Bürgermeister durfte den dreimillionsten Windbeutel im Café Windbeutelgräfin verspeisen

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Ließ sich zusammen mit Frau Christina die dreimillionste Kalorienbombe in der historischen Windbeutel-Manufaktur schmecken: Bürgermeister Justus Pfeifer. Für Kaffeehaus-Chef Helmut Stemmer (rechts) ein weiterer Meilenstein in der bemerkenswerten Windbeutel-Geschichte, die seit Jahrzehnten dokumentiert wird. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Sowas nennt man Zufall: Ein strammer Nachmittagsspaziergang mit Frau Christina und Hündin Kessa verhalf Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer ganz unverhofft zu Millionärs-Ehren: Allerdings nicht in Euro und Cent – Pfeifer avancierte vielmehr zum Windbeutel-Millionär.


Wie es dazu kam? Nach den Lockerungen im Gastronomiebereich, denen zufolge wieder Bewirtung im Innenbereich gestattet ist, wollte sich der Rathauschef während einer kurzen Kaffeepause beim Pächter des Café Windbeutelgräfin, Helmut Stemmer, erkundigen, wie sich die neue Situation für ihn und sein Team auswirkt. Umso überraschter reagierte Pfeifer, als plötzlich aus heiterem Himmel der dreimillionste Lohengrin-Windbeutel in Schwanenform vor ihm auf dem Tisch landete. »Als uns der dreimillionste Windbeutel serviert wurde, mussten wir doch ein wenig schmunzeln, ob das mit rechten Dingen zugeht,« meinte das Gemeindeoberhaupt mit einem verschmitzten Lächeln. Daraufhin ließen sich beide den ehrenwerten Schwan umso besser schmecken.

In der Backstube und unter der gesamten Windbeutel-Crew hatte indessen schon vom frühen Morgen an höchste Anspannung geherrscht, denn aufgrund der Stückzahlenregistrierung war der erwartete Rekord in greifbare Nähe gerückt. Dazu Helmut Stemmer, Chef des Historischen Kaffeehauses und oberster Windbeutelbäcker: »Seit unsere Vorpächter (Küchenmeister Jochen Grill und Frau Anneliese) den Lohengrin-Windbeutel einführten und patentieren ließ, läuft die Zählmaschine bei jedem Exemplar, das über den Tresen geht, genau mit.« Bei normalem Betrieb, so fügt der Macher des international bekannten Naschwerks an, hätte es schon viel früher »genullt«, aber Corona habe auch hier für einige Verzögerung gesorgt.

Bürgermeister Pfeifer konnte es recht sein. Er kann sich nun einreihen in die Gesellschaft illustrer Persönlichkeiten aus Kultur, Showbusiness und Sport, die sich im Lauf der Jahre den Traum aus Brandteig und Schlagrahm schmecken ließen, wie etwa die Kammersänger Rudolf Schock und Günther Wewel, Fernsehkoch Johann Lafer oder »Eisprinzessin« Katharina Witt. Den einmillionsten Windbeutel verspeiste übrigens 1987 der unvergessene Sänger und Schauspieler Chris Howland.

Millionärstitel hin oder her – für Bürgermeister Pfeifer ist die Windbeutelgräfin ein nicht mehr wegzudenkender Leuchtturm für Ruhpoldings touristische Infrastruktur. Deshalb ist er stolz und dankbar, ein so beliebtes Traditionsunternehmen im Ort zu haben. Für die Windbeutel-Crew geht es indessen schon wieder »volle Sahne« an den nächsten Rekord. Bis dahin wird Helmut Stemmer noch einige Kilo Brandteig »stemmen« müssen… ls

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