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Nach Räumung bei Schleching im Januar: Gutachten über Lawinengefahr in Raiten liegt vor

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Schleching: Nach Räumung im Januar: Gutachten über Lawinengefahr in Raiten liegt vor
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Die Polizei hatte im Januar den geräumten Schlechinger Ortsteil Raiten abgeriegelt und geschützt. Zuvor war vom Landratsamt ein Betretungsverbot ausgesprochen worden. Schon einen Tag später konnten Experten Entwarnung geben und die Bewohner in ihr Dorf zurückkehren. Jetzt liegt ein neues Gutachten vor. (Foto-Montage: FDL/Lamminger)

Schleching – Die Bürger im Schlechinger Ortsteil Raiten sind ausreichend vor Lawinen geschützt. Das belegt ein Gutachten eines Instituts aus der Schweiz.


Anfang des Jahres war das Dorf wegen akuter Lawinengefahr evakuiert worden und damit bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Bereits einen Tag später kam die Entwarnung und die Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren.

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Laut den Erkenntnissen des eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung, das die Untersuchungen durchgeführt hat, schütze der Bergwald an der Südostseite der Hochplatte den darunterliegenden Ortsteil vor Lawinen. Das berichtete der Schlechinger Bürgermeister Sepp Loferer im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Der nächste Winter kann also kommen, er sei nun »etwas beruhigter«. Das Gutachten befindet den Bergwald als »intakt«; er sorge für einen »ausreichenden Schutz« der Gebäude am Fuße des Hangs.

Lawinengebiet digital vermessen

Der rund 900 Meter lange Hang an der Hochplatte wurde von den Mitarbeitern des Instituts aus der Luft in dreidimensionaler Form vermessen und die Ergebnisse anschließend ausgewertet. Durch den im Vergleich zu anderen Gebieten geringen Schneebruch sei der Waldbestand intakt, so der Bürgermeister über die Erkenntnisse aus dem Gutachten. Daher sei auch keine weitere Lawinenverbauung notwendig.

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Dieses Foto von der Hochplatte hat unser Leser Florian Lutz im Januar von seinem Balkon in Unterwössen aus aufgenommen. An dem schneebedeckten Abhang in der Bildmitte herrschte laut Lawinenwarnkommission extreme Lawinengefahr. Die Abrisskante und auch ein abgegangenes Schneebrett am rechten Bildrand sind gut zu erkennen.

Bereits einen Tag nach der Räumung in der Gemeinde war klar, dass man einen Evakuierungsplan für zukünftige Notfälle ausarbeiten wird. Aus den Schwierigkeiten, die der Katastrophenfall mit sich gebracht hat, haben die Verantwortlichen viele Erkenntnisse gewonnen und ihre Lehren gezogen, so Loferer weiter.

Viele Raitener waren im Januar von der Evakuierung überrascht worden und daher auch völlig unvorbereitet gewesen. Es hatte zahlreiche Stunden gedauert, bis alle Anwohner in Sicherheit gebracht worden waren. Tags darauf wurde klar, dass ein kontrolliertes Auslösen der Lawine »keine Option« war. Zuvor starteten einige Bewohner zusammen mit den Behörden noch eine separate Rettungsaktion für die Tiere, die zunächst im Dorf zurückgelassen werden mussten. Mit dem neuen Plan könne eine Evakuierung in bis zu zwei Stunden durchgeführt werden – für Mensch und Tier gleichzeitig.

Unsere Berichterstattung im Januar:

Lawinenbedrohter Ort Raiten aus der Vogelperspektive (Drohnenaufnahme)
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Diese Drohnenaufnahme aus dem Januar zeigt einen Teil des Schlechinger Ortsteils Raiten von oben. (Christoph Reichwein/dpa)

red/fb

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