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Mehr Geld vom Bund für die heimischen Trainingsstätten

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Ruhpolding: Mehr Geld vom Bund für Biathlon und heimische Trainingsstätten
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Ringen um eine gesicherte Gesamtfinanzierung der heimischen Sportstätten (von links): Die beiden Landräte Georg Grabner (Berchtesgadener Land), Siegfried Walch (Traunstein), Beate Lohmann (Leiterin der Abteilung Sport im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat), Stephan Mayer (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat), Bundestagsabgeordneter und Gesprächsinitiator Peter Ramsauer sowie Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler. (Foto: Wittenzellner)

»Die Trägerkommunen müssen stärker unterstützt werden. Es braucht nachhaltige Rahmenbedingungen für die Bundesleistungszentren.« Mit dieser Forderung brachte der heimische Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer in Ruhpolding die Mehrzahl der Meinungen auf den Punkt.


Geladen waren zu der Sitzung Vertreter der betroffenen heimischen Gemeinden sowie der jeweiligen Sportstätten und Verbandsvertreter: Im Gepäck hatten dabei der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat, Stephan Mayer, und die Leiterin der Abteilung Sport im Ministerium, Beate Lohmann, die jeweiligen voraussichtlichen Zusagen für die Sportstätten beziehungsweise ihre Träger. Zahlen, die einen steigenden Trend zeigten, aber nicht bei allen Vertretern Freude aufkommen ließen.

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Staatssekretär Mayer machte deutlich, dass er sich den heimischen Kommunen und Landkreisen, die den Spitzensport beherbergen, verpflichtet fühle. Er betonte aber auch gleichzeitig, dass das Verteilungssystem, das auf Basis des Koalitionsvertrages der Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode entwickelt wurde, seine Grenzen und Schwächen hat – gerade wenn es um kosten- und energieintensive Sportstätten geht.

Die generellen Schwächen des Systems zeigten sich gerade bei einigen heimischen Wintersportstätten, was Mayer auch offen zugab: »Ich kann eine Turnhalle nicht mit einer Bob- und Rodelbahn vergleichen« sagte er mit Blick auf die 650 relevanten bundesweiten Sportstätten für den Spitzensport. Von diesen gab es für 119 neue Berechnungen der Förderungen – einschließlich der Wintersportstätten und Leistungszentren in der Region.

Positiv vermelden konnte er, dass von den für Baumaßnahmen zur Verfügung stehenden Gesamtmitteln in Höhe von 18 Millionen Euro alleine 2 Millionen in die beiden Landkreise fließen. Sein Gesamt-Credo: Man wolle den heimischen Sportanlagen und ihren Trägern stärker unter die Arme greifen. »Es muss eine klare Perspektive und Planungssicherheit gegeben sein.«

Mit Interesse nahmen die Anwesenden die von Lohmann und Mayer vorgestellten vorgesehenen Zuweisungen für die Trainingsstätten zur Kenntnis, die für die Jahre 2019/2020 einen Vertrauensschutz mit mindestens keiner Schlechterstellung gegenüber 2018 vorsehen, deren mittelfristig zu erwartende Entwicklung und Rückgang aber einigen Teilnehmern große Sorgen macht.

Von bayernweit gesamt von 1,57 Millionen Euro (2018) auf 3,16 Millionen Euro (2019) über 3,46 Millionen Euro (2020) steigende Zuwendungen gehen an die Bob- und Rodelbahn am Königsee 427.000 Euro, an die Trainingsstätten in Ruhpolding und Berchtesgaden 399.000 Euro. Für die Bundesstützpunkte am Götschen und Jenner sind gesamt 313.000 Euro vorgesehen. Für Eisschnelllauf in Inzell wurden 281.770 Euro errechnet.

»Eigentlich ein super Ergebnis« zeigte sich Abteilungsleiterin Lohmann überzeugt und fast euphorisch. Sie wies darauf hin, dass die Regelung von einem kleinen Mitarbeiterstamm von drei Personen im Ministerium geprüft und errechnet werden müsse.

Während sich die Anwesenden überwiegend zufrieden äußerten, kam von Sport- und Kommunalvertretern aus Inzell und dem Königssee Kritik. Zwar trainierten in der Max-Aicher-Arena gerade auch internationale Athleten, aber zu wenig deutsche Kaderathleten, die zu der Berechnung der Zuwendungen herangezogen werden.

Auch das mit 50.000 Euro zu Buche schlagende – und gerade von ausländischen Sportlern gerne angenommene – Sommereis stehe bei fehlender zusätzlicher Unterstützung auf der Kippe. Dies machte Inzells Bürgermeister Hans Egger deutlich. »Von allen Standorten macht mir Inzell am meisten Sorgen« betonte auch Staatssekretär Mayer, der nach Wegfall des Vertrauensschutzes ab 2020 einen deutlichen Rückgang der Zuwendungen befürchtet.

Kritisch zeigte sich auch Thomas Schwab, Vorstandsvorsitzender Bob- und Schlittenverband für Deutschland, der darauf hinwies, dass man international viel beachtete Wettkämpfe ausrichte. Diese würden aber in der Förderung für die Trainingsstätten nicht berücksichtigt. Man könne die Bahn auf Sicht mit diesen Zahlen nicht aufrecht erhalten.

Berchtesgadens Landrat Georg Grabner monierte, dass die Verteilung unter den vier bundesweiten Standorten nicht gerecht sei: »Es kann nicht sein, dass die Bahn mit vielen Kaderathleten und langen Betriebszeiten schlechter abschneidet.« Traunsteins Landrat Siegfried Walch machte einen Fehler in der Systematik der Berechnung aus und konnte dem »Wie« der Berechnung wenig abgewinnen, wie er am Beispiel der Bob- und Rodelbahn deutlich machte: »Ihr fördert das Abschalten der Bahn!« betonte er in Richtung der beiden Ministeriumsvertreter.

Auch Claus Pichler, Bürgermeister Ruhpoldings und Gastgeber der Gesprächsrunde, monierte, dass die Gemeinde bei Baumaßnahmen in Vorleistung gehen müsse und erst im Nachgang für den Bauunterhalt einen Ausgleich erhalte. »Da geht die Akzeptanz in der Öffentlichkeit rasant verloren« warnte er.

Karin Orgeldinger, Sportdirektorin Nordisch beim Deutschen Skiverband, schlug vor, sich zu einem Workshop im Innenministerium in Berlin zu treffen, in dem das BMI und die Betreiber »noch näher zusammenrutschen.« Einen Vorschlag, den Staatssekretär Mayer gerne aufgriff: »Alles was zur Transparenz beiträgt, begrüße ich.« awi