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»Strebe nach Kooperation und Transparenz«

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Ruhpolding: Neuer Tourismus-Geschäftsführer stellt sich vor – »Strebe nach Kooperation und Transparenz«
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Seit knapp zwei Monaten ist Frank Oette neuer Leiter der Tourismus GmbH Ruhpolding. Nun stellte er sich den Gastgebern im Kurhaus vor. (Foto: Giesen)

Ruhpolding – Nach fast einjähriger Zeit ohne neuen Geschäftsführer ist Frank Oette seit 1. September neuer Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Ruhpolding. Nach ersten Eindrücken seiner neuen Arbeit und zahlreichen Vorstellungsrunden im Gemeinderat, bei Vereinen und Vorständen stellte er sich nun bei der Gastgeberversammlung im Kurhaus rund 170 Vermietern vor und formulierte seine Ziele.


»Ich strebe nach Kooperation und Transparenz und versuche, die Leute zu überzeugen«, sagte Frank Oette. In Ruhpolding habe er ein »kleines, feines, hochwertiges touristisches Potenzial« vorgefunden, das es jetzt gelte auszubauen. In den vergangenen Jahren sei mit Tourismusdirektor Markus Stuckmann und Herbert Ringsgwandl schon »sehr viel passiert«, zum Beispiel, dass viele Privatvermieter investiert hätten und die Qualität des Angebots im Ort damit deutlich gestiegen sei. Es müsse nun die Tourismusorganisation als Ganzes, das heißt die RTG (Ruhpoldinger Tourismusgesellschaft), gestärkt werden.

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Nach Beschluss des Gemeinderats von Ende 2018 sollen die bis dahin ausgelagerten Tourismuseinrichtungen wie das Wellenhallenbad Vita alpina, Freibad, Eishalle und Kurhaus unter dem Dach der neuen, damit erweiterten RTG vom Geschäftsführer der Tourismus GmbH mit verwaltet werden. Diese Einrichtungen sind als GmbH eine 100-prozentige Tochter der RTG, die wiederum der Gemeinde untersteht. »Wir brauchen professionelle Strukturen auf allen Ebenen«, sagte Oette, denn in Ruhpolding finde man eine »intakte Natur wie kaum woanders«.

Der neue Geschäftsführer bringt einen reichen Erfahrungsschatz in vielen Bereichen des Tourismus mit. Zuletzt war er sechs Jahre lang Kurdirektor des Staatsbads Bad Kissingen mit jährlich 1,6 Millionen Übernachtungen. Hier hatte er 180 Mitarbeiter unter sich.

»Mit junger Familie hier dauerhaft leben«

Frank Oette wurde am 27. November 1972 in Kaiserslautern geboren. Nach seinem Abitur in Kusel studierte der 47-Jährige Tourismus in Trier mit den Schwerpunkten Geografie, Betriebswirtschaft und Politikwissenschaft, was er mit dem Titel Diplomgeograf abschloss. Ab dem Jahr 2000 arbeitete Oette als Marketingleiter in Bad Neuenahr-Ahrweiler in der Eiffel, südlich von Köln, wo – ähnlich wie in Ruhpolding – Wandern, Radfahren und Skifahren – eine große Rolle bei der Vermarktung des Ortes und der Region spielten. 2008 wechselte Oette ins Staatsbad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen), das rund eine Million Übernachtungen hatte. Die dortige Tourismus-GmbH war Eigentum der Stadt, die Oette erfolgreich bis zur nächsten Station in Bad Kissingen leitete. Das Privatleben des neuen Geschäftsleiters spielte letztlich die entscheidende Rolle bei der Entscheidung, nach Ruhpolding zu wechseln: 2017 heirateten Frank Oette und seine Frau, die Dozentin für Geografie an der Hochschule in Eichstätt ist. 2018 wurde Sohn Johannes geboren. »Mein Ziel ist es, mit meiner jungen Familie hier dauerhaft zu leben«, erklärte Oette seine vordergründig als »Abstieg« wirkende Entscheidung, seine Karriere in Ruhpolding fortzusetzen. Er habe sehr gerne nach Oberbayern gewollt. »Jetzt mache ich das, was ich schon lange richtig machen wollte.«

Kurhaus als »Ort mit großer Historie« erhalten

Als seine noch vage formulierten Ziele bezeichnete der Tourismuschef die Ausweitung der Dorflinie für bessere kostenlose und häufigere Verkehrsanbindungen für Touristen und Einheimische. Außerdem versuche er viele andere Ideen zu entwickeln, um »das Kurhaus als Veranstaltungsort mit großer Kapazität« zu modernisieren, aber gleichzeitig als »Ort mit großer Historie« zu erhalten.

Der Blick auf die Gäste- und Übernachtungszahlen im vergangenen Tourismusjahr zeige eine leicht steigende Tendenz – sogar ohne das neu bestehende A-ja Hotel, berichtete Oette. Der Erfolg des Tourismus dürfe aber keineswegs nur an diesen Zahlen gemessen werden, sondern man müsse immer die Wertschöpfung des Tourismus für den Ort im Auge behalten. gi