Öffnung der Straße »Achberg-Unterwössen« unklar

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Um die Freigabe der Straße »Achberg–Unterwössen ging es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Schleching. (Foto: Wunderlich)

Schleching – In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand die Straße »Achberg–Unterwössen« auf der Tagesordnung. Sie wird im Winter gesperrt und muss vor Öffnung im Frühjahr überprüft werden. Dipl. Ing. Klaus Smettan hat die Situation begutachtet und festgestellt, dass es in großen Bereichen der steinschlaggefährdeten Böschung zu einer sehr starken rückschreitenden Erosion gekommen ist, die starke Unterhöhlungen/Überhangbildungen mit absturzgefährdeten Blöcken verursachen.


Weiter sind die 2003 angebrachten Vernetzungen vollständig mit gelöstem Material gefüllt und überlastet. Zusätzlich sind in bislang nicht gesicherten Bereichen fortschreitende Verwitterung und Gefügeauflockerungen feststellbar. Smettan konnte die Straße im derzeitigen Zustand nicht für den Verkehr freigeben, da ein erhebliches Steinschlagrisiko besteht und eine Gefährdung für die Nutzer des Weges besteht.

Zu Sanierungsmöglichkeiten sagte er, dass in den betreffenden Bereichen umfangreiche Sicherungen erforderlich seien. Da derartige Sicherungen sehr teuer sind, muss von grob geschätzt 65 000 bis 125 000 Euro Kosten ausgegangen werden.

Der Rat wurde von einem persönlichen Gespräch zwischen Bürgermeister Josef Loferer und Forstbetriebsleiter Paul Höglmüller (Bayerische Staatsforsten) unterrichtet, in dem Letzterer erklärte, dass der Forst die Straße wieder übernehmen würde, sie dann aber nicht mehr für den öffentlichen Verkehr geöffnet würde. Dies würde bedeuten, dass die Achberger den Weg nicht mehr als Verbindung nach Unterwössen nutzen dürften, was erhebliche Umwege bedeuten würde. Geschäftsleiterin Regina Mayer klärte über die lange Historie der 550 Meter langen wassergebundenen Kiesstraße auf. Der Weg wurde erstmals 1961 vom Landratsamt Traunstein ins Bestandsverzeichnis für öffentliche Feld- und Waldwege in gemeindefreien Gebieten aufgenommen. 1965 erfolgte dann die Übernahme ins Verzeichnis der Gemeinde Oberwössen. Die Gemeinde Schleching übernahm die Straße nach der Umgemeindung in ihr Bestandsverzeichnis. Die Baulast liegt seit 1983 allein bei der Gemeinde Schleching. Am damaligen Ausbau der Straße hat sich der Forst mit 25 Prozent beteiligt und eine weitere Beteiligung von 20 Prozent in Aussicht gestellt, wenn die Gemeinde die Straßenbaulast und Verkehrssicherheit übernimmt. Regina Mayer führte die vielen bisherigen Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen und Kosten von 1983 bis heute auf.

Loferer schlug vor, ein Ingenieur-Büro zu beauftragen, die Gesamtsituation zu prüfen und ein Konzept mit den Kosten vorzulegen Das wurde als Beschluss bei zwei Gegenstimmen gefasst. Zuvor gab es eine längere Diskussion über die Möglichkeit, die Straße für die Achberger zu erhalten. Martina Hammerl-Tiefenböck (UBS) schlug vor zu prüfen, ob eine Förderung – eventuell über die Dorferneuerung – möglich ist, Andi Hell (UBS) fragte nach einer Zwischenlösung, die aber laut Antwort von Regina Mayer bei 65 000 bis 125 000 Euro liegen würde.

Felix Laubhuber (SPD) verwies darauf, wie wichtig die Straße für die Achberger sei und schlug vor, wenn die Kosten für die Sanierung geklärt seien, diese in den Haushalt in zwei Jahren aufzunehmen. Elfie Bachmann (UBS) erinnerte sich, dass es vor einiger Zeit eine Anliegerversammlung mit verschiedenen Optionen gab. Regina Mayer versprach zu klären, was damals besprochen wurde. Timo Kleinschroth (UBS) berichtete, dass er vor kurzem 15 E-Bike-Fahrer auf der Straße gesehen habe und mahnte zu einer zeitnahen Entscheidung wegen der gefährlichen Situation.

Vorgeschlagene Zwischenlösungen lehnte Bürgermeister Josef Loferer (CSU) ab, da er bei der unklaren Sicherheitslage – besonders auch wegen des felsigen Grunds – nicht die Verantwortung und Haftung übernehmen kann. wun