Gemeinde für Erweiterung von Wasserversorgung Winklmoosalm

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Reit im Winkl: Gemeinde für Erweiterung von Wasserversorgung Winklmoosalm
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Das Gebiet der Winklmoosalm soll nach dem Willen des Gemeinderats ins Versorgungsgebiet der gemeindlichen Wasserversorgung aufgenommen werden und zusätzlich jetzt auch die Dürrnbachalmen. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Der Gemeinderat sprach sich in seiner jüngsten Sitzung für die Erweiterung des Versorgungsgebietes der geplanten Wasserversorgung Winklmoosalm auf die Dürrnbachalmen aus. Diese ist nach neueren Erkenntnissen trotz der notwendigen Grabungsarbeiten eine landschaftsökologisch deutlich verträglichere Lösung.


In einer Sitzung im Juli 2019 hatte das Gremium beschlossen, das Gebiet der Winklmoosalm ins Versorgungsgebiet der gemeindlichen Wasserversorgung aufzunehmen. Grundlage dieses Beschlusses war der Antrag zur Aufnahme der Alm in das Berghüttenprogramm des Freistaats Bayern, wonach stark frequentierte Berggaststätten über 1000 Meter Meereshöhe an die kommunalen Wasser- und Abwassersysteme angeschlossen werden können.

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In einer Sitzung im November 2019 entschied sich der Gemeinderat gegen einen Anschluss von drei weiteren Kasern im Bereich der Dürrnbachalmen, zumal man in der weiter oben gelegenen Berggaststätte der Dürrnbachhornbahn an einem Anschluss nicht interessiert war und das Berghüttenprogramm grundsätzlich darauf abstellt, dass am Ende der Versorgungsleitung eine Bewirtung erfolgt.

Weitere Gründe für die Ablehnung waren unter anderem die Verhinderung weiterer touristischer Nutzung, insbesondere im Winter wegen des Aufwands für die Sicherstellung der Ver- und Entsorgung sowie der überdurchschnittliche Mehraufwand der Gemeinde im Rahmen der Versorgungspflicht bei relativ geringer benötigter Wassermenge. Ebenso standen naturschutzfachliche Bedenken gegen eine Erschließung, wenn an geeigneter Stelle im Almgebiet eine Quelle gefunden oder von woanders Wasser zugleitet werden könnte oder auch das Wasser regelmäßig zur Alm gefahren werden würde.

Auch nach jahrelanger intensiver Suche konnte nur eine Stelle gefunden werden, um Quellwasser zu fassen. Diese Stelle liegt jedoch in einem überregional bedeutsamen Quellmoor.

Von dieser Information wurden nochmals alle betroffenen Stellen in Kenntnis gesetzt. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein würde den Anschluss nun unterstützen, wenn die Obere Naturschutzbehörde bestätigt, dass es sich hier um ein überregional bedeutsames Quellmoor handelt und ein positiver Gemeinderatsbeschluss vorliegt. Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU) sagte in der Sitzung, dass die Untere Naturschutzbehörde den Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung trotz Grabungsarbeiten als eine landschaftsökologisch deutlich verträglichere Lösung sehe und die Verwaltung sich dieser Auffassung anschließe.

Der Klimawandel habe vor allem in den vergangenen Sommern die Problematik der Wasserknappheit an entlegenen Almen deutlich gemacht. Nur mit großem Aufwand hätten die Weidetiere mit Wasser versorgt und das gesamte Almgebiet durchgehend beweidet werden können. Auch die Behirtung könne nicht mehr für die Zukunft gewährleistet werden, da das Almpersonal sauberes Trinkwasser dringend brauche.

Die Wasserversorgung soll im Gebiet der Dürrnbachalmen nur während der Zeit des Almsommers, also von Mai bis Oktober, gewährleistet werden. Im restlichen Jahr findet keine Versorgung statt. Die Leitungen für Wasser und Abwasser werden vom künftigen Hochbehälter entlang des asphaltierten Almweges verlegt. Der erhöhte Aufwand durch die Außerbetriebnahme im Herbst und Inbetriebnahme im Frühjahr wird von den gemeindlichen Mitarbeitern geleistet, muss aber von der Almgenossenschaft getragen werden.

Der Freistaat bezuschusst bislang die Baumaßnahme auf der Winklmoosalm mit 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Baumaßnahmen sind bis Ende 2021 durchzuführen. Der Rest wird von der Almgenossenschaft Winklmoos getragen.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Anschluss der Dürrnbachalmen an die öffentliche Wasserversorgung sowie den Anschluss an die Entwässerungseinrichtung trotz notwendiger Grabungsarbeiten als eine landschaftsökologisch deutlich verträglichere Lösung zu sehen und die Maßnahme grundsätzlich für erforderlich zu halten. Er geht dabei davon aus, dass die Baumaßnahme im Rahmen des Berghüttenprogramms förderungsfähig ist und alle von der Förderung nicht gedeckten Kosten mittels Sondervereinbarung von der Almweidegenossenschaft getragen werden und dass die Ver- und Entsorgung ausschließlich von Mai bis Oktober gewährleistet ist. Außerdem ist der Unterhaltsaufwand für die Ver- und Entsorgungsleitungen zu den Dürrnbachalmen seitens der Almweidegenossenschaft zu tragen. sh

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