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Alzbrücke und Entlastungsspange in Seebruck: Bürgerforum will Petition einreichen

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Seebruck: Alzbrücke und Entlastungsspange: Bürgerforum will Petition einreichen
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Die marode Alzbrücke in Seebruck soll an einer anderen Stelle neu errichtet werden. Foto: Rasch

Seeon-Seebruck – Hoher Besuch in Seebruck: Ludwig Hartmann, der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, machte sich ein Bild von der maroden Alzbrücke und den Plänen in Sachen Entlastungsspange, eine zweite Brücke nördlich der bestehenden Alzbrücke zu errichten. Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor allem das Moorgebiet, durch das die Umgehung führen soll.


Die Gebiete in Graben gingen auf den Ur-Chiemsee zurück, sagte Beate Rutkowski, Diplom-Biologin und Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Traunstein. Als dieser sich zurückzog, sei das Wasser versickert und es seien die Moore entstanden. Verändere man nun etwas daran, könne das das gesamte Moor beeinträchtigen, weil sich die Wasserströme verändern.

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In unmittelbarer Umgebung zur Haushofer Straße, dort wo die Entlastungsspange voraussichtlich verlaufen wird, handle es sich um Niedermoore, weiter im Landesinneren würden die Hochmoore beginnen. »Diese sind streng geschützt«, betonte Rutkowski. Sie machte aber auch deutlich: Selbst wenn nur im Niedermoor etwas verändert wird, habe das Auswirkungen auf die Hochmoore. Und: Auch auf der anderen Seite der Brücke, auf der des Seebrucker Ortszentrums, seien ebenfalls Moorgebiete von der Entlastungsspange betroffen, das sogenannte Gemeinde-Moor.

Auf Nachfrage erklärte Rutkowski, dass es – »wird die Entlastungsspange gebaut« – in jedem Fall eine Ausnahmegenehmigung von der Regierung von Oberbayern brauche. »Die wird nur erteilt, wenn es keine Alternative gibt.«

Gisa Pauli, die Vorsitzende des Umweltschutzverbands Alztal gab zu bedenken, dass es ja beim Bau durchaus zu Unfällen kommen könne. »Es könnten zum Beispiel Öle in die Moore laufen. Das sollte unbedingt vermieden werden. Die Moore müssen geschützt werden.«

Der Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann betonte, dass er den Unmut in der Bevölkerung nachvollziehen könne. »Für mich ist es unverständlich, warum man eine Brücke an einer anderen Stelle neu baut, wenn man die alte Brücke sanieren könnte. Mehr kann man Naturschutz nicht mit Füßen treten.« Denkbar wäre, eine Petition beim Landtag einzureichen, damit sich die betroffenen Ausschüsse die Sache vor Ort anschauen, sagte er. Diesen Vorschlag will das Bürgerforum nun in die Tat umsetzen.

Hartmann war auf Initiative der Landtagsabgeordneten Gisela Sengl (Bündnis 90/Die Grünen) gekommen. »Mir ist wichtig, dass dieses Thema ein Echo erhält und die Leute zum Nachdenken anregt«, sagte sie. jor