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Ohne Berührungsängste

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Nach dem erfolgreichen Abschluss des Schulprojekts Bergfriedhof übergaben die Schüler Michael Pölsterl und Toni Noll (hinten von links) und ihr Projektleiter Martin Blum (vorne links) eine begleitende Broschüre sowie zwei 3-D-Modelle, die in der Ideenschmiede der achten Klasse entstanden, an Pfarrer Otto Stangl. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Auf ganz besondere Weise können sich künftig Besucher des alten Bergfriedhofs durch das engmaschig verzweigte Labyrinth der dort angelegten Grabstätten auf dem Kirchbichl führen lassen – ganz egal, ob virtuell von zu Hause aus oder in Echtzeit. Möglich gemacht hat diesen informativen Rundgang per QR-Code ein Schulprojekt der achten Klasse der Mittelschule Ruhpolding, dessen Ergebnisse die Jugendlichen um Klassenleiter Martin Blum jetzt offiziell präsentierten.


Stellvertretend für die gesamte Klasse übergaben die Schüler Michael Pölsterl und Toni Noll zusammen mit ihrem Lehrer einige Exemplare der aufschlussreichen Broschüre, eine Präsentation sowie 3-D-Modelle mit den Motiven des Bergfriedhofs und der Pfarrkirche St. Georg an Pfarrer Otto Stangl. Die Anregung zur Aktion war von der »Deutschen Stiftung Denkmalschutz« gekommen. Sie schreibt jährlich diese Projekte mit dem Ziel aus, dass sich Jugendliche mit Denkmälern in ihrem Ort beschäftigen und auseinandersetzen.

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Wie Klassenleiter Martin Blum erzählte, brauchte es keine große Überredungskunst, die Schüler für den Bergfriedhof zu begeistern. Denn das einzigartige Kleinod sei wegen seiner exponierten Lage weitum bekannt und werde zu allen Jahreszeiten gern besucht.

Nachdem die Vorgehensweise geklärt war, musste das engagierte Team angesichts der Objektfülle bald feststellen, dass nicht alle Vorhaben so einfach umzusetzen sind, zumal während des Projektjahrs der normale Unterricht weiterlaufen musste. Außerdem sollte der Rundgang einen Querschnitt verstorbener Ruhpoldinger Persönlichkeiten aus Politik, Kunst, der Geistlichkeit sowie verdienten Bürgern zeigen. Auch bei dieser Auswahl tat es den jungen Projektanten leid, dass man aus Platzgründen viele Menschen, die in Ruhpoldings Vergangenheit weitreichende Impulse gesetzt hatten, nicht berücksichtigen konnte.

Die nächste Frage war, wie und in welcher Form die Ergebnisse präsentiert werden sollten. Hier war insbesondere der Kontakt zu Christopher Trengert und David Stankovic vom BayernLab in Traunstein außerordentlich hilfreich. Sie begleiteten das Projekt mit der nötigen Ausrüstung (Drohne), mit wertvollen Tipps und helfender Hand. Unterstützung fand das Team zudem beim damaligen Bürgermeister Claus Pichler, Pfarrer Otto Stangl, Friedhofsbeirat Hubert-Georg Braxenthaler, dem ehemaligen Rektor und Heimatforscher Hermann Weigand sowie bei Landeshistorikerin Dr. Lydia Großpietsch, die bis zu ihrem Ausscheiden die Ruhpoldinger Grund- und Mittelschule leitete.

Pfarrer Otto Stangl dankte den Jugendlichen, ihrem Klassenleiter Martin Blum sowie allen Beteiligten für die gelungene Aktion. Sie wird den Bergfriedhof noch mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken, ist der Pfarrherr überzeugt: »Zu einer lebendigen Kirche gehört unbedingt die Jugend, denn die Kirche gehört auch euch.« Über den QR-Code am Eingangsstein aus Ruhpoldinger Marmor oder über eine eigens gestaltete Internetseite, auf die man auch über die Homepage der Grund- und Mittelschule gelangt, kommt man zum virtuellen Rundgang. ls

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