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Kein Biathlon-Weltcup im Januar in der Chiemgau-Arena – WTC als Trostpflaster für Ruhpolding?

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Ruhpolding: Kein Biathlon-Weltcup 2021 in Chiemgau-Arena, Absage! WTC als Trostpflaster?
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Auch die Beppos müssen bis Januar 2022 warten: Erst dann wird in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena wieder ein Biathlon-Weltcup stattfinden. (Foto: Brenninger)

Ruhpolding – Die Coronavirus-Pandemie wirbelt weiter den Weltcup-Kalender der Biathleten durcheinander: 2021 wird es keine Rennen in Ruhpolding geben, stattdessen finden zwei Weltcups hintereinander in Oberhof in Thüringen statt. Bekommt Ruhpolding zumindest ein Trostpflaster?


Gleich zwölf Rennen in Oberhof, aber kein Biathlon-Weltcup in Ruhpolding: Wegen der Coronavirus-Pandemie werden die besten Skijäger der Welt in Deutschland im Januar nur im Thüringer Wald am Start sein. »Das war keine einfache Entscheidung, da Oberhof und Ruhpolding beide langjährige und erfahrene Weltcup-Gastgeber sind«, erklärte Franz Steinle, der Präsident des Deutschen Skiverbandes, am Montag.

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Mit dieser Entscheidung sollen unnötige Reisen in Pandemie-Zeiten vermieden werden. Danach geht es im italienischen Antholz weiter, ehe im Februar die Weltmeisterschaften im slowenischen Pokljuka über die Bühne gehen sollen.

»Wir sind zufrieden, dass wir eine gute Lösung für die schwierige Situation gefunden haben«, kommentierte IBU-Präsident Olle Dahlin den Beschluss. »Das war keine leichte Entscheidung«, machte DSV-Präsident Franz Steinle deutlich, der auch IBU-Vizepräsident ist. »Das ist schon schmerzlich. Wir haben bis zuletzt darauf gehofft, den Weltcup austragen zu können«, sagte Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer in einer ersten Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung.

Derzeit wird geprüft, ob die sogenannte Biathlon World Team Challenge, die seit 2002 auf Schalke stattfindet und in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr verschoben werden musste, als Sonderveranstaltung Ende Dezember in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena durchgeführt werden kann. Das bestätigte auch Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer gegenüber unserer Zeitung.

Der Chef-Organisator der World Team Challenge ist übrigens Herbert Fritzenwenger, der Vorsitzende des SC Ruhpolding. »Das wäre quasi ein kleines Trostpflaster«, betonte er. Aktuell seien dafür noch einige Hürden zu nehmen. »Ich hoffe, dass wir in den nächsten zwei Wochen ein Ergebnis haben werden.«

Fritzenwenger bezeichnete die Absage des Weltcups in Ruhpolding als »herben Schlag«. Es treffe die ganze Region hart. Auch der SC Ruhpolding verliere damit seine Haupteinnahmequelle. »Aber die Gesundheit aller Beteiligten geht vor.«

Auch Justus Pfeifer betonte: »Wir haben Verständnis dafür, dass ein Doppel-Weltcup in Pandemie-Zeiten wegen der notwendigen Hygienemaßnahmen sinnvoller durchzuführen ist.« Er ergänzte: »Wir sind froh darüber, dass wir in weiser Voraussicht noch keine Aufträge für Aufbauten erteilt haben und so keine Kosten auf uns zukommen.«

Zu Beginn des nächsten Jahres gehen die Biathleten gleich zwei Wochen lang in Oberhof, dem WM-Ort von 2023, an den Start. Vom 7. bis 10. Januar stehen zunächst die Entscheidungen im Sprint, der Verfolgung, der Mixed-Staffel und der Single-Mixed-Staffel auf dem Wettkampf-Programm. Vom 13. bis 17. Januar folgen dann die Sprint-, Staffel- und Massenstartrennen.

»Mit Oberhof haben wir einen Standort, der in zwei Jahren die Biathlon-Weltmeisterschaften ausrichten soll. Hierzu wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Investitionen getätigt und neue Infrastrukturen geschaffen, die wir mit Blick auf die WM dringend unter Weltcup-Bedingungen testen müssen«, nannte Steinle den Hauptgrund für die Entscheidung.

Die Organisatoren planen mit eingeschränkter Zuschauerkapazität in der 26 000 Besucher fassenden Arena. »Alle wünschen sich natürlich einen Weltcup mit Zuschauern, aber eine Garantie dafür kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand geben«, betonte Organisationschef Silvio Eschrich. SB/who/red

Erstmeldung, Montag, 17.30 Uhr:

Wegen der Coronavirus-Pandemie gibt es im Biathlon-Weltcup im kommenden Jahr keine Rennen in Ruhpolding. Stattdessen gehen die Skijäger im Januar gleich zwei Wochen lang in Oberhof in Thüringen an den Start.

Danach geht es im italienischen Antholz weiter, ehe im Februar die Weltmeisterschaften im slowenischen Pokljuka stattfinden sollen. Dies gab der Biathlon-Weltverband (IBU) am Montagnachmittag in enger Abstimmung mit dem Deutschen Skiverband (DSV) bekannt.

In Oberhof werden die ersten beiden Weltcupwochen ausgerichtet und damit Ruhpolding als Gastgeber des zweiten Events ersetzt. Um die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten, soll das »Reisen und die damit verbundenen Risiken minimiert werden«. Daher werden die Rennen jetzt nur noch an zwei Orten ausgetragen.

Schon vor Weihnachten werden die ersten 22 Weltcup-Rennen von Ende November an in Finnland und Österreich ausgetragen. Die Veranstaltungen in Östersund (Schweden) und Annecy-Le Grand Bornand (Frankreich) waren gestrichen worden. Durch die Minimierung von Reisetätigkeiten sollen die Risiken in Corona-Zeiten minimiert werden. In Oberhof, dem WM-Ort von 2023, finden deshalb vom 7. bis 17. Januar zwölf Rennen statt.

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