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Diskussion um Aufwertung des »Ortseingangs Bahnhof« in Ruhpolding

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Ruhpolding: Diskussion um Aufwertung des »Ortseingangs Bahnhof« und Kiosks
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Auf diesem – momentan eingezäunten Grundstück des alten Kiosks – oder auf der gegenüberliegenden Seite an den Bushaltestellen soll eine Pergola mit wetterfestem, transparentem Dach entstehen. Die geplante öffentliche Toilette würde aber auf dem Grundstück des ehemaligen Bahnhofkiosks bleiben. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding – Nach Abschluss der Sanierung des Bahnhofs und der Fertigstellung der neuen Tourist-Information bedürfe der »Ortseingang Bahnhof« nun einer weiteren Aufwertung. Darum soll im Bereich des mittlerweile abgerissenen, alten Bahnhofkiosks eine bauliche Neuordnung erfolgen.


Die Entscheidung über die Genehmigung des Vorentwurfs darüber stand bei der jüngsten Gemeinderatssitzung auf der Agenda.

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Der anwesende Städteplaner Jochen Gronle stellte das Konzept in mehreren Varianten vor. Demnach soll auf dem Grundstück ein Treffpunkt und Wartebereich entstehen. In Ergänzung zur nahen Tourist-Info sei auch an Übersichtstafeln mit Orts- und touristischen Informationen gedacht. Zudem soll mindestens eine barrierefreie »Unisex-Toilette« entstehen und auch Platz für eine temporäre zusätzliche Toilettenanlage, beispielsweise während des Biathlonweltcups, vorhanden sein.

Außerdem seien Fahrradstationen und eine Lademöglichkeit für E-Bikes geplant. Erste Vorentwürfe wurden bereits im Juli in der Fraktionssprechersitzung behandelt. Dabei wurde unter anderem auch die Empfehlung zum Bau einer Pergola mit wetterfestem, transparentem Dach abgegeben.

Bei der Gestaltung gibt es mehrere Optionen. Bei der ersten Variante würde man ohne Nutzung von Privatgrundstücken auskommen. Bei der zweiten Variante würden Privatparkplätze wegfallen und müssten außerhalb des neuen Platzes untergebracht werden. Dazu sagte der Planer, dass mit den Grundstückseigentümern diesbezüglich noch nicht gesprochen worden sei. Und bei der dritten Variante würden Privatparkplätze umorganisiert werden. Statt der bestehenden Längsparkplätze seien dann vier Senkrechtparkplätze geplant, was einen Grundstückstausch von je rund 38 Quadratmetern notwendig machen würde. Zur groben Kostenschätzung meinte Gronle, dass mit einer förderfähigen Summe von 240.000 bis 260.000 Euro zu rechnen sei, zusätzlich kämen dann noch Baunebenkosten dazu.

In der anschließenden, ausgiebigen Diskussion wollte Justus Pfeifer (CSU) wissen, ob eine Verlegung der Pergola auf die gegenüberliegende Seite zu den Bushaltestellen möglich sei. Bürgermeister Claus Pichler antwortete darauf: »Das eine darf das andere nicht ausschließen«. Verärgert zeigte sich Wolfgang Heigermoser (CSU). Über Grundstücksverkäufe oder Tauschgeschäfte zu reden, ohne vorher mit den Betroffenen gesprochen zu haben, halte er für eine Zumutung. Außerdem habe er immer den Bau von öffentlichen Toiletten angemahnt und jetzt wolle man »auf engstem Raum für eine viertel Million Euro eine solche errichten«. Man müsse hier die sehr hohen Kosten sehen.

Ähnlich äußerten sich Ulrike Pfeifer und Ludwig Böddecker von der VRB. Man könne über die beiden Varianten, bei denen private Grundstücksbesitzer im Spiel sind, nicht abstimmen, ohne vorher mit diesen gesprochen zu haben. Hermann Feil (parteilos) meinte, dass er immer »vor emotionaler Diskussion gewarnt« habe.

Noch einmal meldete sich Justus Pfeifer zu Wort. Er sagte, dass im Bauausschuss vorbesprochen werden sollte, was die beste Lösung sei und dieses Ergebnis sei dann an den Gemeinderat zu verweisen. Abschließend betonte Bürgermeister Pichler, dass Vorbesprechungen bereits in der Fraktionssprechersitzung stattgefunden haben. Außerdem habe man viele Überlegungen zusammengetragen. »Ich finde diese Aussprache aber für fruchtbar, um die beste Lösung zu finden«. Schließlich wurde festgelegt, dass sich das Planungsbüro Gronle noch einmal mit dieser Thematik befassen soll. Die Vergabe der Entwurfs- und Genehmigungsplanung werde dann an den Bauausschuss verwiesen. Diesem Vorschlag folgte der Ruhpoldinger Gemeinderat einstimmig. hab