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Bei der Übergabe des Spendenschecks von 150 000 Euro (von links): Fritz Fischer, Franziska Hildebrand, Christopher Sitte, Anna Berreiter, Wolfgang Pichler, Jens Steinigen, Marcus Burghardt und Dirk Brandt. (Foto: Kas)

Großer Tag für Jens Steinigen und sein Team: 150.000 Euro für »Athletes for Ukraine«

Ruhpolding – Er war einfach nur glücklich: Jens Steinigen, Initiator und Gründer des Vereins »Athletes for Ukraine«, genoss die Pressekonferenz anlässlich des großen Kindersporttags in Ruhpolding am 20. August in vollen Zügen. Der ehemalige Biathlon-Olympiasieger und seine Organisation bekamen am Montag eine satte Finanzspitze von 150.000 Euro. Den Scheck überreichten Stiftungsvorstand Dirk Sitte von »Menschen brauchen Menschen e. V.« von der Deutschen Vermögensberatung und Dirk Brandt, Pressesprecher von Generali, als nationale Förderer. 


»Der Kriegsbeginn in der Ukraine am 24. Februar hat mich emotional stark belastet, ich war als Sportler viel in Russland unterwegs und ich habe auch viele Freunde in der Ukraine«, sagte Steinigen. So sei auch die Vereinsgründung zustande gekommen. Er wolle den Sport nutzen, um »in die Welt hinauszuschreien, dass wir als Sportler mit dem russischen Angriffskrieg nicht einverstanden sind«. Ziel sei es, Spenden zu generieren, betroffenen Familien zu helfen und Hilfsgüter in die Ukraine zu bringen. Steinigen sprach von 250 Mitgliedern, die der Verein aktuell zähle, von zahlreichen Lkw-Fahrten und auch davon, die durch russische Raketenangriffe komplett zerstörte Sportschule in Chernihiv mit aufzubauen. Und man wolle viele Kindersporttage ausrichten, um geflüchtete ukrainische Kinder hierzulande zum Sport zu bringen und damit nahe an die Vereine heran. Integration müsse schnell gehen. »Der Sport hat einen hohen Stellenwert, hier und in der Ukraine«, sagte Steinigen.

Viel Unterstützung erfährt der Ex-Biathlet von internationalen Sportstars. Spontan sagten die Olympiasieger Fritz Fischer und Denise Herrmann (beide Biathlon) ihre Unterstützung am 20. August in Ruhpolding zu, ebenso »Goldjunge« Felix Loch und »Silbermädchen« Anna Berreiter (Rennrodeln). Ex-Profi Marcus Burghardt vom Samerberg wird beim Kinder-Sporttag in Ruhpolding als Etappensieger der Tour de France logischerweise den Radsport-Part übernehmen.

Weitere Paten sind die international bekannten Huber-Buam und Langlauf-Legende Tobias Angerer, die ehemaligen Biathleten Michael Greis und Simon Schempp, dazu die aktuellen Biathlonstars Franziska Preuss, Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt, Franziska Hildebrand und Philip Nawrath sowie Langlauf-Legende Steffi Böhler und der zehnfache Paralympics-Sieger Martin Braxenthaler. Mit dabei sein werden beim Bambini-Lauf auch die Loipenfüchse aus der Chiemgau-Arena. Die »Beppos« von Christl Lechner werden sich um die Kleinsten kümmern. Die Veranstaltung »Sports Connect« findet am Samstag, 20. August ab 12 Uhr im Ortszentrum von Ruhpolding statt. Es gibt aber den ganzen Tag über auch verschiedene Sportveranstaltungen wie ein Golfturnier (bereits ab 9 Uhr beim Golfclub Ruhpolding), eine Bergtour zum Unternberg (12.30 Uhr), eine Rennradtour (Start 12.45 Uhr), eine Mountainbiketour (13 Uhr), Nordic Walking (13.15 Uhr), eine inklusive Wandertour (13.30 Uhr), einen 10-Kilometer-Lauf (13.45 Uhr), einen Kinderlauf (14 Uhr) und einen Bambinilauf (14.30 Uhr) – immer begleitet von Sportstars wie Felix Loch, Tobias Angerer oder Franziska Preuss. Jeder kann bei diesen Sportevents mitmachen, die Startgebühr kommt »Athletes for Ukraine« zugute. Weitere Informationen und Anmeldung gibt es auf der Homepage des Vereins. Der Kinder- und Bambinilauf sind kostenlos, über Spenden freut sich der Veranstalter.

»Ein großer Tag für Ruhpolding«, schwärmte Gemeindeoberhaupt Justus Pfeifer. Er werde die Aktion komplett unterstützen und begrüßte das Engagement vor allem von Botschafter Wolfgang Pichler. Pfeifer nannte auch konkrete Zahlen, so seien in seiner Gemeinde 70 ukrainische Flüchtlinge angekommen, die man herzlichst aufgenommen habe. Pichler verkündete stolz: Weltstars stehen als Paten in Ruhpolding Schlange, das sagt alles aus.«

»Die Gemeinschaft gibt Kraft«

Ein solcher war per Video auch zugeschaltet: Denise Herrmann. Die Olympiasiegerin grüßte von der Seiser Alm in Südtirol nach Ruhpolding und sagte: »Wir Sportler haben uns klar positioniert, unter uns Sportlern besteht absolut Solidarität, die Gemeinschaft gibt Kraft!« Sie freue sich auch schon auf die Sommer-Weltmeisterschaften vom 24. bis 28. August in der Chiemgau-Arena.

Zugeschaltet war auch Masha Parshukov, Repräsentantin der zerstörten Biathlon- und Langlauf-Sportschule in Chernihiv. Am ersten Kriegstag seien die Raketen eingeschlagen, man stehe vor dem Nichts.

Eine geplante Video-Schaltung mit Alexandar Dimitrischin, einem pensionierten Deutschlehrer, der im Rollstuhl sitzt, aus Charkiw kam nicht zustande. In der Nacht zuvor war das Zentrum seiner Stadt wieder einmal von Russland bombardiert worden. »Da ist alles kaputt, man kann keine Leitung aufbauen«, beklagte Jens Steinigen.

kk/KR

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