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Im Kurhaus bleibt die Küche kalt

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Im Ruhpoldinger Kurhaus gibt es künftig kein gastronomisches Angebot mehr. Das touristische Gebäude bleibt aber weiterhin für Veranstaltungen und Feierlichkeiten in Eigenregie geöffnet. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Vorerst wird es im Kurhaussaal, dem Wintergarten sowie den weiteren Lokalitäten unter dem Dach des Kurhauses kein gastronomisches Angebot mehr geben. Das beschloss der Aufsichtsrat der Ruhpoldinger Tourismus GmbH (RTG) in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit.


Nicht davon betroffen davon ist die Anmietung der Räumlichkeiten auf Eigenregie beispielsweise für Veranstaltungen, Hochzeiten und Feierlichkeiten, Konferenzen und ähnliches. Die Bewirtung erfolgt zu diesen Anlässen, ähnlich wie in den meisten Nachbargemeinden, mittels Catering-Service. Das Kurhaus bleibe damit weiterhin ein zentraler Punkt für das gesellschaftliche Leben nicht nur für die Vereine und Bürger der Gemeinde, sondern für die ganze Region.

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Grund für die Entscheidung sind die roten Zahlen, die das Kurhaus seit Jahren schreibt und dadurch den Gemeindesäckel verhältnismäßig stark belastet. Die RTG GmbH ist für den Betrieb des »Vita Alpinas«, der Eishalle und des Freibads sowie des Kurhauses zuständig.

Angesichts der defizitären Lage zog nun der Aufsichtsrat die Reißleine. Im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt nannte Bürgermeister Justus Pfeifer, der auch als Vorsitzender des Aufsichtsratsgremiums fungiert, konkrete Zahlen. Demnach verschlingt der Zuschussbetrieb pro Jahr im Schnitt 160.000 Euro. Geld, das der Gemeinde im operativen Geschäft fehlt.

Dem nicht genug: »Durch die Corona-bedingten Ausfälle reißen wir heuer die 200.000-Euro-Marke. Das ist dem Bürger auf Dauer nicht mehr zu vermitteln,« gab Justus Pfeifer zu verstehen. Hinzu kommt, dass durch das Beihilferecht der Europäischen Union den Kommunen untersagt ist, in das Marktgeschehen einzugreifen und Konkurrenz zu privaten Gastronomen zu subventionieren.

Nach Aussage des Rathauschefs steht nun in den nächsten Wochen die Abwicklung der teils längerfristigen Arbeitsverträge der Mitarbeiter und des Personals im Vordergrund. Dem Aufsichtsrat und allen Beteiligten sei es dabei besonders wichtig, für beide Seiten akzeptable Lösungen zu finden. ls

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