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Schriftführerin Emilie Haßlberger (von links), zweiter Vorstand Kajetan Mainwolf, die beiden Ehrenvorstände Anton Geierstanger und Hermann Feil, Kassier Franz Bichler und Vorstand Anton Hogger nach der Ehrung von Hermann Feil. (Foto: Aschenbrenner)

Trachtenverein »D' Miesenbacher« – Hermann Feil zum Ehrenvorstand ernannt

Ruhpolding – Hermann Feil wurde nach Anton Geierstanger zum zweiten Ehrenvorstand des Trachtenvereins »D' Miesenbacher« Ruhpolding ernannt. Daneben gab es zahlreiche weitere Ehrungen bei der 128. Generalversammlung im Hotel zur Post.


Schriftführerin Emilie Haßlberger berichtete von den Änderungen der Vereinszahlen. Der Stand mit 668 Mitgliedern weist im Zweijahrestrend eine positive Entwicklung auf. Mit Veranstaltungen wie die »Tradition auf da Roas«, das »Dorffest Dahoam« und etlichen Veranstaltungen im Kurhaus haben die Trachtler nach der schwierigen Coronazeit wieder ins Vereinsleben zurückgefunden. Aus der Kinder- und Jugendgruppe berichtete Andrea Lex, die bewusst einen Rückblick vermeiden wollte und die ganze Kraft in die Zukunft zusammen mit ihren Helfern stecken will. Der Auftakt hierzu wurde bereits gemacht und mit der Unterstützung von Sepp Wolf ein »Waldtag« veranstaltet sowie ein Platzerlverkauf am Bauernmarkt durchgeführt. Mit 23 Kindern und 245 Jugendlichen ist der Verein für die Zukunft gerüstet, so Lex. Notwendig sei aber, dass wieder mehr Musikanten bereit sind, bei den Proben zu spielen. Die Kinderleiterin hofft auf Bewerbungen.

Pfarrsaal nur kurzzeitiger Ersatz für Kurhaus

Für die Aktiven trat Vorplattler Lukas Kloiber ans Rednerpult. Mit einem kurzen Abriss aus der Vergangenheit und der aktuellen Auftrittslage anlässlich der »Tradition auf da Roas«, der Eröffnung des Unternberghofs sowie der »Route 66 goes Ruhpolding« ging er auf die Auftritte der Aktiven ein. Die Gruppe besteht derzeit aus 23 Dirndln und 19 Buam, was eine stattliche Zahl widerspiegelt. Für die wiederbelebte Schnalzergruppe sprach Sepp Wolf. Auftritte auf der Haar- und Röthelmoosalm förderten die positive Entwicklung der elf Gruppenmitglieder bei ihren Anstrengungen. Eine kurze musikalische Pause leitete zum Bericht von Vorstand Anton Hogger über. Über die Ausrichtung einer Waldweihnacht müsse man sich noch Gedanken machen. Das Dorffest soll als Zweitagesveranstaltung am letzten Augustwochenende nachgeholt werden, nachdem es 2020 ausfallen musste.

Der Hinweis auf die Problematik im Kurhaus, so Hogger, könne dem anwesenden Bürgermeister nicht erspart bleiben. Der Gemeinderat müsse bei diesem Findungsprozess immer im Blick haben, welche Schäden bei langem Ausfall eines solchen Hauses innerhalb des Vereins entstehen können. Die derzeit im Raum stehende Lösung »Pfarrsaal« könne nur als kurzzeitiger Ersatz betrachtet werden. Bürgermeister Justus Pfeifer lobte den Verein für die bisherigen Leistungen. Zum Thema Kurhaus ging Pfeifer ausführlich auch auf die finanzielle und emotionale Lage ein, jedoch vermied er in den Ausführungen die bereits bei der CSU-Monatsversammlung angeklungene Ausfallzeit des Kurhauses von sechs bis acht Jahren.

Zahlreiche Ehrungen standen bei der Versammlung ebenfalls auf dem Programm. Für 25-jährige Zugehörigkeit wurden Veronika Gallinger, Irmi Steinbacher und Stefan Gallinger senior geehrt. Zum Ehrenmitglied ernannte der Verein Thomas Haßlberger, der seit 40 Jahren dem Verein die Treue hält.

Hermann Berger seit 75 Jahren dabei

Margarete Beilhack und Marie-Luise Praxenthaler, die bereits vorab die Ehrennadel des Vereins erhalten hatten, bekamen aus den Händen von Gebietsvertreter Alois Lankes die Goldene Gauehrennadel für über 50-jährige, trachtlerische Arbeit. Gerade Margarete Beilhack hat als Trachtenschneiderin dem Verein stets ihr Können zugutekommen lassen. Auch lag ihr die musikalische Ausbildung und Gesangsausbildung der Jugendlichen immer am Herzen. Außerdem bekamen Gabi Steinbrecher und Johanna Trenkler für ihre 50-jährige Mitgliedschaft die Ehrennadel des Vereins überreicht.

Hilde Oberleitner kann gar auf eine 70-jährige Vereinszugehörigkeit zurückblicken, der Dank wurde ihr mit einer Urkunde ausgesprochen. Ein ganz besonderer Anlass war die Ehrung von Hermann Berger (Maazl Hermann), der dem Verein seit nunmehr 75 Jahren aktiv zur Seite steht. Dies wurde gebührend mit einem Marsch der Trachtenkapelle und einem schwungvollen Tänzchen des Jubilars abgerundet. Abschließend gab es, laut Hogger und Ehrenvorstand Geierstanger, die schon lange notwendige Ernennung des 2014 abgetretenen Vorstands Hermann Feil, der 17 Jahre lang von 1998 bis 2015 die Geschicke des Vereins gelenkt hat.

Auch Feil sah die Entwicklung des Kurhauses kritisch. Für viele Vereine mit ehrenamtlichen Wurzeln sei eine solche Herzkammer lebensnotwendig. Niemand stehe gegen eine Neuentwicklung, jedoch blicke er wegen des geplanten Langzeitausfalls des Kurhauses oder generell eines Veranstaltungssaals mit Sorge in die Zukunft. Sollte die derzeit aktuelle Lösung langfristig Bestand haben, so leide im Entwicklungsprozess immer die Kinder- und Jugendarbeit, aus der die künftigen Verantwortlichen herangeführt werden. Mit den Klängen der Miesenbacher Musikkapelle endete die Versammlung.

fb

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