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Ein neuer Discounter soll in Ruhpolding entstehen

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Ruhpolding: Netto-Discounter an Seehauserstraße?
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Auf diesem Grundstück des leer stehenden früheren Tengelmann-Marktes soll einem Bauantrag zufolge ein neuer Nettomarkt mit Backshop entstehen. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding – Mit einer ganzen Reihe von Bauangelegenheiten hatte sich der Ruhpoldinger Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung zu befassen, darunter dem Bauantrag für einen neuen Nettomarkt.


Der Antrag auf Baugenehmigung der Molento Immobilien-Gesellschaft zum Neubau eines Nettomarkts mit Backshop an der Seehauserstraße stand erneut auf der Tagesordnung. Im Bereich des ehemaligen »Filitz-Geländes« besteht bereits ein solcher Markt, der aber nun nahe des jetzigen Standorts auf dem Gelände des leer stehenden Tengelmanns neu gebaut werden soll.

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Auf dem Gelände stehen 59 Stellplätze zur Verfügung, mehr als nach den Bauvorschriften erforderlich. Bauamtsleiter Hans Hechenbichler erklärte, die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden sei bereits erfolgt. Die Kriterien für die Zulässigkeit seien zwar noch nicht alle erfüllt, denn das Immissionsgutachten stehe noch aus. »Dennoch kann der Bauantrag vom Bauausschuss behandelt werden, da die weiteren Voraussetzungen nachgereicht beziehungsweise nachgeholt werden«.

Die Planung erfülle auch die Festsetzungen des Bebauungsplanes. »Der Bauherr unterwirft sich diesem Bebauungsplan«, stellte Bürgermeister Claus Pichler fest und ergänzte: »Außerdem liegt uns viel daran, Leerstände zu überwinden«. Der Bauausschuss nahm den Antrag zur Kenntnis und beschloss einstimmig, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, sofern die Anforderungen des Immissionsgutachtens eingehalten werden und ein Freiflächengestaltungsplan nachgereicht werde.

In einem weiteren Fall ging es um den Antrag auf Vorbescheid zum Neubau eines Einfamilienhauses in der »Guglberger Au«. Bereits im November sei ein gleichlautender Antrag auf Vorbescheid positiv beurteilt worden, sagte der Bauamtsleiter. Klärungsbedarf bestehe aber bei der Gestaltung der Außenfassade. Nach der Ortgestaltungssatzung seien Fenster- und Türöffnungen in der Fassade als ortsübliche Rechteckformate zu planen. Größere Öffnungsformate, welche bei der vorgelegten Planung vorgesehen seien, müssten entsprechend unterteilt werden. Ein Abweichungsantrag sei nicht gestellt und wäre auch nicht befürwortet worden, so der Bauamtsleiter.

Anstelle der geplanten Stellplätze werde nun zudem auf dem Grundstück ein Abstellschuppen für Fahrräder vorgesehen. Bereits beim ersten Vorbescheidsantrag sei die Anlage von Stellplätzen über dem Kanal als problematisch angesehen worden. »Der Abwasserkanal ist mit einer Dienstbarkeit für die Gemeinde dinglich gesichert«, erklärte Hechenbichler. Einer Überbauung könne daher nicht zugestimmt werden. Der Abstellschuppen müsse deshalb an anderer Stelle entstehen. Diesem Antrag stimmte der Bauausschuss unter den Auflagen zu, dass die Fenster- und Türöffnungen nach der Ortsgestaltungssatzung unterteilt werden und der Abwasserkanal nicht überbaut werden darf.

Schließlich hatte das Gremium noch über den Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung von den Festsetzungen des Bebauungsplans zum Fällen eines Baumbestands zu befinden. Der Antragsteller wolle die Traubenkirsche und die Esche auf dem Grundstück durch neue Bäume ersetzen. Dazu habe die Gemeinde die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt um Stellungnahme gebeten. Die Sachbearbeiterin bei der Behörde habe zurückgeschrieben, dass eine Ortseinsicht vor Ostern nicht mehr möglich gewesen sei, sie sehe aber in dem Baumbestand eine »wesentliche Grünstruktur im Geltungsbereich des Bebauungsplans 'Bibelöd Süd-Ost'«. Sie empfahl der Gemeinde, vom Bauherrn ein Baumgutachten über die Verkehrssicherheit der Bäume und mögliche Sanierungsmaßnahmen anzufordern.

Dem Bauherrn sei die Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde übersandt worden mit der Bitte, einen Baumsachverständigen zu beauftragen oder die Rücknahme des Antrages schriftlich zu erklären. Dieser beharrte aber auf seinem Antrag. Bei einem zweiten Ortstermin mit dem Grundstückseigentümer wurde festgestellt, dass auf dem Grundstück neben dem Kirschbaum ein Ahorn, ein großer Haselnussbaum, eine große Esche und eine große Traubenkirsche stehe.

Der Bauherr sei informiert worden, dass diese Bäume als zu erhaltender Baumbestand festgesetzt seien. Bürgermeister Claus Pichler meinte dazu: »Man kann einer Entfernung der Bäume nicht zustimmen«. Inzwischen habe man aber festgestellt, dass »alles weg ist«. Der Bauausschuss beschloss einstimmig, den Antrag abzulehnen. Welche Konsequenzen nun auf den Bauherrn zukommen, steht noch offen. hab