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Rektorin Lydia Großpietsch geht in den Ruhestand

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Ruhpolding: Mittelschul-Rektorin Lydia Großpietsch geht in den Ruhestand
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Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer verabschiedete Rektorin Lydia Großpietsch in den Ruhestand.

Ruhpolding – Mit einer bedingt durch die aktuelle Situation kleinen, aber sehr schönen Feier hat sich die Ruhpoldinger Schulfamilie von ihrer langjährigen und beliebten Schulleiterin Dr. Lydia Großpietsch verabschiedet. Doch eine kleine Überraschung gab es trotzdem.


Die scheidende Rektorin wurde nichts ahnend in ihrem Büro abgeholt und durch ein Spalier von Kindern mit Mundschutz und Blumen durchs Schulhaus geführt. Beim Rundgang riefen die Kinder ihrer Rektorin gute Wünsche zu und verabschiedeten sich. Die netten und von Herzen kommenden Worte wurden untermalt von gefühlvoll vorgetragenen Bläserstücken der beiden Musiklehrer Tamás Puskás und Susanna Isepy.

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Im Anschluss fand in der festlich geschmückten Turnhalle die offizielle Feierstunde mit den geladenen Ehrengästen, Vertretern des Elternbeirats und des Fördervereins und dem Schulkollegium statt. Konrektor Ralf Gstatter begrüßte die anwesenden Gäste und moderierte die Veranstaltung. Die Bläserklasse umrahmte, unter der Leitung von Puskás, mit abwechslungsreichen und flotten Melodien die Veranstaltung und erntete großen Applaus.

Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer sprach von der großen Bedeutung der Ruhpoldinger Schule für den Ort und die Region und dankte vor allem auch im Namen des ehemaligen Bürgermeisters Claus Pichler für die immer gute und auf Augenhöhe stattfindende Zusammenarbeit. Er überreichte als Dank und Anerkennung der Gemeinde einen Gutschein und einen Geschenkkorb.

Schulamtsdirektor Otto Mayer ging auf die Eckpunkte ihres beruflichen Werdegangs, die Tätigkeit in Münchens Schule in Berg am Laim, ihre Arbeit an der Schule in Kirchanschöring und schließlich seit September 2009 als Rektorin an der Grund- und Mittelschule in Ruhpolding ein. Weiter war Lydia Großpietsch wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU in München und promovierte 1998 in Bayerischer Landesgeschichte. Otto Mayer überreichte schließlich die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand und gab viele gute Wünsche mit auf den Weg. Er sei sich sicher, dass es der scheidenden Rektorin mit ihrem neuen Amt als ehrenamtliche Stadtheimatpflegerin in Traunstein nicht langweilig werde.

Was unter der Rektorin an der Ruhpoldinger Schule alles passiert, in die Wege geleitet und auf die Beine gestellt wurde, erläuterten im Anschluss unter anderem Ralf Gstatter und Hermann Weigand, der aktuelle und ein früherer Konrektor.

Weigand ging auf die Zeit ein, als Lydia Großpietsch 2009 neben ihm als Stellvertreter an die Ruhpoldinger Schule kam. In der ersten Zeit war die Generalsanierung der damaligen Volksschule in vollem Gang. Davon habe sie sich nicht abhalten lassen. »Im Gegenteil: Sie krempelte die Ärmel hoch und wirkte noch an vielen Entscheidungen kräftig mit«, betonte Weigand. Ein besonderes Augenmerk, so Weigand, habe die Rektorin auf die Thematik der Integration gelegt. Ihr sei es ein großes Anliegen gewesen, Kinder mit einer Einschränkung so weit als möglich in die Regelschule zu integrieren. Weigand sprach weiter noch von der Hauptschulreform und der Schaffung der Schulverbünde mit den umliegenden Gemeinden in Zusammenarbeit mit Roland Dohlus und Willi Robel.

Konrektor Ralf Gstatter betonte die besondere Wesensart von Lydia Großpietsch – »ihre Offenheit und Begeisterungsfähigkeit, die andere mitnimmt und ansteckt und sie zusammen Dinge erleben lässt, an die sie sich noch lange erinnern«.

Ida Leitner und Dr. Wolfgang Mager schlüpften in die Rollen als Schülerin und Schüler und sie erzählten wie »cool« hier der Sportunterricht mit all seinen örtlichen Gegebenheiten ist, wie die Schulbücherei vor inzwischen sieben Jahren entstand und wie viel Wert dank »unserer Rektorin« auf Musik gelegt wird. Unter der Leitung von Lydia Großpietsch gab es viele Flötenklassen, die sie selbst unterrichtete, und die Bläserklasse, um die sich andere kümmerten.

Ein erstes großes künstlerisches Projekt in ihrer Amtszeit war die Ausstellung und Versteigerung von Werken des Künstlers Helmut Günter Lehmann. Viele weitere sollten noch folgen, u. a die von den Mittelschülern selbst hergestellten »Gemeinsam-Bänken«, die nicht nur im Schulhof, sondern auch an einzelnen Stellen im Dorf zu finden sind.

Lydia Großpietsch ergriff abschließend noch selbst das Wort und ließ mit einem Schmunzeln aus ihren verschiedenen schulischen Stationen einzelne Szenen Revue passieren, die ihr ganz besonders in Erinnerung geblieben sind. Sie bedankte sich bei den Stellvertretern ihrer Ruhpoldinger Jahre Hermann Weigand, Michael Stang und Ralf Gstatter, die ihr ebenso wie alle ihre Sekretärinnen immer tatkräftig zur Seite gestanden seien und fand zum Schluss noch sehr warme Worte für ihr Ruhpoldinger Kollegium, das sie vor allem durch ein schwieriges Jahr 2018 begleitet habe. Mit den Worten: »Danke! Schön war's!« beendete sie schließlich ihre Arbeit in Ruhpolding. fb

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