»Wasser Marsch« in Ruhpolding

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Drehten symbolisch für die fertiggestellte Wasserversorgung West-Brand am Rad:Bürgermeister Justus Pfeifer (vorne) und Wassermeister Franz Astner. (Foto: Schick)

Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit ist die Wasserversorgung West-Brand fertiggestellt – Gesamtkosten liegen bei 4,5 Millionen Euro


Ruhpolding – »Schieber auf – Gemeindewasser Marsch« hieß es kürzlich, als Bürgermeister Justus Pfeifer und Wassermeister Franz Astner vom gemeindlichen Wasserwerk wortwörtlich »am Rad« drehten. Der symbolische Handgriff besiegelte eine technische Meisterleistung, die im Zusammenspiel mit sorgfältiger Planung sowie perfekter Ausführung nun nach zweieinhalbjähriger Bauzeit und ohne gravierende Zwischenfälle erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

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Erklärtes Ziel der in drei Bauabschnitten durchgeführten Baumaßnahme »Ruhpolding West – Brand « war, die bisher nicht von der Gemeinde versorgten Ortsteile an das öffentliche Trinkwassernetz anzuschließen. Damit ist eine langfristig sichere Wasserversorgung mit einwandfreiem Trinkwasser sichergestellt worden.

Bisher war die Trinkwasserversorgung überwiegend aus Privatquellen erfolgt, bei deren Gebrauch es aber immer wieder Probleme mit der Wasserqualität und Quantität gab. Wohl auch aus diesem Grund hatte sich die Gemeinde Ende 2015 zu dem ehrgeizigen Projekt entschlossen. Mit dem im Mai 2018 in Angriff genommenen ersten Bauabschnitt »Unternberg« konnten die Ortsteile Guglberg, Geiern, Stocking, Stockreit, Bärn-gschwendt, Eisenberg, Raffner-Alm und Weingarten angebunden werden. Für diese Maßnahmen brauchte es einen Hochbehälter oberhalb der Raffner-Alm mit einem Volumen von 75 Kubikmetern sowie eine Pumpstation in Bärngschwendt.

Der zweite Bauabschnitt umfasste die Ortsteile Egg und Hinterreit. Das dritte Bausegment »Brand« umfasste dann die Ortsteile Vorderbrand, Brand, Gruttau, Sulzen, Butzn, Glockenschmiede und Haßlberg. Auch hier erforderte es den Neubau eines Hochbehälters in Egg mit einem Volumen von 300 Kubikmetern, der das gesamte Brander Tal abdecken kann. Für die Anbindung der Anwesen im höher gelegenen Weiler Butzn wurde nicht nur die Stromleitung mit Trafostation, sondern zugleich eine gänzlich neue, moderne Pumpstation an der Brander Brücke erforderlich.

Im Gesamten wurden 131 Anwesen, davon 338 Einwohner mit Hauptwohnsitz, rund 325 Gästebetten, sechs Gaststätten sowie die Talstation Unternberg-Sesselbahn und der Freizeitpark Ruhpolding ans öffentliche Leitungsnetz angeschlossen, das sich insgesamt um 13,3 Kilometer erweiterte. Die Verlegung der Rohre gestaltete sich an manchen unzugänglichen oder felsigen Passagen sehr schwierig und zeitaufwändig. Ein Teil der Kosten für den Bau der Wasserleitung wird durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein, das das Projekt fachlich begleitete, mit einem Anteil von 60 Prozent der förderfähigen Investitionskosten unterstützt.

Wie Anton Resch vom Sachgebiet Wasserversorgung, Grundwasser- und Bodenschutz dazu mitteilte, dient die Maßnahme dem erstmaligen Anschluss bisher noch nicht versorgter Bebauung und wurde Ende 2015 noch knapp in das auslaufende Förderprogramm des Umweltministeriums aufgenommen.

Bürgermeister Justus Pfeifer meinte dazu, er wolle sich nicht mit fremden Federn schmücken, zumal der Bürgermeister und alle Gemeinderatsmitglieder der vergangenen Legislaturperiode das Projekt angestoßen hatten. Trotzdem erfülle es ihn in seiner noch relativ frischen Amtszeit mit Stolz, so ein erfolgreiches und wichtiges Bauvorhaben zu Ende führen zu können. Sein Dank ging an alle Bürger, die die baubedingten Beeinträchtigungen mit Geduld mitgetragen hätten. ls

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