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»Alpenresort Kaiserblick« in Reit im Winkl geplant

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»Alpenresort Kaiserblick« in Reit im Winkl geplant
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Anstelle des ehemaligen Müttergenesungsheimes »Kaiserblick« soll das im Bebauungsplan bezeichnete Alpenresort Kaiserblick entstehen. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung den überarbeiteten Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans »Alpenresort Kaiserblick«. Dabei fand eine Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen während der öffentlichen Auslegung und der Beteiligung der Behörden statt. Das Gebäude steht seit 2005 leer und wurde zuletzt als Aussiedlerwohnheim genutzt, davor als Müttergenesungsheim.


Einige Anwohner der Birnbacher Straße hatten Bedenken geäußert, dass diese für den dann zu erwartenden steigenden Verkehr nicht mehr ausreichend sei. Es bedürfe einer Erschließung, die den ungehinderten Verkehr zu den Beherbergungsbetrieben und den Haushalten des Ortsteils Birnbach ermögliche. Neben den Übernachtungsgästen werde die Birnbacher Straße von zusätzlichen Gästen der gastronomischen Betriebe und den Autos der Wanderer befahren. Schon heute hätten Lastwagen Schwierigkeiten, an Autos vorbeizukommen.

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Dietmar Narr vom Planungsbüro NRT Narr-Rist-Türk erläuterte dazu die von seinem Büro vorliegende Stellungnahme, wonach das Grundstück Alpenresort Kaiserblick bereits früher als Müttergenesungsheim für Übernachtungszwecke genutzt worden sei. Zwar weise die Birnbacher Straße im Bereich der Wohnbebauung Engstellen auf, ein Begegnungsverkehr werde aber weiterhin ausreichend möglich sein. Im Wohngebiet sei es hinzunehmen, wenn ein Auto gegebenenfalls kurzzeitig das Passieren des Gegenverkehrs abwarten müsse.

Ausweichspur wird im Frühjahr angelegt

Es bestehe aber die Möglichkeit, zwischen der Abzweigung Sommerpointweg und Heideweg auf einem ausreichenden Abschnitt im Eigentum der Gemeinde eine Ausweichspur für den Begegnungsverkehr zu schaffen. Der Gemeinderat nahm diese Stellungnahme zur Kenntnis und beschloss einstimmig, diese Ausweichspur anzulegen. Die Maßnahme werde im Frühjahr 2020 und damit vor Beginn der Bauarbeiten für das Alpenresort Kaiserblick umgesetzt, versicherte Bürgermeister Josef Heigenhauser.

Einem weiteren Beschluss zufolge wurde die Verwaltung beauftragt, dem Gemeinderat Angebote zur Verbesserung der Beleuchtungssituation im Bereich der Birnbacher Straße vorzulegen.

Infolge einer Stellungnahme der Deutschen Telekom ergänzte der Gemeinderat einstimmig die Hinweise im Bebauungsplan dahingehend, dem Träger des Vorhabens aufzuerlegen, die Kosten der Telekom für die durch die Straßenumlegung erforderliche Verlegung ihrer TK-Linie zu tragen. Außerdem werde sichergestellt, dass durch die Baumpflanzungen der Bau, die Unterhaltung und Erweiterung der Telekommunikationslinien nicht behindert werden.

Ergänzt beziehungsweise abgeändert wurden die Planunterlagen nach einem weiteren einstimmigen Beschluss aufgrund einer Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde. Diese hatte festgestellt, dass der massive Bau am Hang oberhalb von Reit im Winkl in der Landschaft überdimensioniert wirke und einige Maßnahmen dagegen vorgeschlagen. Unter anderem waren dies eine Ausweisung weiterer Baumpflanzungen zwischen Straße und Hotel, die Sicherung einer Mahdverpflichtung auf 25 Jahre und die Festsetzung einer Umweltbaubegleitung als eigenständige Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahme einschließlich Berichtspflicht.

Kreisbaumeister Rupert Seeholzer hatte in seiner Stellungnahme die Neuanlage und deutliche Vergrößerung der Parkflächen im Süden und Südwesten der Hotelanlage jenseits der Straße als negativ bewertet. Dietmar Narr vom Planungsbüro erläuterte dazu, dass für das Hotel mit 79 Einheiten für die Gäste und 20 Einheiten für Mitarbeiter und externe Gäste neben den 81 Parkplätzen in der Tiefgarage die weiteren zwölf Parkplätze im Südosten sowie die Aufstellfläche für die Feuerwehr und die weiteren Parkplätze im Südwesten benötigt würden. Die Parkplätze würden zudem als Bindekies oder mit Rasenfugensteinen ausgeführt.

Bebauungsplan wird nochmals ausgelegt

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Planunterlagen gemäß den Abwägungsvorschlägen des Planungsbüros zu ändern beziehungsweise anzupassen. Dabei erfolge jeweils eine Abstimmung mit dem Kreisbaumeister, wie zum Beispiel auch bei der geplanten Anhebung der Höhenlage des Gebäudekomplexes. Einhellig billigte der Gemeinderat schließlich den überarbeiteten Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans »Alpenresort Kaiserblick« mit Begründung und Umweltbericht sowie den überarbeiteten Entwurf des Vorhaben- und Erschließungsplans. Gleichzeitig beauftragte er die Verwaltung, die nochmalige öffentliche Auslegung sowie die nochmalige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchzuführen, sobald alle hierfür notwendigen Unterlagen vorliegen. sh