Oberbayerischer Denkmalpreis für Kaitl-Alm auf dem Rauschberg

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Bezirkstagspräsident Josef Mederer (links) vergibt die Auszeichnung des Bezirks Oberbayern an die Eigentümerin Gabi Schaumann (hier mit ihrem Partner Walter Gutknecht). Die Verleihung fand in der Fachberatung Heimatpflege des Bezirks Oberbayern in Benediktbeuern statt. (Foto: Bezirk Oberbayern/Wolfgang Englmaier)

Ruhpolding – Der Bezirk Oberbayern hat erstmals seinen neuen Oberbayerischen Denkmalpreis vergeben. Eine der insgesamt fünf Auszeichnungen, die in der Fachberatung Heimatpflege des Bezirks in Benediktbeuern verliehen wurden, ging an die in der Region sehr beliebte Kaitl-Alm.


Die auf 970 Metern Höhe westlich von Weißbach – am Fuß des Inzeller Kienbergs – gelegene Alm wird von Gabi Schaumann bewirtschaftet. Sie ist die Tochter vom »Kaitl-Sepp«, der die Alm bis zu seinem Tod 2016 betrieben hat. Die Kaitl-Alm zählt zu den ältesten Almen Deutschlands und wurde bereits 1290 erwähnt. »Das Gebäude-Ensemble ist eines der selten gewordenen historischen Zeugnisse der Almwirtschaft und Sennerei, die seit Jahrhunderten den gesamten Alpenraum prägen. Denn viele der früheren Almen wurden abgerissen und durch neue Gebäude ersetzt«, hob Bezirkstagspräsident Josef Mederer in seiner Laudation heraus.

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Neben einem Wirtschaftsgebäude von 1952 habe sich der sogenannte »Kaser« erhalten. Er ist in Blockbauweise gebaut, stammt aus dem 17. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz. Das Holzschindeldach des Blockbaus war undicht geworden. Für die denkmalgerechte Sanierung wurden Legschindeln aus Lärchenholz gefertigt. Diese Technik ist aufwendig, wegen ihrer Seltenheit aber besonders schützenswert. Für die vorbildliche Sanierung hat der Bezirk Oberbayern Gabi Schaumann am vergangenen Freitag den Oberbayerischen Denkmalpreis verliehen, verbunden mit einem Zuschuss.

Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Denkmalpreis ist, dass die Objekte innerhalb der letzten drei Jahre vom Bezirk Oberbayern Mittel für die Denkmalpflege erhalten haben. Weitere Kriterien für die Preisentscheidung sind die fachliche Qualität, die Aspekte Nachhaltigkeit und Ökologie sowie die kulturelle Bedeutung der Denkmäler für Oberbayern. Die Auswahl traf eine Jury, der neben Mitgliedern des Bezirkstags von Oberbayern und Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Göttler auch jeweils ein Vertreter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege sowie des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege angehören. Das Preisgeld beträgt in diesem Jahr insgesamt 17 000 Euro, maximal können für den Oberbayerischen Denkmalpreis 25 000 Euro vergeben werden. Den Preis verleiht der Bezirk Oberbayern alle zwei Jahre.

Der Bezirk gibt für die Denkmalpflege jährlich rund 2,5 Millionen Euro aus. »Seit 2004 hat der Bezirk Oberbayern über 30 Millionen Euro Zuwendungen an Kirchenstiftungen, Kommunen und Privatpersonen für die Denkmalpflege vergeben. Das ist ein enormer Rückfluss der Bezirksumlage in die Landkreise und Städte«, sagte Bezirkstagspräsident Josef Mederer. »Wir möchten mit dem Preis das enorme Engagement vieler privater und öffentlicher Eigentümerinnen und Eigentümer von denkmalgeschützten Objekten würdigen und damit 'neues Leben in alten Mauern' fördern.«

fb/ka

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