Georgi-Ritt in Ruhpolding bei schönstem Spätsommerwetter

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Kreuz- und Laternenreiter waren auch dabei.

Ruhpolding – Trotz vieler Einschränkungen und aufwändiger Vorbereitungen mit der Erstellung eines umfassenden Hygienekonzepts hatten sich die Verantwortlichen des St. Georgivereins Ruhpolding vor einiger Zeit entschlossen, ihren traditionellen »Irgenritt«, dessen Ursprung bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, heuer durchzuführen – in kleinem Rahmen.


Die viele Arbeit wurde am Sonntag mit bestem Spätsommerwetter und einem wunderschönen Ritt mit gut 80 Pferden und Reitern belohnt. Obwohl die traditionellen Festwagen der Trachtenvereine und der Musikkapellen fehlten, zeigten sich die zahlreichen Zuschauer entlang der Ruhpoldinger Hauptstraßen angetan. Sie waren begeistert von den teils festlich geschmückten Pferden, den schmucken Reitern und Reiterinnen sowie den prachtvollen Motivwagen.

Rund um die Filialkirche St. Valentin in Zell warteten bereits die Gottesdienstbesucher auf die Pferdewallfahrer, bevor nach einem Umritt um die Kirche die Messe unter den ehrwürdigen Linden vor der Kirche beginnen konnte. Umrahmt von den blau gekleideten Paktisten und musikalisch unterstützt von der Miesenbacher Trachtenkapelle zelebrierten Pfarrer Otto Stangl und Diakon Wolfgang Eixenberger im Schatten der großen Bäume eine beeindruckende Bitt- und Dank-Messe, die den kirchlichen Ursprung des Ritts nach St. Valentin deutlich machte.

Pfarrer Stangl lobte alle Verantwortlichen und Helfer für die mutige Vorbereitung. Er ging auf die für das Zusammenleben der Menschen so bedeutsame »menschliche Nähe« ein. »Die Nähe von Jesus ist heilend«, verdeutlichte er in Anlehnung an das Evangelium des Tages. Und er betonte: »Jesus nimmt jeden von uns ernst und gibt uns damit ein Beispiel für den Umgang mit unseren Mitmenschen und der Schöpfung.« Der Pfarrer spendete allen Beteiligten, ihren Familien und Tieren den Segen Gottes.

Noch einmal zogen die Ritt-Teilnehmer unter den Klängen der Musikkapelle an der Kirche vorbei und erhielten dabei von Diakon Eixenberger den Segen. Angeführt von Vereinsvorstand Hans Thullner mit der Standarte, den Laternen- und Kreuzreitern, Pfarrer Otto Stangl hoch zu Ross und den Paktisten kehrte die prächtige Pferdeprozession dann ins Dorf zurück und wurde dabei noch einmal gebührend bewundert.

Vorstand Thullner und den Verantwortlichen des Vereins war es ein besonderes Anliegen, allen Teilnehmern für das Mitmachen zu danken. »Es ist eine große Freude für den Georgiverein Ruhpolding, dass trotz der schwierigen Bedingungen spontan so viele Reiter und Reiterinnen aus den Nachbarorten gekommen sind«, zollte Thullner den Teilnehmern, aber auch allen Helfern seinen Respekt. Er hoffte auf einen »normalen Irgenritt« im nächsten Jahr.

Franz Krammer

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