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Zu viel Sonne in den Klassenzimmern? Grundschule Petting beantragt Lamellen

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Petting: Sonne in den Klassenzimmern – Grundschule beantragt Lamellen
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Die Sonne kommt hier spät, aber sie kommt. Lamellenvorhänge sollen die Klassenzimmer der Pettinger Grundschule beschatten. (Foto: Höfer)

Petting – Am Nachmittag scheint die Sonne in die südwestlich ausgerichteten Klassenzimmer. Das Beamerbild wirkt dann etwas blass. Was im Vorjahr bereits im Klassenzimmer von Lissy Hanauer getestet worden war, soll nun auch in den anderen Unterrichtsräumen der neuen Pettinger Grundschule montiert werden. Schulleiter Hans Steinmaßl stellte einen entsprechenden Antrag an die Gemeinde.


»Wir haben schon damals gesagt, uns die Sache anzuschauen, um dann bei Bedarf nachzujustieren«, stellte Franz Vordermayer ein Versäumnis in Abrede. »Die Lamellenvorhänge haben sich bewährt«, resümierte Bürgermeister Karl Lanzinger zum Versuchsklassenzimmer. Nun aber sind die Wünsche der einzelnen Lehrer unterschiedlich; einige wollen die Möglichkeit einer Komplettverschattung, andere nur auf halber Länge. »In zwei Jahren kommt dann wieder einer und möchte es doch komplett«, lehnte Franz-Martin Abfalter eine solche Teillösung ab. Man war sich rasch einig, ein Komplettangebot einzuholen inklusive eines Rollos für den Werkraum.

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5236 Euro kostete der Lehrgang »Leitung eines Blasorchesters«. Berufsbegleitend geht die Ausbildung im Baden-Württembergischen Trossingen über zwei Jahre. Vereinsvorsitzender Michael Haunerdinger betont in seinem Schreiben an die Gemeinde, wie froh man sei, einen engagierten Dirigenten aus den eigenen Reihen zu haben. Die Kapelle hatte ihrem musikalischen Leiter die Erstattung der Ausbildungskosten zugesagt. Nun beantragte Haunerdinger eine »finanzielle Unterstützung für die Dirigentenausbildung« bei der Gemeinde.

»Zu einer funktionierenden Kapelle gehört ein Dirigent, ein Musimoasta«, warb Bürgermeister Karl Lanzinger um Zustimmung. Andi Resch habe zuvor viele Jahre Jugendarbeit geleistet, daher sollte man das nun fördern. Die laufenden Kosten hätte die Kapelle ohnedies selbst zu tragen. Andere Gemeinden würden ihre Dirigenten regelmäßig unterstützen. »Da hängt viel Zeit dran«, würdigte Martin Häusl das Engagement für die heimische Musik.

Vizebürgermeister Ludwig Prechtl schlug vor, einen Zuschuss in dieser Höhe von Bedingungen abhängig zu machen. »Wir zahlen hundert Prozent und er ist nach fünf Jahren weg. Dann geht’s wieder von vorne los.« Prechtl mochte sich eine Verpflichtung für zehn Jahre vorstellen. Widerspruch dazu kam von Franz Vordermayer: »Wir können nicht nach drei Jahren sagen, jetzt zahlt’s 2000 Euro zurück. Des is a Schmarrn.« Wenn es so gehandhabt würde, bliebe die Musi auf den Kosten sitzen, gab Philipp Strohmeyer zu bedenken.

»Einen Ort ohne Musi kannst vergessen«, plädierte Roland Krammer gegen jegliche Bedingungen. Lanzinger erkennt »eine gewisse moralische Verpflichtung.« Der Antrag komme schließlich nicht von einer Person, sondern von der Kapelle. Am Ende votierten alle Gemeinderäte für die volle und bedingungslose Übernahme der Ausbildungskosten.

Reine Formsache war ein zweiter Antrag der Kapelle. Da ein Zuschuss des Kreisjugendrings für deren Jugendarbeit nur fließt, wenn auch die Gemeinde einen entsprechenden Betrag zuschießt, beschloss das Gremium einhellig die Gewährung von 350 Euro für das Vereinsjahr 2019. höf