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»Wie du den Verein geführt hast, ist einmalig«

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Der neue Vorsitzende des Holzknecht-Vinzenzi-Vereins, Guido Brünning (rechts) und der zweite Vorsitzende Richard Kecht (links) ernannten Georg Bichler zum Ehrenvorsitzenden des Vereins und überreichten seiner Frau einen Blumenstrauß. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding – Bei der Generalversammlung des zweitältesten Ruhpoldinger Vereins, dem Holzknecht-Vinzenzi-Verein, stand neben dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Georg Bichler auch der sehr emotionale Abschied nach 22 Jahren als »Holzknechtvorstand« an. Außerdem wurde Bichler zum Ehrenvorsitzenden ernannt.


Zunächst fand in der Pfarrkirche St. Georg der festliche Gedenkgottesdienst statt, den Pfarrer Otto Stangl zelebrierte. Ihm zur Seite stand Diakon Sepp Eixenberger und musikalisch umrahmt wurde die Messe von der Miesenbacher Musikkapelle. In seiner Predigt hob der Seelsorger hervor, dass das Wort »Holzknecht« immer noch eine durchaus positive Bezeichnung habe, was auch dieser Beruf mit dem gegenseitigen Einstehen mit sich bringe. So werde das Gründermotto – füreinander da zu sein – unterstrichen. Und darum solle man auch in Zukunft stolz sein, als Christ und als Holzknecht. Bereits während des Kirchenzugs wurde am Holzknechtdenkmal ein Latschengesteck zu Ehren der verunglückten und verstorbenen Holzknechte niedergelegt.

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Alle müssen mit Engagement dabei sein

Bei der Generalversammlung im Hotel zur Post blickte Bichler in seinem letzten Rechenschaftsbericht als Vorsitzender nochmals kurz auf die gelungene 400-Jahr-Feier im vergangenen Jahr zurück. »Mein Dank geht zunächst an den heiligen Petrus, der uns an diesem Tag einen wunderbaren, sonnigen Frühlingstag beschert hat.« Damit sei auch einem informativen und feierlichen Tag nichts mehr im Wege gestanden. Besonders gelte aber sein Dank allen Helfern, die sich tatkräftig eingebracht haben. »Solch eine riesige Veranstaltung kann nur funktionieren, wenn alle mit vollem Engagement bei der Sache sind«.

Auch zum Thema Forstpolitik nahm Bichler noch einmal Stellung. »Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass die finanzielle Lage bei den Bayerischen Staatsforsten sehr angespannt ist.« Dieses Thema sollte man aber nicht schon im Vorfeld totreden, denn in Zukunft könne es wieder anders aussehen. Wichtiger sei es, auf den Wald zu schauen, besonders auf den Bergmischwald. Angesichts der zurückliegenden Schäden sei es aber wichtig, »nicht das letzte Tafelsilber aus dem Wald herauszuholen«.Ein wichtiger Punkt für die Zukunft sei es zudem, dass der Forstbetrieb Ruhpolding ein Ausbildungsbetrieb mit derzeit zehn Lehrlingen geworden sei. »Für das haben wir auch 20 Jahre gekämpft.«

Danach machte Bichler seine Ankündigung aus dem Vorjahr wahr und legte sein Amt als Vorsitzender nieder. »Ich wünsche meinem Nachfolger, dass er bei zukunftsweisenden Entscheidungen einiges an Selbstvertrauen mit sich bringt und ein gutes Gespür für die Holzknechte und den Vinzenziverein hat.« Sehr gerührt und emotional schloss er mit den Worten: »Ich beende meine letzte Rede frei nach den Worten des heiligen Thomas von Aquin: Alles ist gesagt.«

Eine ganze Reihe von Grußworten stand dann auf der Tagesordnung, die sich vor allem mit dem 400-jährigen Jubiläum, der Forstwirtschaft und mit den Verdiensten des bisherigen Vorsitzenden befassten. So betonte Bürgermeister Claus Pichler, dass das Fest »ein Meilenstein für den Verein« gewesen sei. Zudem sei er froh, dass der Forst wieder ein Ausbildungsbetrieb sei.

Leistungen von Georg Bichler gewürdigt

Besonders hob er aber die Leistungen von Georg Bichler hervor, der über 20 Jahre den Verein führte und wünschte dem Verein einen »guten Start in die nächsten 400 Jahre«. Der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner meinte, dass in der aktuellen Situation die Wald- und Forstwirtschaft vor gewaltigen Herausforderungen stehe, deren Bewirtschaftung Fachleute benötige. »Ausbildung ist daher wichtig, damit nicht alles den Bach runtergeht.« Mit einem Blick auf die Geschichte meinte der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser: »400 Jahre Saline und 400 Jahre Holzknechtverein gehören zusammen.« Solidarität sei schon immer wichtig gewesen. Und an Georg Bichler gewandt betonte er: »Wie du den Verein geführt hast, ist einmalig.«

Forstwirtschaft sei schon immer wichtig gewesen, so der Leiter der Staatsforsten, Hubertus Wörner. Das vergangene Jahr habe einen enormen Zuwachs von Waldschäden gebracht, darum seien umfangreiche Maßnahmenpakete, zum Beispiel gegen den Borkenkäfer, notwendig geworden. Zugleich sprach er aber »Mut zu mehr Optimismus«. »Eine Ära geht zu Ende«, sagte der Leiter des Forstbetriebs, Paul Höglmüller. Dabei lobte er besonders die Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit des bisherigen Vorsitzenden. »Persönliche und freundschaftliche Verbindungen haben immer etwas Besonderes.« Anschließend ging auch er auf die Forstpolitik ein. »Wir brauchen einen radikalen Umbruch, um die Zukunft der Wälder zu sichern.« Der Staatswald könne nicht nur Gewinn abschöpfen und man brauche mehr Personal zur Schaffung funktionierender Schutzwälder.

Bei den Neuwahlen wurde als Nachfolger von Georg Bichler Guido Brünning zum Vorsitzenden gewählt. Zweiter Vorstand bleibt Richard Kecht und dritter Vorstand Michael Rappl. Kassiere sind weiterhin Hans Mader und Kajetan Förg. Als Kassenprüfer steht künftig für Michael Schultes Martin Reichhofer zur Verfügung, der das Ehrenamt zusammen mit Franz Gehmacher ausüben wird. Karl Schauderna wurde als Schriftführer bestätigt und Franz Zabernig, Kajetan Förg und Ludwig Huber jun. werden als Fähnriche fungieren.

Mehrere neue Ehrenmitglieder

Bei den Ehrungen wurden Sepp Konhäuser, Georg Enzinger, Georg Zenz und Georg Fellner für ihre langjährige Treue zum Vinzenziverein zu Ehrenmitgliedern ernannt. Eine besondere Überraschung gab es schließlich noch für den scheidenden Vorsitzenden. Sein Nachfolger Brünning und der zweite Vorsitzende ernannten Georg Bichler zum Ehrenvorsitzenden.

Den Vinzenzitag beschloss ein gemütliches Beisammensein, bei dem der »Haushamer Bergwacht G’sang« und die »Almkirta-Musi« für die musikalische Unterhaltung sorgten. hab