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Personennahverkehr soll neu strukturiert werden

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Ruhpolding: Nahverkehr und »Ruhpoldinger Dorflinie« neu strukturieren?
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Durch mehr Attraktivität soll die »Ruhpoldinger Dorflinie« in die Zukunft geführt werden. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding – Mit einer möglichen Neustrukturierung, um die Attraktivität der »Ruhpoldinger Dorflinie« zu steigern, hatte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu beschäftigen.


Am Ende der Beratungen stellte Bürgermeister Claus Pichler fest: »Viele Vorschläge aus dem Gemeinderat wurden zusammengetragen, jetzt muss in einem weiteren Schritt der Verwaltungsausschuss entscheiden.«

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»Nach einer Ausschreibung der Dorflinie für ein Jahr bis zum November 2019 erhielt die Firma Alpenland den Zuschlag für den Verkehrsvertrag«, erinnerte zunächst die Gemeindekämmerin Doris Wiser das Gremium. Hintergrund der Ausschreibung für ein Jahr sei gewesen, dass man in diesem Zeitraum die Linienführung anhand von Fahrgastzählungen analysieren kann, um dann eine Grundlage für eine eventuelle Änderung der Strecken zu haben.

Von der Firma Alpenland seien verschiedene Anregungen vorgetragen worden, so zum Beispiel eine Vereinfachung des Fahrplans, bei der nur noch eine Linie etwa stündlich, beziehungsweise alle zwei Stunden die gleiche Runde fahren soll. Auch neue Haltestellen seien ins Kalkül gezogen worden, wie an der Egglbrücke, am Parkplatz »Nord« sowie am Bahnhof Bibelöd, hier eventuell mit einer Zuganbindung. Auch an die Optimierung der Anschlüsse zum RVO-Bus sei gedacht worden. Wie Wiser abschließend sagte, habe die Regierung von Oberbayern als Bezuschussung des öffentlichen Personennahverkehrs im April eine Abschlagszahlung in Höhe von 10.000 Euro geleistet.

Der Leiter der Tourist-Info, Herbert Ringsgwandl, betonte in seinem Fachvortrag, dass man eine attraktivere Linienführung möglich machen müsse. Obwohl Ruhpolding den Vorteil eines guten RVO-Angebots habe, entspreche die Beschickung der Dorflinie mit nur einem Bus »manchmal nicht den Ansprüchen«. 6000 Fahrgäste hätten die Dorflinie genutzt, was zeige, dass ein »Mobilitätsanspruch vorhanden ist«. Aus seiner Sicht wäre es die »Ideallösung, einen zweiten Bus einsetzen zu können«. Das wäre auch ein gutes Angebot für die Einheimischen, dagegen sei aber die Kostenfrage noch offen. Auf die Nachfrage, wie das Busangebot nach Anmeldung Richtung »Steinbergalm« angenommen werde, sagte Ringsgwandl: »Im Mai hatten wir lediglich eine Anmeldung, dafür im Juni täglich bis zu vier Personen.! Er plädierte dafür, abzuwarten, wie das Angebot weiterhin angenommen werde.

Hermann Feil (parteiloses Mitglied der CSU-Fraktion) betonte, dass man die Anbindung Richtung Hochfelln-Seilbahn im Auge behalten müsse, schließlich gehöre die Seilbahnnutzung zum Angebot der »Chiemgau-Karte«. Justus Pfeifer (CSU) bezeichnete die Attraktivitätssteigerung als Knackpunkt der Neustrukturierung. In diesem Zusammenhang machte er den Vorschlag, eine Familienkarte für Einheimische einzuführen. »Dadurch könnte die Akzeptanz des Personennahverkehrs gesteigert werden.« Zur Kostenfrage machte er keine Angaben. Ludwig Böddecker (VRB) sprach zudem die Probleme beim Parkplatz Urschlau an, bei dem durch falsch geparkte Autos manchmal kein Durchkommen der Dorflinie möglich sei. Johannes Hillebrand meinte als Fraktionssprecher der SPD, dass eine Attraktivitätssteigerung von der Taktung des Linienangebots abhänge. Neben eines stündlichen Angebots könne er sich auch eine Zweistundentaktung vorstellen. »Das ist aber eine Kostenfrage«, sagte er. Andreas Hallweger (CSU) vertrat die Meinung: »Es muss zu einem Paradigmenwechsel kommen, sonst ersticken wir im Verkehr«. Dabei plädierte er dafür, »ein günstiges Fahren möglich zu machen«.

Der Verwaltungsausschuss (VA) wurde beauftragt, die Fahrgastzahlen des zweiten Quartals auszuwerten und die Entscheidung über die Ausschreibung und eventuelle Änderungen des Fahrplans bei der Sitzung Mitte Juli zu fällen. Bis spätestens September sollen dann das Ausschreibungsverfahren durchgeführt und die Entscheidung der Vergabe aufgrund des Ausschreibungsergebnisses in der Sitzung des VA Mitte Oktober bekannt gegeben werden. hab