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Mehr Kinderbetreuungsplätze sind nötig

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Wegen des höheren Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen ist auch eine Erweiterung des Kindergartens St. Irmengard notwendig. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding – Der Bedarf an Kindergarten- und Kinderkrippenplätzen in der Gemeinde Ruhpolding wird steigen. Das zeigt ein Bedarfsplan, den Verwaltungschef Martin Heinemann dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung vorlegte.


Darum seien Erweiterungsmaßnahmen nötig, für die die Kommune bereits im vergangenen Dezember durch die 16. Änderung des Bebauungsplans »Kafinger Feld« die bauplanrechtliche Voraussetzung geschaffen habe.

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An der vom Landkreis durchgeführten Befragung hatten sich ungefähr die Hälfte der angeschriebenen Ruhpoldinger Eltern beteiligt. Das sei zwar überschaubar, meinte Heinemann, bei einer erneuten Befragung durch die Gemeinde sei aber keine höhere Rücklaufquote zu erwarten. Bei der Bedarfsplanung gelte es daher, die Entwicklung der Geburts- und Einwohnerzahlen, die aktuelle Belegsituation, die Wartelisten, die Zahl der von auswärtig Untergebrachten und den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zu berücksichtigen.

Aktuell seien von den 140  genehmigten Kindergartenplätze in St. Irmengard und im Spatzennest 116 belegt. Wenn man aber den höheren Bewertungsfaktor beim Betreuungsschlüssel für behinderte Kinder und Migranten einrechne, seien beide Kindergärten jetzt schon überbelegt. Bei den Kinderkrippenplätzen seien 35 Plätze genehmigt, wovon mit Einberechnung des Bewertungsschlüssels 32 belegt seien.

Im Kinderkrippenbereich sei derzeit als einziger Träger die Katholische Jugendfürsorge tätig. Bei der Elternumfrage sei letztlich ein Bedarf von 40 Krippenplätzen ermittelt worden. Nach Einschätzung der Verwaltung werde der Betreuungsbedarf aber steigen. »Somit stellt sich der Bedarf von momentan mindestens vier Kinderkrippengruppen dar. Bei einer baulichen und räumlichen Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten sollte auch eine Erweiterungsmöglichkeit eingeplant werden, dass fünf Gruppen in Ruhpolding untergebracht werden können«, so der Verwaltungschef.

Im Kindergartenbereich seien mit der Katholischen Kirchenstiftung St. Georg und der Katholischen Jugendfürsorge zwei Träger tätig. Die Belegungssituation sei derzeit sehr hoch und werde nach Einschätzung der Verwaltung auf diesem hohen Niveau bleiben. Zieht man die momentan auswärtig untergebrachten 26 Kinder und den höheren Betreuungsschlüssel für Behinderte und Migranten mit ein, komme man hier schon zu einem Bedarf von sechs Kindergartengruppen.

Die Pfarrei bringe derzeit fünf Gruppen unter, wovon zwei in Räume der Grund- und Mittelschule ausgelagert seien. Zusätzlich bringt die Jugendfürsorge im »Spatzennest« im Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) eine weitere Gruppe unter.

Nach Ansicht der Verwaltung sei es im ersten Schritt notwendig, die beiden ausgelagerten Gruppen wieder in die Räumlichkeiten des Kindergartens St. Irmengard zurückzuholen, um die »Betreuung unter einem Dach« sicherzustellen. Hierzu sei eine bauliche Erweiterung des Bestands notwendig.

Die Gespräche darüber mit der Kirchenverwaltung würden sich derzeit recht positiv gestalten. Auch alle Abteilungen im Ordinariat seien mit eingebunden und würden die bauliche Erweiterung befürworten. »Der Träger für St. Irmengard benötigt, um seine Planungen in diesem Jahr weiterführen zu können, einen Beschluss des Gemeinderats hinsichtlich des Bedarfs«, so Heinemann weiter. Weiterhin sei ein Neubau im Bereich des HPZ angedacht. Gespräche mit der Katholischen Jugendfürsorge würden bereits laufen. Voraussichtlich in seiner Sitzung am 27. Februar wird der Gemeinderat dazu beraten und einen Beschluss fassen. hab