Wenn Lebensretter Hilfe brauchen: Spendenaktion für Bergwacht-Hündin Juna

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Intakte Fangzähne sind für Arbeitshunde wie Juna, die ein ausgebildeter Lawinensuchhund ist, entscheidend. Als einer abbrach und eine teure OP nötig wurde, war die Spendenbereitschaft groß. Herrchen Andreas Lindner ist dankbar.

Ruhpolding – Die zweieinhalbjährige Schäferhündin Juna ist Teil der Lawinenhundestaffel Chiemgau und damit nicht selten die erste Rettungskraft an einem Unfallort: Mit ihrer feinen Nase sucht sie das ganze Jahr über nach Vermissten, Verletzten und Verschütteten in der Region. Nach einem Trainingsunfall im Frühjahr, bei dem sie sich einen ihrer Fangzähne abgebrochen hatte, musste sie jedoch für eine Weile aussetzen und sich einer aufwendigen Wurzelbehandlung unterziehen. Um Junas Herrchen, Bergretter Andreas Lindner, mit den hohen Kosten nicht alleine zu lassen, rief die Bergwacht Ruhpolding eine Spendenaktion ins Leben, die alle Erwartungen übertroffen hat. Mit einem Video bedanken sich Juna und Andreas nun bei den großzügigen Unterstützern.


Seit sie zehn Wochen alt ist, lebt Juna bei Andreas Lindner (35) in Ruhpolding. Der gelernte Sozialarbeiter fing früh an, mit dem Welpen spielerisch für den Einsatz als Flächen- und Lawinensuchhund zu trainieren. »Ich habe sie erstmal regelmäßig mit auf den Berg genommen und mit ihr Hubschrauber aus der Nähe angeschaut.« Juna zeigte schnell Talent für die Ausbildung und kann mit erfolgreich absolviertem A- und B-Schein mittlerweile auf alle Rettungseinsätze mitgenommen werden. So hat sie beispielsweise bei der Suche nach einem vermissten 16-Jährigen in Eisenärzt unterstützt. Auch, als in Bergen ein angeblich in die Seilbahn geflogener Gleitschirmflieger gesucht wurde, war Juna dabei. »Sobald sie kommenden Januar den C-Schein gemacht hat, steht sie in der ersten Reihe der Hundestaffel«, erzählt Andreas Lindner stolz.

Leider bereitet Junas Fangzahn, der für ihre Arbeit enorm wichtig ist, Lindner und seinen Bergwacht-Kollegen schon länger Sorgen: «Mit sechs Monaten hat Juna bei einem Traun-Spaziergang in einen Stein gebissen und sich den linken unteren Fangzahn bis auf den Nerv abgebrochen.« Die Schäferhündin musste sofort operiert werden, der Zahn wurde mit einem Vitalamputat wieder aufgefüllt. Im März diesen Jahres brach sich Juna das Amputat dann im Training an einem Apportierholzstück ab. »Man hat wieder den Nerv gesehen und in der Tierklinik sagte man mir, dass der Zahn wurzelbehandelt werden muss«, berichtet Andreas Lindner. Damit belaufen sich die Kosten für Junas Zahnbehandlungen auf mittlerweile über 3000 Euro. Der Erhalt der Fangzähne ist für Arbeitshunde allerdings fast unverzichtbar, »weil die große Wurzel den Kiefer stabilisiert und der Zahn die Zunge im Maul hält«, wie die Bergwacht Ruhpolding in ihrem für Juna eingerichteten Spendenaufruf auf Facebook schreibt.

Vor allem für das Halten des Bringsels bei der Sucharbeit ist der Fangzahn bedeutsam, denn damit zeigt der Hund an, dass er jemanden gefunden hat: Er trägt ein Spielzeug – das sogenannte Bringsel – am Halsband und sucht eine bestimmte Fläche nach vermissten oder verletzten Personen ab. Wenn er fündig geworden ist, nimmt er das Bringsel ins Maul und kehrt zu seinem Herrchen oder Frauchen zurück. Anschließend wird der Hund an die Leine genommen und bringt die Einsatzkräfte zur Fundstelle.

Die Spendenbereitschaft für Juna auf Facebook und Instagram war riesig: Über 5000 Euro sind zusammengekommen. Die 2000 Euro, die nach Abzug von Junas OP-Kosten übrigbleiben, werden für zwei weitere Untersuchungen dieses und nächstes Jahr verwendet, der Rest kommt in einen Spendentopf der Bergwacht Ruhpolding: »Falls wieder einmal einem Hund etwas fehlt oder wir sonst irgendetwas Spezielles brauchen«, so Lindner. Bisher hat Juna alles gut überstanden, zeigt keine Schmerzen, wirkt vital und aufgeweckt. Auch die Röntgenbilder sehen gut aus.

Um sich bei den spendablen Unterstützern zu bedanken, hat die Bergwacht Ruhpolding ein Video erstellt, das auf ihren Kanälen auf Facebook und Instagram zu sehen ist.

JuC

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