Einsatz um die Heimatgemeinde gewürdigt

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Praktisches für künftige Radltouren überreichte Bürgermeister Justus Pfeifer (links) an seinen Vorgänger Claus Pichler. Verbunden damit war der Dank der ganzen Gemeinde für dessen Einsatz in den vergangenen zwölf Jahren. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Besondere Wertschätzung für verdiente Kommunalpolitiker auch in Corona-Zeiten: Während eines zünftig arrangierten Bayerischen Abends im Holzknechtmuseum in der Laubau wurden der vorherige Erste Bürgermeister Claus Pichler sowie fünf Gemeinderäte offiziell verabschiedet.


Neben Pichler (SPD) waren dies Birgit Schmid (SPD/VRB), Dr. Ulrike Pfeifer (VRB), Josef Konhäuser und Johannes Stief (SPD) sowie Hermann Feil von der CSU. Vor der Schneckenbach-Stube hatte sich dazu eine illustre Gesellschaft aus Ratskollegen, der Rathausverwaltung, dem Bauhof und als »Hausherrin« die Leiterin des Museums, Dr. Ingeborg Schmid, versammelt.

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Pichlers Nachfolger Justus Pfeifer, der die Moderation der Feierstunde übernommen hatte und auch gleich seine Anzapfer-Qualitäten beweisen konnte, zeigte sich eingangs erleichtert darüber, dass es nach der zeitlichen Verzögerung nun doch möglich war, den ausgeschiedenen Entscheidungsträgern in gebührender Weise für ihren Einsatz um ihre Heimatgemeinde zu danken. Schließlich brauche es eine große Portion Durchhaltevermögen, über so lange Jahre die Bürde und auch persönliche Entbehrungen auf sich zu nehmen, um immer das Beste für Bürger und Gemeinde heraus zu holen. Vor allem dann, wenn laue Sommerabende nicht unbedingt in den Sitzungssaal locken, meinte Pfeifer scherzhaft.

Den Reigen der ausgeschiedenen Ratsmitglieder eröffnete Birgit Schmid. Sie kam 2016 als Nachrückerin für Elisabeth Holzner ins Ratsgremium, verpasste jedoch bei der Wahl im März den weiteren Einzug. Bürgermeister Pfeifer rechnete es ihr hoch an, dass sie sich trotzdem als Sachbeauftragte für die Partnerschaft mit Ihringen zur Verfügung stellt. Als bereichernden Faktor bezeichnete Pfeifer den abwesenden Johannes Stief, der sich in der vergangenen Legislaturperiode mit fachlich guten Entscheidungen positiv eingebracht hatte.

Auch er musste sich dem demokratischen Wählervotum beugen. Dass sich Hermann Feil (entschuldigt, im Urlaub) nach 18 Jahren aus der Lokalpolitik zurückzog, kommentierte der Rathauschef als herben Verlust, da durch dessen anerkannten Sachverstand viele Projekte verwirklicht worden seien. Gerade im Bauausschuss habe er sich als starker Pfeiler erwiesen. Zudem hatte er als Dritter Bürgermeister zusätzliche Verantwortung übernommen.

Nach zwei Wahlperioden, davon sechs Jahre als Zweite Bürgermeisterin, ging auch Dr. Ulrike Pfeifer den Schritt ins Privatleben. Ihre Stärke war es, Dinge sehr rational anzupacken und ohne große Umschweife auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Damit es ihr zukünftig nicht allzu langweilig wird, engagiert sie sich als Senioren-Sachbeauftragte.

Nach drei Jahrzehnten war auch für Ruhpoldings unbestrittenes SPD-Urgestein Josef Konhäuser Schluss. Der Vollblut-Politiker gab in dem Zusammenhang einen interessanten Rückblick auf die fünf Amtszeiten, die er unter vier Bürgermeistern absolvierte. Er erinnerte unter anderem an die beiden Biathlon-Weltmeisterschaften 1996 und 2012, den langen Kampf um die Ortskernumfahrung, die Sicherung des Wasserschutzgebiets und die Sanierung des Vita Alpina.

Als Kreisrat wird der langjährige Landrats-Stellvertreter auch weiterhin die Interessen seines Heimatorts vertreten. Der Hauptpart des Abends war unbenommen Claus Pichler mit seiner emotional geführten Abschiedsrede vorbehalten. Auch er bedauerte die strengen Infektionsschutzmaßnahmen nach der Wahl, die keine persönlichen Kontakte, geschweige denn einen geordneten Abschied zuließen. Das habe sehr wehgetan, gab Pichler seine Empfindungen preis. Mit genügendem Zeitabstand und einer zweiwöchigen Radltour habe sich mittlerweile sein Blick auf die Dinge verändert; vor allem sei der Spruch seines Vaters Wirklichkeit geworden, dass jeder zu ersetzen ist.

Mit Stolz erfülle ihn im Nachhinein die Tatsache, zwölf Jahre lang die Verantwortung für eine der schönsten und größten Gemeinden getragen zu haben, auch wenn die Finanzlage nicht auf Rosen gebettet ist. »Aber Ruhpolding hat noch nie Geld gehabt«, warf Pichler in die Runde, das sei eben der umfangreichen Infrastruktur geschuldet, die es zu unterhalten gilt. Trotzdem seien in seiner Amtszeit viele Projekte und Investitionen in Höhe von 49 Millionen Euro getätigt worden. Im Namen der Gemeinde überreichte Bürgermeister Justus Pfeifer neben Ehren-Urkunden und Präsenten auch den Ruhpoldinger Bären. Im Anschluss gab es Zeit für angeregte Gespräche und eine Brotzeit, zu der die Gemeinderäte Jimi Hillebrand und Thomas Ringsgwandl zusammen mit Lukas Kloiber aufspielten. ls

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