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Sozialen Wohnungsbau wieder aufnehmen

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Foto: Symbolbild/dpa

Ruhpolding – Eine lebhafte Debatte gab es bei der SPD-Wahlversammlung in der Häusler-Alm. So forderte Margarete Schürholt nachdrücklich, den sozialen Wohnungsbau wieder aufzunehmen und bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener zu schaffen.


Dazu erklärte Bürgermeister Claus Pichler, dass das Ruhpoldinger Wohnbauwerk noch relativ viele günstige Wohnungen im Bestand habe. Die Gemeinde habe zudem auf Antrag der SPD-Fraktion den Bau eines Mietshauses mit etwa zwölf Wohnungen in die Wege geleitet. Der staatliche Zuschuss von 30 Prozent ermögliche dann eine erschwingliche Miete. Für weitere Projekte gebe es noch Grundstücke.

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Eine Anwesende kritisierte die große Zahl der Heimatabende im Kurhaus, die den aktiven Trachtlern fast nicht mehr zumutbar sei, zumal der Besuch teilweise sehr zu wünschen übrig lasse. Trachtenvorstand Johannes Stief sagte, die Botschaft sei angekommen. Angesprochen wurden auch der Unternberg als Sportberg oder die Entwicklung des Baustils in Ruhpolding. Gerhard Hallweger bedauer­te, dass man sich vom landschaftsgebundenen Bauen nach und nach verabschiede. Das könne negative Auswirkungen auf den Tourismus haben.

Weitere Themen waren Rettungsorganisationen, Jugend und Breitbandausbau. Bergwacht, Feuerwehr und DLRG waren sich einig: Der Standort an der Waldbahnstraße sei optimal wegen der zentralen Lage und des gemeinsamen Standorts.

So seien die Informationswege kurz und man kenne sich. Allerdings habe die Bergwacht nur eine Garage für mehrere Fahrzeuge – die Zahl der Einsätze nehme ständig zu. Die Feuerwehr bräuchte etwa die doppelte Parkplatzzahl. Und auch für die DLRG wäre es günstig, mit den anderen Organisationen zusammenzukommen. Moderator David Maier schlug wie auch die anderen vor, die Rettungsorganisationen beisammenzuhalten und den Bauhof zu verlegen, um Platz zu schaffen. Bürgermeister Claus Pichler sagte dazu, man könne noch nicht sagen, welche Aufwendungen förderfähig seien. Auch einen Standort für den Bauhof zu finden, sei sehr schwierig. Erst müsse der Platzbedarf der Organisationen untersucht werden. Dann könne man sich der Finanzierung zuwenden.

Zum Thema Jugendtreff berichtete Moderatorin Sigi Haitzer, eine der beiden Jugendbeauftragten, über Ideenwerkstätten mit Jugendlichen, in denen erstaunlicherweise der Wunsch nach einem Jugendtreff nicht an erster Stelle gestanden habe. Erfreulich sei, dass mit Hilfe von Eltern eine Übergangslösung in der alten Tourist-Info geschaffen wurde. Ziel sei aber eine dauerhafte Lösung unter Trägerschaft der Gemeinde in der Dorfmitte.

Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser verwies auf das Haus der Generationen. Sowohl Sigi Haitzer als auch David Maier als Jugendwarte der Feuerwehr verwiesen auf das große Angebot, das die Jugendlichen aber teilweise nicht annähmen. Dazu ergänzte Johannes Stief, dass schon versucht wurde, auch an nicht in Vereinen aktive Jugendliche heranzukommen. Dies sei aber oft schwierig.

Pichler beschrieb die Leistungen der Gemeinde für die Jugend, etwa die Jugendsozialarbeit in der Schule und die offene Ganztagsschule bis 16 Uhr, auch in der Grundschule. Die Sozialarbeit auszuweiten, würde weitere Stellen bedeuten, über deren Kosten der Gemeinderat zu entscheiden habe. Eine Schwierigkeit sei, dass sich Bedarfslagen und Wünsche der Jugendlichen sehr schnell änderten, während vor allem Bauarbeiten lange dauerten.

Pichler berichtete von »großem Ärger bei der schlechten Ausführung« der Erdarbeiten für den Breitbandausbau. David Maier, Mitarbeiter der Telekom, bestätigte, dass es kaum mehr freie Kapazitäten bei Firmen gebe, die über das notwendige Wissen beim Anschluss von Datenleitungen verfügten. fb

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