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Mit viel Liebe zum Detail und nach Original-Plänen baute Modellbauer Hans Loferer die Waldbahn zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl nach. Die Anlage ist ein Blickfang der Sonderausstellung »100 Jahre Waldbahn« in der Alten Schule, die ihre Tore noch bis3. Oktober geöffnet hat. (Foto: Schick)

Sonderausstellung »100 Jahre Waldbahn Ruhpolding – Reit im Winkl« noch bis 3. Oktober

Ruhpolding – Unmengen von Holz stapeln sich am Holzlagerplatz, aufgeschichtete Rundlinge, Balken und Bretter warten auf ihren Abtransport, Güterwaggons stehen auf den Gleisen parat, ein Laster fährt zwischen den Bäumen vor – Alltag am Waldbahnhof in Ruhpolding, wie vor 100 Jahren. Eingefangen hat diese Szene der begeisterte Modellbauer Hans Loferer für die Sonderausstellung »100 Jahre Waldbahn Ruhpolding – Reit im Winkl« in der Alten Schule, die noch bis einschließlich 3. Oktober läuft.


Was damals in der Realität auf gut 30 Kilometer Trassenstrecke den Holztransport sowie die Personenbeförderung erleichterte, wird derzeit im Maßstab 1:87 und auf einer Länge von 15 Metern komprimiert dargestellt. Original und nach alten Plänen gebastelt und aufgebaut. Eine sehenswerte Anlage für Groß und Klein, die man sich nicht entgehen lassen sollte, solange sie noch steht.

Ganze zwei Jahre hat der langjährige Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG dafür gebraucht, die historische Waldbahn im Miniformat auferstehen zu lassen. Der Zeiteinsatz und die Liebe zum Detail haben sich jedenfalls gelohnt. Besucher können jetzt minutiös den Streckenverlauf nachvollziehen, vorbei an den Nebengebäuden samt »Abort«, Rollwagengrube, Kopf- und Seitenladerampe, dem Lokschuppen mit Drehscheibe und weiter in Richtung Süden bis zum Bahnhof Seegatterl. Sogar die Eisenbrücke spannt sich über die Urschlauer Ache. Allein sie besteht aus 250 mühsam zusammengefügten Einzelteilen. Wie gut, dass es 3-D-Drucker gibt. Gießharz lässt das Wasser im Bachbett naturgetreu über die Kieselsteine sprudeln. Die hat er in Reit im Winkl gesammelt, wo er aufgewachsen ist, erzählt der Siegsdorfer mit Augenzwinkern. Ein bisschen Lokalpatriotismus muss schon sein. Und das alles eingerahmt und begrünt mit etwa 300 Bäumen, um auch den Waldcharakter der Bahn zu unterstreichen.

Als vor einigen Jahren Initiator Thomas Siegl vom Historischen Verein Ruhpolding auf ihn zukam, brauchte es nicht viel Überzeugungsarbeit. Loferer sagte sofort zu, mitzuwirken. Für das Holzknechtmuseum in der Laubau hat er sogar ein zweites, exakt baugleiches Teilstück des Ruhpoldinger Waldbahnhofs nachgebaut. Das letzte Teilstück nach Reit im Winkl mit den dazugehörigen Gebäuden, das auch bereits fertiggestellt ist, hielt Loferer dieses Mal noch bewusst zurück, denn der Bahnhof in Reit im Winkl wurde erst im Jahr 1923 gebaut.

Die Präsentation soll im nächsten Jahr erfolgen, wenn es in der südlichen Nachbargemeinde zur Neuauflage der Ausstellung kommt und es wieder heißt: 100 Jahre Waldbahn. ls

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