Seine Fraktionskolleginnen Michaela Losbichler und Angelika Wolfertstetter kritisierten vor allem die Kosten: »75.000 Euro sind zu teuer«, sagte Losbichler. »Mir gefallen die Holzdecks auch nicht, da gehören normale Bänke hin. Und die Kosten sehe ich auch sehr kritisch«, meinte Wolfer-stetter.

Dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic (FW) fand den neuen Vorschlag sehr gelungen: »Es wäre eine riesige Aufwertung und ich finde den neuen Vorschlag schöner als eine lange Sitzbank«, sagte sie.

Die Vertreter der CSU, Michael Regnauer, Sepp Daxenberger und Franz Wörndl, waren sich einig, dass das Projekt aus finanziellen Gründen im Moment nicht drin sei, zumal es jede Menge »offene Baustellen« gebe. »Wir haben so viele Investitionen zu tätigen und sollten jetzt kein zusätzliches Projekt anpacken. Bleiben wir lieber bei den Sachen, die schon laufen«, forderte Regnauer.

Auch Wörndl störte sich an den Kosten und Daxenberger erklärte, dass er in dem neuen Entwurf keinen Mehrwert sehe. »Wir sollten keinen großen Aufwand betreiben und den Platz mit Bankerl aufwerten«, schlug Daxenberger vor. Zweiter Bürgermeister Norbert Maier (FW) störte sich auch an den Kosten. »Entscheidend für mich sind die tatsächlichen Kosten, die zu zahlen sind. Ein Mehrwert ist es auf alle Fälle«, so Maier.

Nach Angaben Bartl-webers sollte das Projekt ursprünglich im Rahmen der Städtebauförderung (ISEK) umgesetzt werden. Eine Förderung sei jedoch abgelehnt worden. Leader (europäisches Maßnahmenprogramm) würde das Projekt mit 50 Prozent fördern. Durch Eigenleistungen könnte das Projekt noch günstiger werden, sagte Bartlwerber. Der Beschlussvorschlag, die Planung fortzuführen, aber anzupassen, wurde mit 8:4 Stimmen genehmigt.

Beschlossen wurden auch die Änderung des Bebauungsplans »Truchtlaching-Osterberg« als Satzung für den Bereich Osterbergstraße 13 sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden des Änderungsentwurfs des Bebauungsplans »Truchtlaching-Kreuzbichl« für ein Grundstück am Samermoosweg. Keine Einwände gab es auch zur Aufstockung eines Hauses am Wiesenweg Seeon für ein privates Büro und einer Wohnerweiterung »An der Leite« in Truchtlaching.

ga

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