Im Spannungsfeld zwischen Bergtourismus und Naturschutz

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Alois Glück warnt vor den Folgen des Bergtourismus. Foto: www.topselect-images.com

Schleching – In den kommenden Wochen und Monaten richtet sich die Aufmerksamkeit auf ein ganz besonderes Ereignis: Vor 30 Jahren wurde das »Naturschutzgebiet Geigelstein« ausgewiesen. Heute gilt dieses Naturschutzgebiet weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als vorbildliches Modell für nachhaltigen Naturschutz. Vor diesem Hintergrund sprachen Elisabeth Keihl, Vorsitzende des Achental Tourismus und Herbert Reiter, Leiter der Tourist-Info Aschau mit dem ehemaligem Landtagspräsidenten Alois Glück. Er sieht ein wachsendes Spannungsfeld zwischen Bergtourismus und Naturschutz.


Alois Glück ist der Meinung, dass dies neue Initiativen erfordert, um das in den vergangenen drei Jahrzehnten Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen und für die kommenden Generationen zu bewahren. Angesichts des für den kommenden Sommer und den Herbst zu erwartenden Besucheransturms gelte es, besonderes Augenmerk auf den Schutz des »Blumenbergs Geigelstein« mit seiner besonderen Vielfalt an Blumen und der einzigartigen Vegetation zu lenken. Es sei das Gebot der Stunde und dem Jubiläum angemessen, über neue Maßnahmen nachzudenken, um dem Andrang Herr zu werden und neue Möglichkeiten der Besucherlenkung zu implementieren. »Das gilt insbesondere auch für die steigende Zahl der Touristen, die mit dem E-Bike in Regionen unterwegs sind, die als besonders schützenswert gelten«, sagt Alois Glück.

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Als ehemaliger Stimmkreisabgeordneter des Landkreises Traunstein und früherer Umweltpolitiker im Bayerischen Landtag hatte Glück die Entwicklung des Geigelsteins zum Naturschutzgebiet begleitet und maßgeblich mitgestaltet. »Es war der Verdienst von engagierten Bürgern und auch von Organisationen, wie dem Bund Naturschutz, die sich den Plänen entgegen gestellt haben, den Berg zu einem Skigebiet mit großflächigen Pisten und Liftanlagen in Form einer Skischaukel von Schleching nach Sachrang auszubauen. Das war letztendlich die Geburtsstunde des Naturschutzgebietes im Jahr 1991«, betont Alois Glück. Naturschutz und Landwirtschaft seien sich heute darüber einig, dass zum Beispiel eine sachgerechte Beweidung durch genügend Vieh auf den Almen eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der Artenvielfalt ist. Auf der neuen Agenda für den weiteren Schutz der Natur am Geigelstein müsse nun eine ähnlich verbindliche Verständigung zwischen dem Tourismus und dem Naturschutz verankert werden. »So sehr wir uns freuen, in einer Kulturlandschaft zuhause sein zu dürfen, in denen Menschen ihren Urlaub verbringen, so groß ist unsere Sorge, dass unsere Berge im wahrsten Sinn des Wortes überrannt werden«, sagt Alois Glück.

In einer Zeit, in der Menschen mehr denn je ihren Urlaub in Deutschland verbringen, habe der Schutz unserer Natur oberste Priorität. Das gelte insbesondere auch für ein äußerst sensibles Naturschutzgebiet wie den »Blumenberg« Geigelstein, der heute als gelungenes Vorbild für ganz Europa stehe.

Der Geigelstein war am 1. Juni 1991 als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden, nachdem Pläne gescheitert waren, das Gebiet zu einem Skigebiet auszubauen. Unter dem Dach der Bergsteigerdörfer mit ihren Wanderwegen sind jetzt zwei unterschiedliche Täler, das Achental und das Obere Priental, miteinander verbunden. Der Geigelstein mit seinen ausgedehnten Bergwäldern, saftigen Almen sowie die Felsbereiche auf den Gipfeln, bieten zahlreichen Wildtieren Schutz. Zu den bekanntesten zählen Gämsen, Murmeltiere, Schnee- und Auerhühner. Mit der auf 1700 Meter Höhe gelegenen Rossalm, befindet sich zudem eine der höchstgelegenen Almen Deutschlands im Naturschutzgebiet.

Zum Jubiläum wurde eine 70-seitige Sonderbroschüre »30 Jahre Naturschutzgebiet Geigelstein – 2021« mit vielen Informationen und Stimmen zum Naturschutzgebiet aufgelegt. Die Broschüre zum Jubiläum ist ab Montag, 3. Mai, in den Tourist-Informationen vom Achental Tourismus kostenlos erhältlich und wird darüber hinaus digital auf den Webseiten der Gemeinden Aschau und Schleching zur Verfügung gestellt.

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