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Claus Pichler peilt dritte Amtsperiode an

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Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler kandidiert für eine dritte Amtszeit.

Ruhpolding – Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler kandidiert bei den Kommunalwahlen für eine dritte Amtsperiode. Dies gab er bei der Monatsversammlung der Ruhpoldinger SPD offiziell bekannt. Die Aufstellungsversammlung, in der zusätzlich die Gemeinderatskandidaten nominiert werden, ist im November geplant.


In der Versammlung ging Pichler unter anderem darauf ein, was für verschiedene Bevölkerungsgruppen getan worden sei und in den nächsten sechs Jahren anstehe. Als ehemaligem Lehrer stehen für ihn Kinder und Jugendliche im Vordergrund. Er erinnerte an die Renovierung der Schule und der Turnhalle. Die Betreuungsangebote an der Schule wurden stark erweitert. Bereits jetzt seien in der Grundschule Mittagsbetreuung und Hausaufgabenbetreuung eingeführt. Entsprechend dem Bedarf gebe es ab diesem Schuljahr die offene Ganztagsschule auch in der Grundschule, eine Jugendsozialarbeit in der Mittelschule existiere ebenfalls. Die dafür notwendigen baulichen Veränderungen am Schulhaus seien ein Projekt für die nächsten Jahre.

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Zusammen mit der Katholischen Jugendfürsorge wird eine Kinderkrippe betrieben. Der Katholische Kindergarten St. Irmengard an der Schule umfasst fünf Gruppen, eine weitere Gruppe befindet sich im HPZ. Sowohl der Kindergarten als auch die Kinderkrippe müssen umgebaut und erweitert werden. Dafür laufen zur Zeit die Planungsgespräche. Wenn das Vorhaben verwirklicht ist, wird im Schulhaus Platz frei, um eine bessere Versorgung zu ermöglichen, deren Notwendigkeit sich aus den Ganztagesangeboten ergibt. Die Waldspielgruppe stelle eine gute Scharnierfunktion für die Kinder vor dem Eintritt in den Kindergarten dar. Auch hier sei ein erweitertes Angebot denkbar, es müsse aber gut mit den bestehenden Einrichtungen abgestimmt werden.

Dringend notwendig sei die derzeitige Sanierung des Rathauses, alleine schon wegen der Brandschutzauflagen und der notwendigen Fluchtwege. »Die Gelegenheit nutzen wir auch, das Dachgeschoß so auszubauen, dass dort rationell gearbeitet werden kann und die Heizenergie nicht durch das Dach verlorengeht«, so der Bürgermeister. Es wurde darüber hinaus höchste Zeit, einen barrierefreien Zugang zu schaffen und ein Behinderten-WC einzurichten, betonte Pichler. Der Staat fördere normalerweise Baumaßnahmen an Rathäusern nicht, man habe für Ruhpolding trotzdem einen Zuschuss von einer halben Million Euro gesichert.

Ein Wunschtraum ist für Claus Pichler ein Haus der Generationen im alten Pfarrhaus, wo Alt und Jung mitten im Dorf zusammenkommen könnten. Hier sind aber noch so viele Hindernisse zu überwinden, dass noch einige Zeit vergehen wird.

Zum Thema Straßenbau sagte Pichler, hier sei in den letzten Jahren vieles verbessert worden. Im Bau befinde sich zur Zeit die Straße nach Hinterreit und Egg. In den nächsten Jahren stehen als größere Maßnahmen die Rathausstraße und das Umfeld der ehemaligen Tourist-Info samt Kurpark und Parkplatz an. Neben dem schon fertiggestellten Geh- und Radweg zwischen Zeller Kirche und Haus der Stadt Nürnberg seien weitere Radweganbindungen geplant, für das nächste Jahr zum Beispiel an der Brander Straße zusammen mit dem Landkreis.

Der Ausbau der Kanalisation ist für Ruhpolding abgeschlossen, es sind allerdings ständige Verbesserungen an der Kläranlage notwendig, so der Bürgermeister. Noch nicht ganz so weit sei es mit der Wasserversorgung. Der Ausbau nach Westen sei im vollen Gange. Er muss noch 2020 abgeschlossen werden, da sonst die staatlichen Förderungen nicht gewährt werden. Mit einer weiteren Quelle, die in diesem Zusammenhang dazukommt, wird die Wasserversorgung für den ganzen Ort sicherer. Trotzdem bleibt auch hier noch etwas zu tun: Die Anlagen rund um die Grashofquelle müssen neu gebaut werden, und manche Wasserleitungen sind sanierungsbedürftig.

Für die Feuerwehr wurden in den letzten Jahren wurden mehrere Fahrzeuge beschafft, zuletzt die Drehleiter in Kooperation mit umliegenden Gemeinden, was die Kosten spürbar gesenkt habe. In den kommenden Jahren muss am jetzigen Standort die Situation verbessert werden. In das Konzept sind auch das Rote Kreuz und die Bergwacht sowie der Bauhof mit einzubeziehen.

In der Öffentlichkeit werden Ruhpolding und Biathlon oft in einem Atemzug genannt, meinte Pichler weiter. Der Umbau der Chiemgauarena sei eine der ersten Maßnahmen in seiner Amtszeit gewesen. Mittlerweile sei sie in einen Eigenbetrieb umgewandelt worden. Die Rechnungslegung sei damit transparenter. Die Finanzierung der Arena erfordere dauerhaft Mühe und Verhandlungsgeschick, um ausreichend hohe Zuschüsse von Land und Bund zu sichern.

Zum Thema Tourismus sagte Claus Pichler, für ihn sei es sehr wichtig gewesen, den Bahnhof zu erwerben und dort die Tourist-Info unterzubringen. Es gab dabei viele Widerstände auch im Gemeinderat zu überwinden. Die Kritik sei inzwischen verstummt, da sich das ganze Ensemble zu einem echten Schmuckstück entwickelt habe. Das neue Hotel in Zell habe einen sehr guten Start gehabt. Es bringe bisher die gewünschten Effekte, spürbar im ganzen Dorf. Da im Ruhpoldinger Talkessel die Flächen äußerst knapp sind, dürfte es kaum möglich sein, anderes Gewerbe als den Tourismus in nennenswertem Umfang anzusiedeln, so Pichler. Zum Erhalt der Bäder stehe er mit den Nachbargemeinden in ständigem Gespräch über eine bessere Kooperation.

Ein neuer Themenkomplex sei die Frage der Energieversorgung. Ruhpolding wird sicher an das Erdgasnetz angeschlossen werden. Ab dem kommenden Jahr werde die Gemeinde das Heizkraftwerk selber betreiben. Es gebe Überlegungen, für die Bäder ein eigenes Blockheizkraftwerk zu errichten.

Die Aufgabe des gemeindlichen Wohnungsbaus liegt beim Wohnbauwerk. Neue Mietwohnungen seien in einem Haus mit voraussichtlich zwölf Wohneinheiten an der Innerlohener Straße in Planung. Sie entstehen im Rahmen des Wohnungspakts Bayern, einem Förderprogramm des Freistaats. Er übernimmt 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

Über allem schwebe immer die Frage des Haushalts und der Finanzen. Die Situation sei am Beginn seiner Amtszeit sehr schwierig gewesen, seit 2013 sinke aber der Schuldenstand auf nunmehr 12,7 Millionen Euro, auch konnten 1,6 Millionen Euro Rücklagen gebildet werden. Mit größter Sparsamkeit und konsequenter Ausnutzung aller Fördermöglichkeiten dürfte es möglich sein, die Schulden weiter zu reduzieren. Ein Stillstand der Aktivitäten sei weder absehbar, noch zu befürchten. fb

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