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»Abschussplan muss erhöht werden«

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Schleching
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Wegen des Verbisses im Wald soll der Abschuss von Rehwild von bisher 60 auf künftig 100 Stück in drei Jahren erhöht werden, forderten die Schlechinger Jagdgenossen in ihrer jüngsten Versammlung. (Foto: Symbolbild dpa)

Schleching – Der Vorsteher der Jagdgenossenschaft Schleching, Jakob Stadler, freute sich über den guten Besuch der Jahresversammlung der Jagdgenossen und der Jagdangliederungsgenossen im Gasthof Zellerwand. Er berichtete über vier Vorstandssitzungen, bei denen als ein Schwerpunkt der Abschussplan diskutiert wurde. Der genehmigte Abschussplan der Unteren Jagdbehörde für 2018/2019 beträgt bei Rotwild und Gamswild je sechs Stück. Der Abschussplan für Rehwild sah bisher im Zeitraum von drei Jahren 60 Stück vor, die Zahl soll wegen des starken Verbisses auf 100 Stück erhöht werden.


Alle drei Jahre untersuchen in Bayern Förster die Wälder auf Verbiss-Schäden. Die Daten sind die Grundlage der künftigen Abschussplanung. Ende März wurden vom Forstamt Traunstein auf Flächen am Buchberg die Daten für ein neues Verbissgutachten erhoben. Bei diesem Termin gab es auch eine Begehung in der Raitener Bränd. Das Ergebnis war negativ, das heißt, der Verbiss hat sich erhöht, vermutlich durch den letzten strengen Winter.

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Für die angestrebte Waldverjüngung ist es wichtig, dass genügend junge Bäume wachsen können. Das wird erschwert, wenn der Leittrieb durch Verbiss zu Schaden kommt, so Stadler. Wenn Waldbesitzer erhöhte Verbiss-Schäden feststellen, können sie sich an die Jagdgenossenschaft wenden, damit bei einer Begehung etwaige Entschädigungsansprüche besprochen werden können.

Weiter berichtete Stadler vom Grundlagenseminar beim Bayerischen Bauernverband Traunstein zu Themen wie der afrikanischen Schweinepest, der Schwarzwildproblematik, Sanierungs- und Schutzgebieten und der Bejagung der Gämsen. Stadler sah gerade beim letzten Punkt ein Problem, da der Abschuss besonders der weiblichen Gämsen vor der Geschlechtsreife die Fortpflanzung verhindert und damit den Bestand bedroht, was zur Ausrottung führen könnte.

Eine weitere Fachtagung zum Thema »Mensch-Bergwald-Wild« fand in Bayerisch Gmain auf Einladung von Staatsministerin Michaela Kaniber statt. Auf einer Podiumsdiskussion wurden die verschiedenen Probleme zum »Wildlebensraum und Jagd«, »Bergwald Schutz und Nutzung« und »Tourismus« aufgegriffen. Kassier Franz Fembacher trug den Kassenbericht vor.

Annette Stürzer – in Vertretung des Jagdpächters Adalbert Stürzer – freute sich, dass die Zusammenarbeit mit der Jagdgenossenschaft und den Jägern so harmonisch läuft. Sie appellierte, Touristen und Freizeitsportler darauf hinzuweisen, dass bei eintretender Dunkelheit Ruhe im Jagdrevier einkehren sollte. Weiter bat sie die Waldbesitzer, frühzeitig Bescheid zu geben, wenn Verbiss an bestimmten Stellen verstärkt auftritt, um dort mit erhöhter Jagdtätigkeit reagieren zu können. Hierfür wünschte sie sich aber genügend Zeitvorlauf.

Wolfgang Bachmann stellte das neue Jagdkataster vor. Hier wurden vom Vermessungsamt die Daten neu eingepflegt, um eine bessere Auffindung der Grundstückseigentümer- und Flächen zu gewährleisten. Vorteile ergeben sich dabei bei der Ermittlung der Flächenanteile für die Stimmrechte bei der Abstimmung und Auszahlung des Jagdschillings.

Beim Punkt »Wünsche und Anträge« meldete sich ein Bevollmächtigter eines Waldbesitzers aus Marquartstein, der seinen Wald durch Wildverbiss geschädigt sah. Er wünschte sich, dass auf den Flächen mit Verbiss mit Nachdruck gejagt werde. Jakob Stadler und Adalbert Stürzer erinnerten an eine Begehung des angesprochenen Waldstücks und meinten, dass unter anderem auch der letzte strenge Winter seinen Teil dazu beigetragen habe.

Bürgermeister Josef Loferer sah eine weitreichendere Problematik zum Beispiel auch in der Freizeitgestaltung, die besonders in der Nacht durch die technischen Möglichkeiten für Radfahrer, Jogger, Langläufer und dergleichen zu Störungen führen. »Ich will eine Lanze brechen für unsere Jäger, Pächter und Waldbauern in Schleching, die lieber miteinander reden, um Probleme zu lösen. Ihnen sollte der Dank ausgesprochen werden.« Außerdem fand er, dass der Vorstand »alles im Griff hat«, wie man an der Lösung der Probleme des räudigen Fuchses sehen konnte.

Die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung erhielten dann das Jagdessen vom Jagdpächter. Aus dem Wild im eigenen Revier zauberte der Wirt der Zellerwand ein schmackhaftes Gericht. wun