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»Rauschberg Pass« feierte Zehnjähriges

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Den ein oder anderen, nicht zu festen Schlag mit der Rute einzukassieren, das gehört beim Perchtenlauf mit dazu. (Fotos: Peter)
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32 Gruppen mit über 500 Perchten nahmen teil.

Ruhpolding – Die Ruhpoldinger verstehen es einfach, Feste zu feiern und Veranstaltungen mit großen Besucherandrang gekonnt zu organisieren. Und so verlief das Spektakel zum zehnjährigen Jubiläum der »Rauschberg Pass Ruhpolding« im Dorf entsprechend routiniert ab.


Der Wunsch, eine Pass in Ruhpolding zu gründen, entsprang der Mischung aus Kindheitserinnerung und dem Ehrgeiz, für die Rauhnacht eine eigene Pass zu stellen, wie der Initiator Fritz Fischer berichtet. Und so wurde vor zehn Jahren die »Rauschberg Pass« mit 15 Leuten aus der Taufe gehoben. Anfangs glaubte kaum einer so richtig dran, dass diese Pass ein fester Bestandteil im Ruhpoldinger Vereinsleben werden würde, meinte Fischer. Doch das Jubiläum zeigt, wie lebendig die Gruppe ist und mit 37 Leuten eine solide Basis hat. Beim Jubiläumslauf waren insgesamt 32 Gruppen mit über 500 Läufern dabei. Die nötige Information zu den verschiedenen Gruppen gab Patrick Springer am Platz im Kreuzungsbereich Hauptstraße/Bahnhofstraße. Für die angepasste Ausleuchtung sorgte die Feuerwehr mit ihrem Leiterwagen.

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Die Gründung der Pass, wie die Gruppe der Perchten mit den furchterregenden Masken und den schweren Glocken am Rücken genannte werden, entsprang Kindheitserinnerungen. Wie Fischer erzählte, hatte er aus seiner Kindheit schöne Erinnerungen an den Nikolaus und so schön seine Erinnerungen waren, so faszinierend fand er die Gestalt des Nikolauses mit seinem Gefolge. Hinzu kam, dass sich der junge Ruhpoldinger nicht damit abgeben wollte, dass für die Ruhpoldinger Rauhnacht extra eine Pass, die Kalchofenpass Unken, eingeladen werden musste und das nicht von der eigenen Jugend im Dorf gemeistert werden konnte. So festigte sich aus der kindlichen Fantasie gepaart mit einer gewissen Umtriebigkeit die Idee, eine Pass in Ruhpolding zu gründen. Dass die Gründung durchaus als Erfolgsgeschichte gesehen werden darf, zeigte die Jubiläumsveranstaltung.

Beim Parkplatz am Kurpark sammelten sich die Teilnehmer und machten sich von dort aus über die Hauptstraße auf den Weg durchs Dorf. Den Auftakt bildete die Jubiläums-Pass angeführt vom Nikolaus und seinen Engeln. Am Kreuzungsbereich der Bahnhofstraße gab Sprecher Patrick Springer kurze Informationen zu den Gruppen, soweit er den Glocken- und Schellengeläut mit seiner Lautsprecheranlage trotzen konnte. Der Zug löste sich am Abzweig zur Rathausstraße auf. Danach gab es die »Aftershow Party« in der neuen »Strafrunden Alm« im Kurpark.

Sollten früher mit den Perchten mit den schrecklichen Masken und den lärmenden Glocken der Winter und die bösen Geister des Winters ausgetrieben werden, avancierten die Läufe heute zum Publikumsmagnet und zur Mutprobe für die Jugendlichen, den ein oder anderen Schlag mit der Rute einzukassieren oder sich lieber doch zwei, drei Schritte von den Absperrgittern zu entfernen, um sich der Schlagweite der Perchten zu entziehen.

Sicher kann die Sinnhaftigkeit dieser Rutenschläge in der heutigen Zeit in Frage gestellt werden. Noch dazu, da jeder Läufer mit einer Nummer versehen wurde, um die Person hinter der Maske identifizieren zu können, wenn die Kraft mit ihr durchging und die Schläge unzumutbar wurden. Doch mit Blick auf die Absperrung, die von den Perchten respektiert wurde, gepaart mit der Nummerierung, hat es nun jeder selbst in der Hand, ob er sich der Mutprobe stellen will oder nicht. MP

 

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