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Von Piste gedrängt: Skifahrer stürzt in Bach und verletzt sich schwer

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Foto: BRK BGL

Reit im Winkl – Gleich sieben verletzte Wintersportler mussten die Retter der Bergwacht Reit im Winkl am Sonntag versorgen. Zu einem sehr schweren Unfall kam es am späteren Nachmittag auf der Talabfahrt von der Winklmoosalm.


Mit einem tragischen Unfall endete ein bereits ereignisreicher und arbeitsamer Tag für die ehrenamtlichen Bergwachtler der Bereitschaft Reit im Winkl. Am Sonntag war der Rettungsstützpunkt Winklmoos – wie am Wochenende üblich – mit den Rettern der Bergwacht Reit im Winkl besetzt, die den Rettungsdienst im Pistenskigebiet Winklmoosalm sicherstellen.

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Nachdem die Bergwachtmänner an diesem Tag bereits zu sechs Einsätzen mit verletzten Personen gerufen wurden, passierte gegen 16.30 Uhr ein weiterer sehr schwerer Unfall auf der Talabfahrt vom Skigebiet nach Seegatterl. Ein 44-jähriger Mann aus dem Landkreis Dachau fuhr auf der Talabfahrt und wurde von einem anderen Skifahrer überholt. Der überholende Skifahrer fuhr in so kurzem Abstand vor dem 44-Jährigen in dessen Spur, dass dieser ausweichen musste und über die Böschung rund fünf Meter tief in ein fließendes Bachbett fiel. Der andere Skifahrer entfernte sich ohne sich um den Verunglückten zu kümmern.

Im Bachbett blieb der Abgestürzte zunächst bewusstlos liegen. Eine nachfolgende Skifahrerin aus München sah den Unfall, stieg sofort zu dem verunglückten Mann ab und leistete Erste Hilfe. Da in diesem Bereich der Skiabfahrt die Rettungskräfte nicht per Mobiltelefon alarmiert werden konnten, mussten weitere Skifahrer erst zum Parkplatz Seegatterl abfahren und von dort aus einen Notruf absetzen.

Daraufhin rückte die Rettungsmannschaft von der Winklmoos an. Zuerst musste der Mann aus dem Wasser in den Uferbereich gebracht werden, um ihn dort weiter zu versorgen. Dazu stiegen die Bergretter zu dem Verunglückten ins Wasser und schützten ihn gegen Unterkühlung. Bei seinem Sturz in das Bachbett hatte dieser sich ein Polytrauma zugezogen. Ein Notarzt, der von einem österreichischen Rettungshubschrauber möglichst nah an die Unfallstelle geflogen wurde, musste erst mit einem Schneefahrzeug zum Verletzten gebracht werden.

Die Abfahrt war während des Rettungseinsatzes vollständig für nachfolgende Skifahrer gesperrt. Nachdem der Verletzte für den Abtransport vorbereitet war, gelang es dem Piloten des Rettungshubschraubers unter schwierigen fliegerischen Bedingungen den Mann mittels eines Bergetaus aus dem Bachbett zu manövrieren und ihn an einem Zwischenlandeplatz abzusetzen. Von dort wurde er in eine Unfallklinik eingeliefert.

Zeugen des Unfalls gesucht

Da in diesem Fall ein Fremdverschulden als Ursache nicht ausgeschlossen werden konnte, nahm ein Polizeibergführer der Polizei Grassau den Vorfall auf. Zeugen, die den Unfall oder mögliche Beteiligte gesehen haben, sollen sich bei den Beamten in Grassau melden.

Der Mann hatte großes Glück, dass eine nachfolgende Skifahrerin den Unfall beobachtet hatte. Ansonsten wäre er von der Skiabfahrt aus nicht mehr zu sehen gewesen und vermutlich noch eine längere Zeit im Wasser liegen geblieben.