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Am Wanderparkplatz Seekopf war der tote Säugling gefunden worden. Foto: dpa

Auch »Aktenzeichen XY ... ungelöst« konnte Schicksal des toten Neugeborenen nicht klären

Ruhpolding – Leider zumindest zunächst nicht den durchschlagenden Erfolg hatte die Ausstrahlung des Falls des getöteten Säuglings bei der Sendung »Aktenzeichen XY ... ungelöst«.


Der neugeborene Bub war gewaltsam ums Leben gekommen. Ein Spaziergänger hatte seinen Leichnam am Sonntag, 4. Dezember, hinter einem Erdhügel am Wanderparkplatz Seekopf am Weg in Richtung Förchensee gefunden.

Sein Schicksal hatte große Bestürzung in der Region und darüber hinaus ausgelöst. Nach einem bewegenden Trauergottesdienst war er am 28. Dezember, dem Tag der Unschuldigen Kinder, in Ruhpolding beerdigt worden. Wie Pressesprecher Alexander Huber vom Polizeipräsidium Oberbayern auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts erklärte, seien trotz der Ausstrahlung im deutschsprachigen Raum, also auch in Österreich und der Schweiz, leider nur wenige Hinweise eingegangen. »Einer war uns schon bekannt und ist auch abgeklärt, ein weiterer ist gerade noch in der Abklärung«, so Huber. Grundsätzlich hatte der Fall auch in Österreich und der Schweiz ein riesiges Medieninteresse ausgelöst. Denn nach wie vor ist unklar, wer die Eltern des toten Buben sind, und ob sie aus der Region stammen oder vielleicht aus dem benachbarten Ausland.

Dass entscheidende Hinweise grundsätzlich auch erst später kommen können, zeigt das Beispiel der SOKO Hanna. In diesem Fall kam das entscheidende Detail, das schließlich zur Festnahme eines Verdächtigen führte, auch erst zeitversetzt zutage. Grundsätzlich werde es aber mit zunehmendem Abstand zur Ausstrahlung der Sendung sicher schwieriger werden, noch neue Hinweise zu bekommen, so Huber. »Je länger es her ist, desto mehr rückt's in den Hintergrund.« Aber »Gott sei Dank passieren bei uns nicht so viele derartige Verbrechen, dass wir regelmäßig in der Sendung vertreten sind. Aber wir geben die Hoffnung natürlich nie auf, diesen Fall und auch andere Fälle doch noch aufzuklären.« Vorsorglich hatte man ein Fachkommissariat gebildet, also eine Dienststellen-übergreifende Ermittlungsgruppe, »die Vorstufe zu einer Sonderkommission«, wie Huber erklärt, um die erhofften vielen Hinweise schnell und mit genug Personal überprüfen zu können. Deshalb war in der Sendung auf das Fachkommissariat Grenze als Ansprechpartner für Zeugenhinweise verwiesen worden.

Sollte sich inzwischen doch noch jemand an eine Beobachtung erinnern – und sei sie auf den ersten Blick noch so unbedeutend – wären die Beamten der Kripo Traunstein äußerst dankbar für weitere Hinweise. Nicht zuletzt ist für Hinweise, die zur Festnahme des oder der Täter führen, eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt.

Zu erreichen ist die Kriminalpolizei Traunstein unter der Telefonnummer 0861/9873-0. Vielleicht lässt sich das Schicksal des kleinen Buben ja doch noch klären.

coho

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