Bildtext einblenden
Einrichtungsleiterin Ulrike Duda (rechts) zeigte den Besuchern die Räume in dem Haus, wie etwa auch die hochmodern eingerichtete Küche. (Foto: Hauser)

Gelungener Tag der offenen Tür in der »Inobhutnahme Forsthaus«

Reit im Winkl – Viele Besucher kamen zum Tag der offenen Tür der »Inobhutnahme Forsthaus« an der Weitseestraße und waren voll des Lobes über die gelungenen Umbaumaßnahmen und die liebevolle Einrichtung und Ausstattung im ehemaligen Forsthaus. Pfarrer Peter Bergmaier vom Pfarrverband Oberes Achental und Pfarrer Rainer Maier von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Marquartstein segneten das Haus und die Räume. 


Pfarrer Bergmaier zitierte aus Wunschzetteln an das Weihnachtspostamt Himmelstadt. Ihn bewege die Not der Kinder und Jugendlichen, die abhängig sind von ihrem familiären Umfeld. »Die Eltern können ihnen manchmal nicht das geben, was sie brauchen, zum Beispiel wenn sie selbst in einer Krise stecken«, sagte der Geistliche. Dann sei es wichtig, dass es einen Schutzraum gebe mit einfühlsamen, engagierten Mitarbeitern.

»Dieses Haus ist ein Schutzraum, der helfen kann, einen Weg der Heilung zu finden, einen Weg, Kind zu sein, zu wachsen und zu reifen«, stellte Pfarrer Rainer Maier fest. »Hier in der Inobhutnahmestelle sind sie als Mitarbeiterinnen für Kinder da, wenn ihre Familien die Fürsorge nicht leisten können. Sie geben ihnen einen geschützten Raum, einen Ort, wo sie mit ihren Bedürfnissen vorkommen dürfen. Hier werden sie ernst genommen.« Weiter wies Pfarrer Maier auf ein Jesus-Wort an seine Jünger hin: »Wer dieses Kind aufnimmt und sich dabei auf mich beruft, der nimmt mich auf.«

Einrichtungsleiterin Ulrike Duda und ihre Mitarbeiter zeigten die Räume, gaben Auskunft über deren Funktion und beantworteten viele Fragen. Bei heißen Getränken und Plätzchen gab es auch vor dem Haus viele Gespräche.

Ulrike Duda hatte das seit 13 Jahren leerstehende, alte Forsthaus in Reit im Winkl von den Bayerischen Staatsforsten erworben. Nach mehrmonatiger Umbauphase ist die neue Inobhutnahmestelle dort jetzt fertig gestellt. Die ersten Kinder und Jugendlichen werden im Laufe der nächsten Wochen einziehen. Gemeinsam mit der »Inobhutnahme Litzelau« in Oberwössen bildet die Reit im Winkler »Inobhutnahme Forsthaus« die »Schutzräume Duda«.

Seit 2016 haben etwa 300 Kinder in der Litzelau eine vorübergehende Bleibe von bis zu drei Monaten gefunden. Sie stammen aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Rosenheim, Altötting, Mühldorf und München. Sie mussten aufgrund von seelischer oder körperlicher Gewalt, Vernachlässigung oder Missbrauch aus ihren Familien geholt werden.

Einrichtungsleiterin Ulrike Duda und ihr Team sind mit ihrer Inobhutnahme bayernweit einzigartig und stolz auf ihr besonderes Konzept, mit dem sie deutlich mehr pädagogische und psychologische Hilfestellung für die teilweise traumatisierten Kinder und Jugendlichen leisten können, als andere Schutzstellen, bei denen die Schützlinge nur kurzfristig versorgt und dann an feste Wohngruppen weitervermittelt werden.

»Bei uns erhalten die Kinder nicht nur Schutz und Struktur, sondern auch die Liebe und Unterstützung, die ihnen im Elternhaus gefehlt hat«, betonte Ulrike Duda bei der Führung durch die frisch renovierten und eingerichteten Räume. »Es ist uns wichtig, dass die Kinder auf drei schöne Monate bei uns zurückblicken und eine andere Perspektive auf das Leben gewinnen.«

Zehn pädagogische Fachkräfte, ein Psychologe und eine Traumapädagogin beschäftigt die Oberwössnerin momentan. Für die Inobhutnahmestelle in Reit im Winkl werden noch zusätzlich weitere pädagogische und hauswirtschaftliche Fachkräfte gesucht.

sh

Mehr aus Reit im Winkl