Gemeinde Ruhpolding tritt der Chiemgau GmbH bei

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Der Jahresverlust 2020/21 in der Chiemgau Arena lag bei 420 000 Euro. (Foto: Peter)

Ruhpolding – Die Gemeinde Ruhpolding tritt der Chiemgau GmbH bei. Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Pressezentrum der Chiemgau Arena beschlossen, bei der neuen, kommunalen Gesellschaft mitzumachen.


Die Aufgaben der Gemeinden würden immer komplexer und oftmals sei es schwierig, in der Verwaltung das erforderliche Fachwissen in der gebotenen Tiefe vorzuhalten, sagte Bürgermeister Justus Pfeifer. Für die Gemeinde Ruhpolding würden sich als möglicher Gesellschafter der GmbH Vorteile im Bereich IT im Rathaus sowie der Grund- und Mittelschule, dem Datenschutz, der Informationssicherheit, dem Förderwesen und der Förderprogramme sowie dem Vergaberecht ergeben, erläuterte der Bürgermeister. Wie Justus Pfeifer weiter anmerkte, würde die Gemeinde Dienstleistungen der Gesellschaft in Anspruch nehmen und dann nur sie bezahlen.

Das Stammkapital der GmbH beträgt 100.000 Euro, wovon der Landkreis 60.000 Euro hält. Die Kommunen können je einen Geschäftsanteil von 1000 Euro übernehmen.

Geringeres Defizitin der Chiemgau Arena

Das Gremium befasste sich auch mit dem Jahresabschluss 2020/21 der Chiemgau Arena. Wie Werksleiter Engelbert Schweiger ausführte, lag der Jahresverlust bei knapp 420 000 Euro – und damit deutlich unter den rund 1,14 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Im kommenden Jahr schaue es wieder gut aus, so Schweiger. Der Biathlon-Weltcup sei zugesagt und könne nach momentanem Stand mit 17 500 Besuchern pro Veranstaltungstag ausgerichtet werden. Im Oktober solle der Kartenvorverkauf starten, so Schweiger weiter. Der Bürgermeister meinte, dass man in der Chiemgau Arena auf dem richtigen Weg sei. Der Gemeinderat billigte einstimmig den Jahresabschluss und entlastete die Werksleitung.

Bei der Ausweisung des neuen Wasserschutzgebiets der Stadtwerke Traunstein für die Brunnen I bis III in der Fuchswiese südlich der Laubau sei es wichtig gewesen, dass die eigenen Brunnen der Gemeinde nicht beeinträchtigt werden, sagte Pfeifer. Auch sei wichtig gewesen, dass die Weidehaltung weiterhin möglich sei. Die im Auftrag der Stadtwerke gegebene Neuermittlung für das Wasserschutzgebiet habe gezeigt, dass die Westgrenze des bestehenden Wasserschutzgebiets nach Osten und die Ostgrenze ebenfalls nach Osten verschoben werden müssen. Ebenso müssen die engere Schutzzone II nach Süden verlagert und für den Brunnen III ein neuer Fassungsbereich festgelegt werden.

Mit Schreiben vom 20. August 2021 habe das Landratsamt mitgeteilt, dass eine Beeinträchtigung der gemeindlichen Wasserschutzgebiete Grashof, Fritz am Sand und Infang ausgeschlossen sei, führte Pfeifer aus. Die Behörde habe angefragt, ob die Gemeinde auf die Durchführung eines Erörterungstermins verzichten wolle. Der Bürgermeister meinte, dass auf diesen Termin nicht verzichtet werden solle, da man hier noch die Möglichkeit bekomme, Detailfragen zu klären. Aus Sicht des Bürgermeisters hat die Verschiebung der Grenzen des Wasserschutzgebiets den Vorteil, dass weitere Bereiche der Chiemgau Arena herausfallen würden. Wie er weiter anmerkte, sei in der Zone III eine Beweidung möglich. Jedoch benötigten die Abwasseranlagen in diesen Bereich eine Dichtigkeitsprüfung.

Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen) wollte vom Bürgermeister wissen, ob es eine Erhöhung der Wassermenge geben werde, die entnommen wird. Dazu kam vom Bürgermeister ein klares Ja. Durch die höhere Pumpenleistung müsse das Wasserschutzgebiet ausgeweitet werden. Für ihn sei nach wie vor wichtig, so Pfeifer, dass für die eigenen Brunnen keine Nachteile entstünden.

Gute Zusammenarbeitmit Traunstein

Sepp Zeller (CSU) äußerte seine Bedenken, dass die Wasserschutzzone II einmal stark ausgeweitet werden könne. In diesen Fall müsse man an Lösungen arbeiten. Er wolle jedoch auch anmerken, dass Traunstein die letzten 40 Jahre mit den Bauern und Almbauern sehr korrekt und gut umgegangen sei. Der Bürgermeister bekräftigte die Anmerkung von Zeller, dass Traunstein hier sehr positiv mit Ruhpolding umgegangen sei. In der Abstimmung waren alle Gemeinderatsmitglieder für die Stellungnahme und hielten aber zugleich an dem Erörterungstermin fest.

MP

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