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Den Bebauungsplan »Nördlich der Tiroler Straße« will die Gemeinde Reit im Winkl ändern. (Foto: Hauser)

Drei Grundstücke für Familien in Reit im Winkl

Reit im Winkl – Den Entwurf zur zweiten Änderung des Bebauungsplans »Nördlich der Tiroler Straße« überarbeitete der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Er wägte dabei die Einwendungen ab, die im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingegangen waren. Er fasste einen Billigungs- und Auslegungsbeschluss.


Die drei Grundstücke, die Gegenstand der Überplanung sind, vergibt die Gemeinde an einkommensschwächere Personen im Rahmen des Familienansiedlungsmodells nach den in einer Sitzung im März beschlossenen Vergaberichtlinien. Die Gemeinde erwirbt sie und verkauft sie dann weiter.

Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU) stellte in der Sitzung Hans Romstätter vom Planungsbüro Romstätter in Traunstein vor. Romstätter gab Auskunft über die von seinem Büro ausgearbeiteten Abwägungsvorschläge zu den eingegangenen Stellungnahmen.

Die Untere Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt Traunstein vertritt in ihrer abgegebenen Stellungnahme die Meinung, die Tatsache, dass eine kleinteilige Bebauung mit einem Einfamilienhaus und Doppelhäusern gewünscht sei, gebe nicht allein Anlass zur Änderung des Bebauungsplans, da auch innerhalb der aktuell festgesetzten Bauräume grundsätzlich solche Gebäude zulässig seien. Es solle daher in der Begründung zum Bebauungsplan konkreter auf den Änderungsanlass eingegangen werden.

Planer Romstätter schlug dazu vor, die Begründung zum Bebauungsplan zu ergänzen und dabei einzufügen, dass dies den Hintergrund habe, dass die Grundstücke einzeln verkauft werden sollen. Im Zuge der Aufstellung der Sanierungssatzung habe sich gezeigt, dass eine kleinteiligere Bebauung den typischen Charakter für Reit im Winkl widerspiegle. Gerade durch die am Ortsrand befindliche Lage gliedere sich die aktuelle Planung besser in die bestehende Umgebung ein als zwei große Mehrfamilienhäuser. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, diese Ergänzung mit aufzunehmen und verfuhr so auch bei den weiteren Abwägungsvorschlägen des Planungsbüros.

Vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein lag die Empfehlung vor, die Gefahr von Starkniederschlägen bei der Bauleitplanung zu berücksichtigen, in eigener Zuständigkeit Vorkehrungen zur Schadensreduzierung zu treffen und Schutzmaßnahmen bezüglich Personenschäden vorzunehmen. Dazu sei in Absprache mit dem Straßenbauamt festgelegt worden, dass der Straßenkanal zur Aufnahme des Oberflächenwassers erweitert werde, sagte Rom-stätter. Der Bebauungsplan und die textlichen Hinweise würden entsprechend ergänzt.

In die textlichen Hinweise unter einer neuen Ziffer »Brandschutz« wurden die Hinweise von Kreisbrandrat Christof Grundner bezüglich der Sicherstellung des Löschwasserbedarfs mit aufgenommen, ebenso die durch das Staatliche Bauamt Traunstein festgestellten, fehlenden Sichtdreiecke und die Ergebnisse einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen schalltechnischen Untersuchung nach einem Hinweis von der Abteilung Immissionsschutz im Landratsamt.

Von den Eigentümerinnen des westlich der betreffenden Grundstücke gelegenen Anwesens lag eine Stellungnahme mit der Befürchtung vor, dass im Hinblick auf die geplante zusätzliche weitere Verdichtung der vorgesehenen Bauten die Gefahr bestehe, dass sich das Wasser einen neuen Weg in Richtung ihres tieferliegenden Anwesens bahne. Gemäß dem Abwägungsvorschlag des Planungsbüros werden die Planungen daraufhin abgestimmt. Dies gilt auch für Einwendungen des östlichen Grundstücksnachbarn hinsichtlich einer Nachverdichtung der Bebauung und damit einer Minimierung der Versickerungsfläche sowie der Festlegung der Höhenlage der Gebäude.

Abschließend beschloss der Gemeinderat einstimmig, den in dieser Sitzung entsprechend überarbeiteten Entwurf zur zweiten Änderung des Bebauungsplans »Nördlich der Tiroler Straße« mit Begründung zu billigen. Gleichzeitig beauftragte das Gremium die Verwaltung, die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange gemäß den Bestimmungen des Baugesetzbuchs durchzuführen.

sh

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