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Ehepaar musste Nacht auf Berg verbringen – Großeinsatz für Bergwacht Ruhpolding

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Großeinsatz für Bergwacht Ruhpolding am Dürrnbachhorn: Ehepaar musste Nacht auf Berg verbringen
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Foto: Bergwacht Ruhpolding

Ruhpolding – Eine große Rettungsaktion mit einer nächtlichen Suchaktion hatte die Bergwacht Ruhpolding am Sonntagabend für zwei verstiegene Eheleute am Dürrnbachhorn zu bewältigen. Dabei war auch ein Hubschrauber und eine Wärmebildkamera im Einsatz.


Das sonnige Herbstwochenende endete für die Retter am Sonntag mit einem nächtlichen Einsatz: Ein Ehepaar aus dem Landkreis Berchtesgadener Land war tagsüber zur Überschreitung des Dürrnbachhorns aufgebrochen. Beim Abstieg auf der Nordseite des Berges verloren die beiden am Nachmittag mit ihrem Hund den schmalen Steig, gerieten in eine steile Rinne und saßen im absturzgefährlichen Schrofengelände fest. Kurz nach 17 Uhr wählten sie mit fast leerem Handyakku den Notruf. Die Einsatzleitung konnte noch kurz mit den Bergsteigern sprechen, dann schaltete sich ihr Gerät ab.

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Umgehend wurde ein Hubschrauber angefordert, um noch vor Einbruch der Nacht zu den in Bergnot geratenen Wanderern zu gelangen. Die Besatzung des verständigten Polizeihelikopters aus Oberschleißheim konnte das Ehepaar dank ihres Lagerfeuers im letzten Abendlicht entdecken. Da eine Taubergung an der Winde wegen der Dunkelheit nicht mehr möglich war, stiegen mehrere Gruppen von Bergrettern aus Ruhpolding und Inzell von zwei Seiten den Berg hinauf.

Mit der Drohne des Bergwacht-Technikfahrzeugs konnte die Einsatzstelle per Wärmebildkamera geortet und genaue Standortdaten übermittelt werden. Von oben konnten die Suchtrupps zwar Rufkontakt zu den beiden herstellen, sie aber im absturzgefährdeten und mit meterhohen Latschen überwucherten Gelände nicht erreichen. Auch von unten war ein Aufstieg durch das Latschendickicht unmöglich.

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Ein Bild aus der Wärmekamera. Foto: Bergwacht Ruhpolding

Mit einem nachtflugtauglichen Helikopter der Polizei versuchte man gegen Mitternacht noch eine Bergung per Rettungswinde. Wegen des starken Windes war allerdings auch das nicht möglich. Mehrere Bergretter kämpften sich durch das steile Latschendickicht, schnitten Wege frei und seilten sich durchs Schrofengelände ab, konnten letztlich das Ehepaar aber nicht erreichen.

Nach einer Verständigung durch Rufen war klar, dass die beiden in gutem Zustand sind. Deshalb entschied die Einsatzleitung, weitere Rettungsversuche bei Tageslicht zu starten. Am Montagmorgen flog dann erneut eine Polizeimaschine mit zwei Luftrettern der Bergwacht Ruhpolding zur Einsatzstelle. Mit dem Hubschrauber konnte das Ehepaar samt Hund per Rettungswinde aufgenommen und ins Tal geflogen werden. Nach der Untersuchung durch den Bergwacht-Notarzt war auch klar, dass die beiden die Nacht gut überstanden hatten; abgesehen von einer leichten Unterkühlung waren sie unversehrt. Am Einsatz waren rund 30 Bergretter sowie die Polizei und der Rettungsdienst beteiligt.

red/fb

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