Mit Planungen für Wohnhäuser nicht einverstanden

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Abgelehnt wurde der Bauantrag auf Neubau eines Wohnhauses mit zwei Wohneinheiten anstelle dieses Einfamilienhauses an der Loferaustraße. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Mit der geplanten Errichtung von Wohnhäusern an der Loferaustraße und in Unterbichl befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Festsaal. Außerdem ging es um zwei Anträge auf isolierte Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplans »Reit im Winkl - West«.


Erneut abgelehnt wurde ein Bauantrag auf Abbruch eines Einfamilienhauses an der Loferaustraße und Neubau eines Wohnhauses mit zwei Wohneinheiten und zwei Garagenstellplätzen. Bereits in einer Sitzung im Juli dieses Jahres war das Einvernehmen einstimmig verweigert worden, unter anderem deswegen, weil das geplante Gebäude nach Westen hin weit in den Außenbereich, der von Bebauung freizuhalten ist, hineingeragt hätte.

Die nun vorliegende Planung halte sich zum größten Teil an die bereits bestehende Bebauung, erläuterte Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU). Auch werde nun nur noch ein Gebäude beantragt, wohingegen zuletzt zwei verbundene Gebäude geplant waren. Die Wohneinheit sei gemäß Fremdenverkehrssatzung über die Hälfte der Tage des Jahres zu bewohnen, also im Erstwohnsitz.

Nach Kontaktaufnahme mit dem Planer habe dieser geäußert, dass entgegen der bisherigen Absicht nun doch keine touristische Nutzung in dem Anwesen betrieben werden solle. Die Verwaltung gehe aufgrund der Gespräche davon aus, dass nun ganz bewusst eine falsche Nutzung beantragt werde, um schnellstmöglich eine Genehmigung zu erhalten. Sobald die korrekten Pläne eingereicht würden, müsse dann das gemeindliche Einvernehmen hierzu erteilt werden. Der Gemeinderat verweigerte jedoch dem Bauantrag einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

Weiter ging es um einen Antrag auf isolierte Befreiung hinsichtlich der Errichtung eines Carports auf einem Grundstück am Lärchenweg. Ein solcher ist grundsätzlich notwendig, wenn ein Vorhaben eigentlich verfahrensfrei ist, aber den Festsetzungen eines Bebauungsplans widerspricht. In diesem Fall sei es eine Überschreitung der Baugrenze um bis zu 3,30 Meter, erläuterte Bürgermeister Matthias Schlechter. Der Carport halte darüber hinaus jedoch alle Festsetzungen des Bebauungsplans ein.

Bei einer Inaugenscheinnahme der Örtlichkeit durch die Verwaltung sei festgestellt worden, dass durch die Überschreitung der Baugrenze keine Sichtbehin­derung bestehe, die Leichtigkeit des Verkehrs werde nicht gefährdet. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag auf isolierte Befrei­ung von den Festsetzun­gen des Bebauungsplans »Reit im Winkl - West« einhellig zu.

Ebenfalls um einen Antrag auf isolierte Befreiung ging es hinsichtlich einer Überdachung der Außentreppe auf einem Grundstück an der Alten Grenzstraße. Die Eingangstorüberdachung an der Garage soll über die Außentreppe hinweg, also über etwa sieben Meter verlängert werden. Bürgermeister Matthias Schlechter informierte, dass die Überdachung einer Außentreppe nicht unbedingt ortsüblich sei. Auch in nichtüberplanten Gebieten der Gemeinde müsste eine Abweichung von den örtlichen Bauvorschriften erfolgen. Falls eine Zustimmung erfolge, sei zu bedenken, dass eventuell vergleichbaren Anträgen zukünftig auch zugestimmt werden müsste. Der Gemeinderat stimmte geschlossen gegen den Antrag auf isolierte Befreiung, ebenfalls von den Bestimmungen des Bebauungsplans »Reit im Winkl - West«.

Schließlich befasste sich das Gremium mit einem Bauantrag auf Errichtung eines Wohnhauses mit Garage in Unterbichl. Da die Geländeoberfläche recht abschüssig ist, soll das Haus an der Südseite bis zu 1,30 Meter aus dem Urgelände ragen. Dies widerspreche den Festsetzungen der Baugestaltungssatzung und darüber hinaus der in der Innenbereichssatzung festgelegten, maximal zulässigen Wandhöhe, erläuterte Bürgermeister Schlechter. Abweichungen von der Baugestaltungssatzung lägen auch bezüglich der Gebäudebreite und der Größe der Terrassenüberdachung vor.

Bei einem kurz vor der Sitzung erfolgten Gespräch mit der Bauverwaltung habe der Planer zugesagt, die Wandhöhe zu reduzieren. Auch die Situierung im Gelände könne noch optimiert werden. Bezüglich der anderen erforderlichen Abweichungen prüfe er noch, ob Umplanungen sinnvoll wären. Die Verwaltung empfehle, den Antrag abzulehnen und die nachgebesserten Planunterlagen abzuwarten. Der Gemeinderat stimmte entsprechend und verweigerte dem Bauantrag einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

sh

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