Das Spatzenwegerl ist wieder begehbar

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Ein Steinschlagschutzzaun sichert seit kurzem wieder die gefahrlose Benutzung des Spatzenwegerls, das die Vinzenzistraße mit der Kirchberggasse verbindet. Unser Bild zeigt Mitarbeiter der österreichischen Spezialfirma bei der finalen Montage. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Anwohner und Passanten wird die Nachricht gleichermaßen freuen: Nach monatelanger Sperrung ist das sogenannte Spatzenwegerl ab sofort wieder begehbar und offiziell für den Durchgang freigegeben. Möglich wurde dies durch einen etwa einhundert Meter langen Steinschlagschutzzaun, der kürzlich von einer österreichischen Spezialfirma montiert wurde. Er sorgt jetzt dafür, dass die beliebte Verbindung zwischen der Vinzenzistraße und der Kirchberggasse wieder ungehindert passierbar ist.


Rückblick: Im Juli vergangenen Jahres hatte sich plötzlich ein zentnerschwerer Gesteinsbrocken oberhalb des Hangs zum Bergfriedhof gelöst und war über das Spatzenwegerl hinweg direkt in die Begrenzungsmauer des Krankenhauses Vinzentinum gekracht. Menschen kamen bei dem Vorfall, der damals einen Feuerwehreinsatz auslöste, glücklicherweise nicht zu Schaden. Die Gemeinde als zuständige Sicherheitsbehörde hatte daraufhin sofort reagiert und den Durchgang während der Wintermonate gesperrt.

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Diese Beschränkung konnte nun aufgehoben werden. Wie Stefan Speicher, Verwaltungsleiter der Pfarrei St. Georg, mitteilte, sei man außerordentlich froh darüber, dass sich die Erzdiözese München-Freising relativ zügig zu der pragmatischen Lösung durchgerungen hat und den stabilen Sicherungszaun in dem gefährdeten Bereich anbringen hat lassen. Seinen Angaben zufolge übernimmt die Diözese auch die gesamten Kosten in Höhe von 34.000 Euro.

In der Frage, wie die Hangsicherung am besten in den Griff zu bekommen ist, standen im Vorfeld – neben der Klärung einhergehender Rechtsfragen – mehrere Maßnahmen im Gespräch, unter anderem die Überlegung, den Hang jährlich auf lockeres Gestein zu prüfen und zu säubern. Auch die Errichtung eines Erdwalls stand kurzzeitig in der Erwägung. Stefan Speicher ist jedoch überzeugt, dass unterm Strich gesehen der Steinschlagschutzzaun die dauerhafteste und sicherste Lösung darstellt.

Während der knapp zweiwöchigen Montagearbeiten wurden über die Gesamtlänge von einhundert Metern insgesamt 34 Steher als Anker gesetzt und mit Rückverhängungen gesichert, die zweieinhalb Meter tief in den Fels reichen. Um die Aufprallstabilität des eineinhalb Meter hohen Zauns zu gewährleisten, mussten auf vier Ebenen über 400 Meter Seil gespannt werden.

Obwohl die unterschiedliche Geländebeschaffenheit aus Lehm und Fels teilweise einige Anforderungen an die Bohrarbeiten stellte, war die Montage für die österreichischen Experten aus Heiligenblut am Großglockner mehr oder weniger ein beruflicher Spazier­gang.

Wie Vorarbeiter Anton Kramser erklärte, seien sie als Spezialisten von Lawinenverbauungen, Steinschlagsicherung in zumeist extrem-alpinem Gelände ganz andere Herausforderungen gewohnt.

ls

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