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Sieben Euro soll ein Tagesticket kosten

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Auf den Wanderparkplätzen am Unternberg, in der Laubbau und in Seehaus werden die ersten Parkautomaten in Ruhpolding aufgestellt. Weitere sollen laut Bürgermeister Justus Pfeifer folgen. (Symbolbild: Reiter)

Ruhpolding – Das Parken auf den Wanderparkplätzen in Ruhpolding soll nicht länger kostenlos sein. Vorgesehen ist eine Tagesgebühr von sieben Euro – »wobei das Ticket nach dem Parken als Wertmarke in Höhe von vier Euro für den Einkauf im Dorf genutzt werden kann«, wie Bürgermeister Justus Pfeifer auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts sagte.


Eingeführt werden sollen die Gebühren zum 1. Mai. »Zunächst beginnen wir mit den Parkplätzen Laubau, Seehaus und Unternberg. Im weiteren Jahresverlauf stößt dann der Parkplatz Brand hinzu«, sagt Pfeifer. Für die kommenden Jahre sei dann geplant, unter anderem auch auf den Parkplätzen Lödensee, Mittersee, Aschenau, Ramsler und Staudiglhütte Automaten aufzustellen. »Die Tickets können entweder in bar, mit Karte oder per App bezahlt werden.«

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Wichtig ist dem Ruhpoldinger Bürgermeister zu betonen, dass das Parken im Zentrum weiterhin gebührenfrei bleibt. Es gehe ausschließlich um die Wanderparkplätze im Außenbereich. Auf die Frage nach dem Grund für diese Neuerung sagt Justus Pfeifer: »Damit wollen wir primär den örtlichen Einzelhandel und die Gastronomie stärken und unterstützen.« Das sei jetzt in der Pandemie natürlich besonders wichtig. »Aber auch abseits der Pandemie sehen wir hier erhöhtes Potenzial für den heimischen Einzelhandel und die Gastronomen.« Die Wertmarken könnten beispielsweise auch gesammelt werden und dann bei einem Einkauf eingelöst werden.

Die Ausarbeitung des Ruhpoldinger Parkplatzkonzepts befindet sich laut Justus Pfeifer »in den letzten Zügen«. Ziel sei neben der Belebung des Ortskerns »die Verbesserung der Parkinfrastruktur sowie des Gratis-ÖPNV (Dorflinie, Anmerkung der Redaktion).« In den kommenden Jahren soll außerdem ein Parkleitsystem aufgebaut werden – »mit Lenkungsfunktion auf die Gratis-ÖPNV-Linien«. Doch gibt es Ausnahmen – also Wanderer, die fürs Parken nichts bezahlen müssen? »Nein. Jeder Tourist, Besucher und Bürger muss eine Gebühr bezahlen«, betont Justus Pfeifer. Für Ruhpoldinger mit Bürgerkarte gebe es jedoch keine Mehrbelastung. Denn wer künftig eine solche habe, der zahle vier Euro Parkgebühr – die auch als Wertmarke in dieser Höhe gilt.

Öffentlich angesprochen worden war das Thema beim digitalen Stammtisch der Ruhpoldinger Grünen. In dieser hatte Gemeinderat Sepp Hohlweger das »in Vorbereitung befindliche Konzept für die Wanderparkplätze« kurz erläutert. Ziel sei es, die Betriebe im Ort zu stärken. Herbert Koch wollte beim Stammtisch wissen, ob es reduzierte Preise für Einheimische gebe. In diesem Zusammenhang verwies Hohlweger auf die Bürgerkarte, die in Vorbereitung sei. Sie kann laut Gemeinde von den Ruhpoldingern ab 1. April beantragt werden und gilt dann ab 1. Mai. Fest steht: Zumindest für dieses Jahr, also das Jahr 2021, soll sie kostenlos sein.

Zum Waldkindergarten meinte Hohlweger, dass ein Weiterbetrieb seitens der Gemeinde gewünscht und von den Grünen unterstützt werde. Für das Jahr 2021/22 lägen bereits zahlreiche Anmeldungen vor.

Auch das Thema 5G wurde breit diskutiert. Lothar Löchter, der Sprecher der Bürgerinitiative »Lebenswertes Ruhpolding – 5G frei«, stellte den aktuellen Stand der Diskussion kurz dar. Gemeinderat Sebastian Steinbacher wünschte sich in diesem Zusammenhang eine flächige Abdeckung mit der bestehenden Technologie als Unterstützung für die Rettungsorganisation. So sei derzeit der Bereich rund um die Röthelmoosalmen und Urschlau nicht vollständig mit Mobilfunk abgedeckt.

Großen Raum nahm beim Online-Stammtisch auch das Thema neue Wohnformen – und hier insbesondere altersgerechtes Wohnen – ein. Die Diskussion war von Manuel Wittke angestoßen worden. Nicht nur fehlender bezahlbarer Wohnraum, sondern auch alternative Wohnlösungen sollten in Ruhpolding entwickelt werden.

Ludwig Gähler berichtete über verschiedene Projekte, unter anderem in Brannenburg, die das Zusammenleben von Jung und Alt auf kreative Art und Weise aufzeigten. Die Grünen waren sich einig, dass hierfür »bei uns durchaus auch Potenzial besteht«.

KR

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