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Foto: Peter

Gemeinde springt als Betreiber des Championparks ein, falls sich kein Interessent findet

Ruhpolding – Die große Fan- und Publikumsveranstaltung »Championspark« (ChP) im Kurpark Ruhpolding während des Biathlon-Weltcups ist für die beiden Gemeinderäte Xaver Utzinger und Ludwig Schuhbeck (beide CSU) eine so wesentliche Veranstaltung, dass sie einen Antrag stellten, die Gemeinde sollte einmalig noch für den ChP 2023 als Betreiber einspringen, wenn sich kein externer Betreiber finden sollte. Der Antrag umfasste auch den Passus, in den Gemeindehaushalt dafür 80.000 Euro einzustellen.


Im Frühjahr war von der Gemeinde die Betriebs- und Veranstaltungs-GmbH für die Chiemgau Arena mit den Gesellschaftern Skiclub Ruhpolding (SC) und Gemeinde Ruhpolding gegründet worden, die künftig alle Veranstaltungen sowie den Ganzjahresbetrieb in der Chiemgau-Arena ausrichten soll. Was eben mit sich bringt, dass die Gemeinde nicht mehr als Veranstalter für den ChP auftritt.

Zur Begründung trugen die beiden Gemeinderäte vor, wenn der ChP 2023 nicht gemacht würde, dass das Projekt Championspark Schaden nehmen würde und auf lange Sicht sterbe. Zusätzlich stand im Antrag, dass die Fläche auf dem Parkplatz neben dem Kurhaus um die Wandelhalle und den Bereich um den Teich erweitert werden sollte. Als sie den Antrag einreichten, sei noch kein externer Betreiber vorhanden gewesen, meinte Utzinger. Darum sei es ihnen ein Anliegen gewesen, das Thema im gesamten Gemeinderat zu behandeln. Utzinger bekräftige nochmal, dass es nur um den ChP 2023 gehe. Der ChP ist nach den Worten von Schuhbeck für den Ort sehr wichtig.

Es gebe aktuell vier Interessenten, die den Championspark ausrichten wollten, sagte Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU/VRB). Dieser Tage solle einer den Zuschlag erhalten, fügte Pfeifer an. Es zeige sich, dass sich die Interessen einen wirtschaftlichen Betrieb vorstellen könnten. Er selbst sehe es als nicht zielführend an, wenn für die Ausrichtung des Championsparks Steuergelder eingesetzt würden, wenn dort neben Vereinen auch wirtschaftlich orientierte Veranstaltungsbetriebe Gewinne abschöpfen würden, meinte der Bürgermeister. Aus touristischen Gründen würde sich das Tourismus Ruhpolding Kommunalunternehmen (RTK) am ChP beteiligen, fügte er hinzu.

Der Championspark sei ein Alleinstellungsmerkmal für den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding, sagte Bernhard Braun (CSU). Er sehe den Antrag als Back-up, um die Ausrichtung zu sichern, meinte er weiter. Er sei für den ChP, so Horst Plenk (CSU). Doch warum sich die Hüttenbetreiber der früheren Championsparks die Butter vom Brot nehmen ließen und nicht selbst als Veranstalter auftreten, verstehe er nicht, meinte Plenk. Für den Biathlon-Weltcup selbst würde der Championspark nicht benötigt, sagte der Fraktionssprecher der VRB, Hermann Hipf. Aber für den Ort, schob er unmissverständlich nach.

Thomas Schuhbeck (CSU) bekräftigte, dass der Championspark wichtig sei. Es sei jedoch nun rund acht Jahre daran gearbeitet worden, den ChP aus dem Gemeindehaushalt zu nehmen und die gesamte Biathlonveranstaltung transparenter zu gestalten. Dazu fügte Bürgermeister Pfeifer noch an, dass die Gemeinde als Veranstalter ausscheiden würde, da die Gemeinde dafür kein Personal habe. Somit müsste der Championspark ohnehin an einen externen Veranstalter vergeben werden. Und die Vereine, die sich um die Jugendarbeit kümmerten, bekämen die Möglichkeit sich direkt in der Chiemgau-Arena zu betätigen, um dort ihre Finanzmittel zu erwirtschaften, sagte Pfeifer.

Die Gemeinde könne den ChP sicher unterstützend begleiten, meinte Anton Krutzenbichler (SPD). Aber dafür 80.000 Euro in den Gemeindehaushalt einzustellen, sehe er problematisch. SPD-Fraktionssprecher Johannes Hillebrand ist nach seinen Worten seit 20 Jahren beim ChP dabei. Er setzt darauf, dass einer der Interessenten den Park übernimmt.

Letztlich gab es zwei Abstimmungen zu dem Antrag von Xaver Utzinger und Ludwig Schubeck. Die erste Abstimmung beinhaltete, dass die Wandelhalle und der Bereich um den Teich mit aufgenommen werden. Das Votum dafür fiel einstimmig aus. Bei der zweiten Abstimmung gab es einen Mehrheitsbeschluss von 14:7, dass die Gemeinde als Betreiber für den ChP 2023 einspringt, wenn sich kein externer Interessent finden sollte. Weiter wurde der Betrag für die Einstellung in den Haushalt halbiert.

MP

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