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Einsatzstunden der Schlechinger Wehr haben sich verdoppelt

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Bürgermeister Josef Loferer (von links) und Simon Mauracher gratulierten Bernhard Tausendpfund, der für 50 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Schleching geehrt wurde, ebenso wie Timo Kleinschroth. (Foto: Wunderlich)

Schleching – Auf der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schleching im Gasthof Geigelstein beherrschte der Rückblick auf den Katastrophenfall im Januar den Abend. Für Schleching wurde am 13. Januar vom Landratsamt wegen der Schneemassen der Katastrophenfall ausgerufen, der am 16. Januar in der Räumung des Ortsteils Raiten wegen Lawinengefahr gipfelte.


Bürgermeister Josef Loferer dankte allen Beteiligten und fand, dass von allen weit über das normale Maß hinaus gearbeitet wurde. Er war froh, dass Schleching eine so gut ausgebildete Mannschaft hat, deren Intention war, dem Nächsten zu helfen, und auch untereinander wurde eine perfekte Zusammenarbeit registriert. Er erzählte, dass er die ganzen Tage während des Katastrophenfalls mit den beiden Kommandanten unterwegs und alle gemeinsam ein gutes Team waren, was er durchaus nicht selbstverständlich fand. Er freute sich, dass die Entscheidung für das neue Feuerwehrfahrzeug richtig war; denn es kam bei diesem Katastrophenfall voll zum Einsatz. »Jeder Euro für die Sicherheit der Bürger ist gut angelegt.«

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Kommandant Timo Kleinschroth dankte auch den Familien der Einsatzkräfte für ihr Verständnis in dieser besonderen Situation. Auch er berichtete über den ungewöhnlichen Katastropheneinsatz und betonte, dass die Entscheidung zur Räumung von Raiten richtig war, da die Situation unsicher war. Er sprach von den vielen helfenden Kräften, wobei es schwierig war, bei so vielen Einsatzkräften eine Struktur in die Arbeit zu bringen. Geärgert hat er sich über uneinsichtige Bürger, die sogar beleidigend wurden.

In seinem Bericht informierte er über die Lage der Schlechinger Feuerwehr, sie hat 44 aktive Mitglieder. Das sind drei mehr als im Vorjahr. Davon sind elf Atemschutzgeräteträger und vier Gruppenführer. Der Altersdurchschnitt der Aktiven liegt bei rund 31 Jahren, die Tageseinsatzstärke bei neun Mann. Die Zahl der Fördermitglieder beträgt 183 (Vorjahr 178). Hier wäre eine Erhöhung wünschenswert.

Die Liste der Übungen und Lehrgänge, die absolviert wurden, ist lang. So gab es 27 Feuerwehrübungen, neun Belastungsübungen, Lehrgänge für Sprechfunk, THL, MTA und Digitalfunk, um nur einige zu nennen. Es gab drei Gemeinschaftsübungen mit Kössen, Marquartstein und Unterwössen und neun Leistungsabzeichen in technischer Hilfeleistung.

Insgesamt wurden 1066 Übungsstunden (Vorjahr 1167) absolviert, die Einsatzstunden haben sich verdoppelt auf 2213 Stunden, im Vorjahr waren es 1006 Stunden. Die Übungsbeteiligung betrug gut 21 Teilnehmern pro Übung. Die Gesamteinsatzzeit betrug 3279 Stunden. Insgesamt wurden 32 Einsätze absolviert. Auch zur Prävention wurde Einiges unternommen, wie der Besuch der Grundschule, des Kindergartens, ein Ferienprogramm und Kommandanten- und Verbandsversammlungen.

In Vertretung des ersten Vorsitzenden fasste Simon Mauracher die Vereinsaktivitäten in einem Jahresrückblick zusammen. Er nannte die Beteiligungen am Kriegerjahrtag, Fronleichnam, Volkstrauertag, der Fahnenweihe in Reit im Winkl und dem Waldfest in Waidring. Weiter die Ausrichtung des Feuerwehrfests und der Stand am Christkindlmarkt sowie ein gemeinsamer Ausflug nach Hamburg. In diesem Jahr wurde wieder eine erfolgreiche »Pump Party« gefeiert.

Bei der Feuerwehrjugend sind acht aktive Mitglieder, die eine Funkübung, dreizehn Übungen, fünf Mal den Wissenstest und drei MTA-Ausbildungen absolviert haben, berichtete der erste Jugendwart Markus Mauracher. Außerdem wurde das Friedenslicht von Bethlehem aus Tittmoning abgeholt und eine neue Facebook-Seite erstellt. Kassier Florian Pfisterer verlas den Kassenbericht und konnte von einem ausgeglichenen Ergebnis berichten.

Bürgermeister Josef Loferer nahm mit Kreisbrandinspektor Georg König verschiedene Ehrungen für langjährige Mitglieder vor: So wurden geehrt für zehn Jahr Mitgliedschaft Felix Baumgartner, Markus Mauracher und Simon Mauracher. Für 35 Jahre wurde Sepp Pfaffinger geehrt. Die größte Ehrung für die längste Mitgliedschaft bekam Bernhard Tausendpfund für 50 Jahre. Bürgermeister Josef Loferer bedankte sich bei allen Geehrten für die vielen Arbeitsstunden, die in der Freizeit geleistet wurden.

Kreisbrandinspektor Georg König ging in seinem Bericht ebenfalls auf die oben erwähnten Punkte ein und meinte »die Feuerwehr redet nicht lange – sondern packt an!« Er fand die Schlechinger Feuerwehr sei eine junge Mannschaft mit Kompetenz und vervollständigte mit dem Satz mit einem Schmunzeln »die Jungen laufen schnell, aber die Alten wissen den Weg«. Er sprach auch das Thema »Gewalt gegen Einsatzkräfte« an, was auf jeden Fall geahndet werden müsse. Für die Schlechinger Wehr regte er an, weitere Atemschutzgeräteträger ausbilden zu lassen. wun