Spannendes Jahr für den neuen Bürgermeister

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Die Ruhpoldinger Grund- und Mittelschule an der Brander Straße wird mit Hilfe verschiedener Förderprogramme im Bereich digitaler Technik zukunftsfähig gemacht. Die Investitionen belaufen sich auf 300 000 Euro. (Foto: Schick)

Justus Pfeifer blickte im Gemeinderat auf die vergangenen Monate zurück


Ruhpolding – Auf die vergangenen acht Monate Gemeindepolitik sah Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) in der Dezember-Sitzung des Gemeinderats im Pressezentrum der Chiemgau Arena zurück. Für die Übergabe der Amtsgeschäfte hätte man sich angesichts der Corona-Pandemie allerdings andere Voraussetzungen gewünscht. Pfeifer dankte in dem Zusammenhang nochmals seinem Vorgänger Claus Pichler, den ausgeschiedenen Gemeinderäten, den Fraktionen im Gemeinderat sowie der Verwaltung und den Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit in den besagten Wochen. Er sei froh, dass trotz der unsicheren Rahmenbedingungen des ersten Lockdowns die Weichen für eine tragfähige Kommunalpolitik im Sinne Ruhpoldings gestellt werden konnten. Dabei galt es, schwierige Entscheidungen zu fällen und sie in die Tat umzusetzen, wie beispielsweise die Absage des Biathlon-Weltcups und die Schließung des gastronomischen Angebots im Kurhaus.

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Zu den positiven Aspekten zählte der Rathauschef die Bereitstellung von zusätzlichen Flächen für die Außengastronomie, das kostenlose Angebot für Gäste und Einheimische der optimierten Dorflinie sowie die erfolgreich abgeschlossene Generalsanierung des Waldstadions. Nach der Übernahme des Heizkraftwerks durch die Gemeinde sei man jetzt dabei, die Fernwärmeversorgung kontinuierlich auszubauen. Hier werden in den kommenden Jahren noch weitere Investitionen in eine nachhaltige, ökologische und ökonomische Energieversorgung anstehen.

Als besonderen Erfolg wertete Justus Pfeifer, dass nun die erforderlichen Betreuungsplätze durch den gemeindlich geführten Waldkindergarten »Glühwürmchen« sowie den Ausbau des HPZ-Kindergartens »Spatzennest« gewährleistet sind. Für Verwaltung, Baufirmen, Planer, Gemeinderat und Erzieherinnen sei es ein Kraftakt gewesen, die fehlenden 24 Kindergartenplätze in kürzester Zeit seit dem Amtswechsel im Mai zu generieren.

Mit einem lachenden und weinenden Auge habe man die Entscheidung der IBU und des DSV hingenommen, den Biathlon-Weltcup im Januar nach Oberhof zu verlegen, so Pfeifer. Da der Wettkampf aufgrund der Covid-19-Beschränkungen ohne Zuschauer stattgefunden hätte, wäre auf den Ruhpoldinger Steuerzahler ein hohes Defizit zugekommen. Auch der gesamte Ort, Vermieter und Hotelbetreiber hätten von der Durchführung nicht profitiert. Dafür konnte man sich durch die TV-Übertragung der World Team Challenge in der Chiemgau-Arena werbewirksam präsentieren.

Zum Thema Kurhaus sagte Pfeifer, das äußerst unwirtschaftliche Betriebsfeld mit einem jährlich sechsstelligen Defizit habe die Entscheidung unumgänglich gemacht. Trotzdem kann das Kurhaus weiterhin für Veranstaltungen und dergleichen genutzt werden. Erfreulicherweise konnte im Rahmen des Förderprogramms »Richtlinie zur Förderung von Glasfaseranschlüssen für öffentliche Schulen« die Bereitstellung eines Glasfaseranschlusses für die Grund- und Mittelschule auf den Weg gebracht werden, so der Bürgermeister weiter. Die Teilnahme am Programm »DigitalPakt Schule« sichere zudem die bessere Ausstattung der örtlichen Bildungseinrichtung mit digitaler Technik, für die zukünftig insgesamt 300 000 Euro investiert werden.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten zur Wasserversorgung »West-Brand« sei ein wichtiger Bereich zur langfristigen Anbindung der Trinkwasserversorgung in diesen Gebieten realisiert worden. Für ihn als »neuen« Bürgermeister seien die Erkenntnisse des überaus spannenden Jahres sehr lehrreich gewesen, sagte Pfeifer. Ein Aspekt, den er weiterhin zum Wohle Ruhpoldings einsetzen wolle.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Böddecker (VRB) stellte Pfeifer im Namen aller Fraktionen ein positives »Halbwertzeugnis« aus und hoffte, dass dessen jugendlicher Schwung weiterhin anhält. »Wo es möglich ist, werden wir dir den Rücken stärken«, versicherte Böddecker. Bei der Gelegenheit verwies er aber auch an die Gruppen im Ort, die finanziell durch das Raster fallen und keine Corona-Förderung erhalten. Ein Beispiel seien die vielen Kleinvermieter, denen es nicht zu verdenken sei, wenn sie die Lust am Vermieten verlieren und als Anbieter von Gästebetten wegfallen. ls

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