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Kühne Sprünge am Faschingsdienstag

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Eine lange Tradition haben die noch bis vor einigen Jahren in Reit im Winkl durchgeführten Faschingsspringen. (Foto: Heimatbuch Reit im Winkl)

Reit im Winkl – Eine lange Tradition haben die Faschingsumzüge und das Faschingsspringen in Reit im Winkl. Schon ab Anfang der 1930er Jahre veranstaltete der 1921 gegründete Wintersportverein das Skispringen, bei dem sich die Maskierten mit kühnen Sprüngen und tollen Verrenkungen über die Sprungschanze wagten.


Schauplatz des Faschingsspringens war lange Zeit die damalige 30-Meter-Sprungschanze an der Wirtsleiten. Um bei den Springen mitzumachen, musste man ein sehr guter Skifahrer sein. Da der Auslauf der Sprungschanze sehr klein war, musste man sich gut auf den Skiern halten können, um keine Bruchlandung hinzulegen. Immer wieder ließen sich die Springer, die überwiegend aus dem Skiclub kamen, Spektakuläres einfallen. Einmal sprangen die Sportler zu viert von der hohen Schanze oder mit besonders langen und auffälligen Skiern. In den 1970er Jahren sorgte dann Dorie Hartmann für Aufsehen. Er war immer der Springer, der am weitesten flog und so alle anderen Teilnehmer in den Schatten stellte.

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Zum Kehraus traf man sich dann im Saal des Gasthofs zur Post, wo die Musikkapelle aufspielte, die seit jeher den Faschingszug in Reit im Winkl anführt. Auch die Tradition des Faschingsbegrabens durfte nicht zu kurz kommen. Dabei wurde ein Freiwilliger, der sich auf eine Trage gelegt hatte, mit Schnapsresten überschüttet.

Ab 1990 fand das Faschingsspringen auf einer an der Knoglerleiten im Langlaufstadion eigens für diesen Zweck errichteten, großen Schneeschanze statt. Das lustige Faschingstreiben wurde dann fortgesetzt in einem für die regelmäßig im Winter stattfindenden Schneefeste errichteten Hüttendorf direkt am Auslauf der Schanze. Später kehrte man mit dem Faschingsspringen wieder an den Reit im Winkler Hausberg auf das Gelände des Dorflifts mit einer dort errichteten Schneeschanze zurück. Vor neun Jahren wurde dann die langjährige Tradition des Reit im Winkler Faschingsspringens eingestellt. Gleichgeblieben ist aber die stets in die Tausende gehende, große Zahl der Zuschauer bei den einfallsreichen Faschingszügen am Faschingsdienstag durch den Ort mit dem Ausklang bei guter Bewirtung an verschiedenen Ständen im Ortszentrum.

Bei den Faschingsbällen in Reit im Winkl ist in erster Linie der legendäre »Sängerball« zu nennen, der von Beginn der 1950er Jahre an jeweils am Samstag vor dem Faschingsdienstag vom Männergesangverein veran-staltet wurde.

Ab 2011 wurde dieser dann von der Musikkapelle übernommen mit der neuen Bezeichnung »Musiball« und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Veranstaltungsort dieser beiden Faschingsbälle war zunächst der Saal des Gasthofs zur Post und ab 2001 der damals neu errichtete Festsaal. Weitere namhafte Faschingsbälle in Reit im Winkl waren über viele Jahre der ADAC-Ball im Gasthof Löwen und der Wildererball des Trachtenvereins »Dö Koasawinkla« im Gasthof Stoaner.

sh

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