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»Qualität des Veranstaltungs-Aufenthalts wichtiger als Quantität«

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Er ist mit dem Verlauf der Vorbereitungen für den Biathlon-Weltcup zufrieden: Engelbert Schweiger, Leiter der Chiemgau-Arena. (Foto: Hohler)

Ein Teil der Aufbauten ist bereits fertig, und auch sonst sieht es gut aus: Die Chiemgau-Arena in Ruhpolding ist gerüstet für den Biathlon-Weltcup vom 14. bis 19. Januar 2020. »Bis jetzt laufen die ganzen Vorbereitungen nach Plan«, freut sich Engelbert Schweiger. Als Leiter der Chiemgau-Arena fungiert er zugleich im Weltcup-OK als Generalsekretär.


Er weiß aber auch – nach dem Schneechaos samt zeitweiligem Katastrophenfall – beim Weltcup im Januar 2019 um die Unwägbarkeiten einer Freiluft-Veranstaltung: »Ich hoffe auf andere Rahmenbedingungen im Vorfeld als beim letzten Weltcup.« Da hatten die tagelangen heftigen Schneefälle und deren Folgen »das Ganze schwierig gemacht, wir konnten teilweise nur reagieren statt agieren.« Aber: »Das Gesamtergebnis konnte sich sehen lassen«, erinnert er an den dennoch gelungenen Weltcup. Auch sportlich »hat uns vor allem der Sieg von Franziska Preuß im Massenstart noch für vieles entschädigt.«

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Unabhängig vom Katastrophenfall hat man auch nach den Erfahrungen des vergangenen Weltcups versucht, noch einige Dinge zu optimieren. Das gilt unter anderem für das Sicherheitskonzept: Wie im Januar 2019, soll auch diesmal wieder der Bereich an der Arena, der früher als Parkplatz für Ehrengäste zur Verfügung stand, wieder als Platz für die gesamten Einsatz- und Rettungskräfte zur Verfügung stehen.

Bei den Zuschauern »sind wir bis jetzt beim Kartenvorverkauf in etwa auf dem Stand des Vorjahres. Beim letzten Weltcup waren wir ja bis zum 2. Januar auf Rekordkurs«, erinnert sich Schweiger. Die Gesamtkapazität im Stadion, die auf insgesamt 27 500 Personen (inklusive Tross) angelegt war, bleibt auf 25 000 Personen reduziert. Denn: »Die Qualität des Veranstaltungs-Aufenthalts ist uns wichtiger als die Quantität.«

Aus diesem Grunde wurde auch die gut angenommene neue Sonnentribüne von 1500 auf 1800 Plätze vergrößert; darunter sind auch rund 500 Sitzplätze, die von der Haupttribüne auf die Sonnentribüne verlagert wurden.

Noch sind Karten für fast alle Kategorien zu haben, aber in manchen Bereichen kann es schon eng werden. »Wer Interesse hat, sollte sich möglichst rechtzeitig um Tickets bemühen«, empfiehlt Schweiger, zumal »die vergünstigten Vorverkaufspreise nur noch bis 31. Dezember gelten.«

Zwei zusätzliche Videowände als Service

Ein weiterer Fortschritt: »Die Blickbeziehung zu den Videowänden wurde verbessert. Vor allem dadurch, dass noch eine zusätzliche Videowand im Bereich Sonnentribüne/Schießstandberg installiert wurde sowie eine weitere große Leinwand am Schießstand. Am Schießstandberg wiederum wurden breitere Flächen für den »Vor- und Rücklauf« der Fans geschaffen.

Und die Fernseh-Zuschauer – die in diesem Jahr vom ZDF bedient werden – dürfen sich darauf freuen, dass der TV-Sender wieder viele Spezialkameras wie »Spider-Cam und Fly-Cam« einsetzt.

Froh ist Schweiger auch darüber, dass das Wettkampf-Komitee unter Leitung von Wettkampfleiter Alois Reiter »schon in den vergangenen Jahren immer hervorragende Arbeit geleistet hat.«

Auch mit dem Wettkampfprogramm mit Sprints, Staffeln und Verfolgungsläufen »sind wir sehr zufrieden, das ist sehr attraktiv.« Angeboten werden sollen auch wieder die beliebten Stadionführungen, bei denen die Fans einen »Blick hinter die Kulissen« werfen können.

Aber nicht nur das Geschehen in der Arena soll die Fans begeistern: Der Championspark in der Ruhpoldinger Ortsmitte »ist schon lange ein sehr wichtiger Bestandteil der gesamten Veranstaltung. Und auch hier gibt es immer wieder Neuerungen, um für die Fans noch attraktiver zu werden«, freut sich der Ruhpoldinger.

Weltcup als Auftakt eines »Viererpacks«

Für die Organisatoren in Ruhpolding ist der Weltcup auch gleichzeitig der Auftakt eines »Viererpacks« an hochkarätigen Veranstaltungen innerhalb von nur etwas mehr als einem Jahr: Denn es folgen die Biathlon-Sommer-WM vom 19. bis 23. August 2020, der nächste Weltcup vom 11. bis 17. Januar 2021 sowie ein Teil der Wettkämpfe der Militär-Welt-Winterspiele vom 23. bis 28. März 2021.

Auch bei diesen Wettbewerben will man wieder Sportler, Fans und Sportverbände zufriedenstellen. Das wäre gleichzeitig eine gute Empfehlung für ein Vorhaben in – gar nicht mehr so ferner – Zukunft. Ruhpolding möchte sich auch wieder für eine Biathlon-WM im Winter bewerben. Erwogen wird eine Bewerbung um die Titelkämpfe 2027 (eventuell auch etwas später), doch dafür müssten »jetzt erst einmal Vorarbeiten und Gespräche laufen.« Um für diesen Fall gerüstet zu sein, »arbeiten wir an einem Masterplan. Das umfasst viele Bereiche, die man berücksichtigen muss.«

Ein guter Schritt in diese Richtung wäre es, wenn der Weltcup im Januar 2021 wieder zu einer gelungenen Veranstaltung würde. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls gut ... who

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