Legionellenbelastung: Grundlegende Sanierung nötig

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Eine Legionellenbelastung in HPZ Ruhpolding beklagt ein Leser unserer Zeitung. Doch der Träger hat bereits einiges unternommen, vor einem Jahr war nur noch an einer Stelle der technische Maßnahmewert mit einer »mittleren Kontamination« im unteren Bereich überschritten, so das Landratsamt. Und spätestens mit der Generalsanierung müsste das Problem komplett verschwunden sein, denn dabei werden unter anderem neue Leitungen verlegt. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

Ruhpolding – »Dramatisch hohe Legionellenwerte im Heilpädagogischen Zentrum Ruhpolding, und dies ist der Geschäftsleitung seit Jahren bekannt.« Er mache sich große Sorgen um die Kinder, berichtet ein Leser des Traunsteiner Tagblatts, der namentlich nicht genannt werden will. Dem Gesundheitsamt habe man das auch bereits vor einiger Zeit gemeldet, passiert sei leider noch nichts.


»Eine Überschreitung des technischen Maßnahmewertes (TMW) wurde dem Gesundheitsamt Traunstein erstmals im März 2019 gemeldet«, schreibt dazu die Pressestelle des Landratsamts. Dabei wurde an drei Stellen der TMW überschritten. Der Betreiber, das Behandlungszentrum Aschau, das neuerdings »Kind im Zentrum (KiZ) Chiemgau« heißt, habe daraufhin für regelmäßige Spülungen der Leitungen gesorgt und Spülstationen eingebaut, erklärt dazu der technische Leiter, Thomas Fortner.

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Keine Zirkulation des Wassers im alten Gebäude

Denn das Gebäude sei sehr alt, und da habe es an manchen Stellen keine Zirkulation des Wassers mehr gegeben, weil keine Abnahme stattfand, so dass sich die Legionellen vermehren konnten. Mit den Spülstationen könne man nun für eine regelmäßige Abnahme des Wassers und damit für Bewegung in den Leitungen sorgen.

Bei der nächsten routinemäßigen Untersuchung im März 2020 sei nur noch an einer Stelle der technische Maßnahmenwert mit einer »mittleren Kontamination« im unteren Bereich überschritten worden, so das Landratsamt weiter. Die Maßnahmen, die seit 2019 ergriffen wurden, hätten entsprechende Wirkungen gezeigt. Die derzeit noch vorliegende geringfügige Überschreitung befinde sich in einem Trakt, in dem es nur Handwaschbecken gebe. Aerosolbildende Wasserentnahmestellen, wie zum Beispiel Duschen, seien dort nicht vorhanden. Der Betreiber plane bereits umfassende Sanierungen.

»Das ist richtig, wir planen, Ruhpolding großflächig zu sanieren, auch, um einen regelmäßigen Durchfluss des Wassers zu erwirken«, so Fortner weiter. Da würden komplett neue Anlagen und Leitungen gebaut. Das Ergebnis der letzten Untersuchung vor Kurzem sei noch nicht bekannt, aber »sollte da etwas sein, werden wir noch öfter kontrollieren, also nach einem Monat wieder und dann ganz akut handeln.«

Derzeit, so Fortner, liefen die Planungen für die Generalsanierung. Dann müssten Förderanträge gestellt und die Arbeiten ausgeschrieben werden. Etwa 2022/23 seien dann die Arbeiten selbst geplant. Die Wohngruppe werde voraussichtlich schon zu den Sommerferien nach Aschau umziehen. Die Tagesstätte müsse je nach Baufortschritt innerhalb des Hauses in Ruhpolding umziehen. »Den Regelbetrieb möglichst aufrechtzuerhalten, das wird die Herausforderung werden«, so Fortner abschließend. Die Umbaukosten seien noch nicht abzusehen, aber erste grobe Schätzungen gehen von etwa zehn Millionen Euro aus.

coho

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