Neues Heizwerk für Ruhpolding

Bildtext einblenden
Rechts neben dem bestehenden Ruhpoldinger Biomasseheizwerk soll nun das neue Heizwerk geplant werden. (Foto: Peter)

Ruhpolding – Das aktuelle Biomasseheizwerk sei in die Jahre gekommen und könne auch mit intensiver Betreuung durch den Biomassehof Achental nur noch maximal zwei bis drei Jahre betrieben werden, das berichtete Christian Hartenstein, der Leiter der Kommunalen Betriebe, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Im schlimmsten Fall könnte das Heizwerk noch während der Phase der Neuprojektierung ausfallen. Dann müsse durch eine mobile Anlage die Wärme erzeugt werden.


Der Energie und Umweltausschuss hat in seiner Mai Sitzung die Empfehlung für den Gemeinderat beschlossen, den neuen Standort für das neugeplante Heizwerk an der Seehauserstraße, südöstlich vom Schwimmbad, direkt neben dem bestehenden Heizwerkgebäude zu wählen. Angedacht waren auch das ehemalige Speedway Stadion oder am nördlich vorgelagerten Bereich des Schwimmbads.

Bei dieser Wahl des Standorts könnte die vorhandene Infrastruktur weiter mitgenutzt und auf die vorhandenen erforderlichen Zulassungen gesetzt werden. Weiter war zu hören, dass das neue Heizwerk durch die weiterentwickelten Standards geräuscharmer und umweltfreundlicher werden würde. Um Flächen zu sparen, soll mehr in die Höhe gebaut werden.

Bürgermeister Justus Pfeifer merkte an, dass die Neuerrichtung eine hohe Investition für die Gemeinde darstellen werde. Er fügte jedoch an, dass Fördermittel vom Freistaat Bayern beantragt werden könnten. Die Nachfrage nach Fernwärme im Ort sei sehr groß und es hätten viele neue Abnehmer an die bestehende Anlage angeschlossen, fügte der Bürgermeister hinzu.

Gemeinderat Sebastian Steinbacher (Bündnis 90 / Die Grünen) wollte wissen, warum als Redundanz (Reserve), des weiteren Brenners für Störfälle oder Lastspitzen, künftig nicht auch auf Hackschnitzel, sondern auf Gas gesetzt werde. Hierauf meinte Hartenstein, dass bereits der Wechsel von Öl auf Gas eine CO2-Reduzierung mit sich bringe. Auch werde über ein Kaskadensystem nachgedacht, was bedeute, dass bei geringer Auslastung auf eine kleine Einheit geschaltet werden könne. Zusätzlich sei auch das Thema Fotovoltaik aufgegriffen. Ziel wäre es, so Hartenstein, einen Stromverbund zwischen Heizwerk, Schule und Eishalle zu realisieren.

Abschließend meinte Pfeifer, dass trotz der Rücksichtnahme auf die Ökobilanz auch auf die Wirtschaftlichkeit geachtet werden müsse. Und da stehe bei der Redundanz Gas eben für die Wirtschaftlichkeit. Auch wenn durch den Standort etwas von den Schwimmbadliegeflächen genommen werden müsse, was möglichst behutsam erfolgen werde, schob der Bürgermeister ein, sei dieser Standort am besten geeignet. Da man erst in der Planungsphase sei, könnte der Gedanke für die Redundanz auf Hackschnitzelbasis noch aufgenommen und überprüft werden.

Ebenso werde geschaut, dass möglichst wenig Fläche für das neue Heizwerk benötigt würde, so der Bürgermeister. Die Empfehlung des Energie- und Bauausschusses für den Standort neben dem bestehenden Werk wurde einstimmig beschlossen.

Die Jahresabschlüsse für 2020 der Unternbergbahn GmbH und der Unternbergbahn GmbH & Co KG entsprachen jeweils den Vorgaben und Vorschriften und wurden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Fendt & Kluge geprüft. Der Jahresverlust bei der GmbH fiel zu 2019 im Jahr 2020 etwas geringer aus und belief sich auf knapp 18.000 Euro. Der Jahresverlust bei der GmbH & Co KG stieg um rund 10.000 Euro auf etwas über 127.000 Euro an. Der Gemeinderat stimmte jeweils einstimmig den Abschlüssen zu.

Für die Gemeinde sei es mehr als erfreulich, wenn Eigentümer mit hohem Gespür für die heimische Mentalität und den Ort mit einem Vorhaben herantreten, sagt der Bürgermeister beim Antrag, einen Bebauungsplan für das Sondergebiet »Unternberghof – Chalets Eisenberg« aufzustellen. Die Sanierung und Erweiterung des Gasthofs sei zwischenzeitlich abgeschlossen und es sei ein Schmuckstück geworden, hob Pfeifer hervor.

Im weiteren Abschnitt soll im nordöstlichen Teil des Grundstücks ein Chaletdorf mit sechs eingeschoßigen Ferienhäusern entstehen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans.

MP

Mehr aus Ruhpolding